Behandlung von Suchterkrankungen im höheren Lebensalter

Station 2.1

Suchterkrankungen im Alter

Der Missbrauch oder die Abhängigkeit von Alkohol oder Medikamenten ist eine Krankheit, deren Entstehung von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst wird. Abhängigkeitserkrankungen bringen eine Vielzahl körperlicher, seelischer und sozialer Probleme mit sich und schränken in erheblicher Weise die Fähigkeit zur verantwortungsvollen Lebensgestaltung ein.

Schwerpunkt unserer Station 2.1 ist die Behandlung von Patientinnen und Patienten höheren Alters, die von Alkohol oder Medikamenten abhängig  sind, sowie gegebenenfalls die Therapie von suchtspezifischen Folgeerkrankungen.

Diese Krankheitsbilder haben in der Regel einen prozesshaften, langwierigen Verlauf, der eine psychiatrisch-psychotherapeutische und gegebenenfalls auch eine somatische (körperliche) Behandlung notwendig macht. Diese Behandlung besteht aus einer etwa einwöchigen Entgiftungsphase sowie einer dann anschließenden, etwa zweiwöchigen Motivationsbehandlung. Das ermöglicht neben der eigentlichen Entgiftungsbehandlung die Berücksichtigung der psychischen, somatischen (körperlichen) und sozialen Dimension der Suchterkrankung.

Grundsätzlich sollte eine Entgiftung nur unter medizinischer Überwachung erfolgen. Beim Bestehen eines oder mehrerer der folgenden Kriterien empfehlen wir eine stationäre Behandlung:

  • wiederholte, gescheiterte Versuche der Abstinenz (Suchtmittelverzicht)
  • Entzugserscheinungen, die eine medikamentöse Behandlung erfordern
  • Komplikationen wie epileptische Anfälle oder Delir (akute Verwirrtheit) während früherer Entgiftungen
  • körperliche oder psychiatrische Begleiterkrankungen
  • Vorbereitung einer Langzeittherapie, verbunden mit dem Wunsch zur Änderung der Lebenssituation

Bedarfsorientiert führen wir auch die Diagnostik/Therapie bei hirnorganischen Beeinträchtigungen unterschiedlicher Ursache durch.

Willkommen auf unserer Station 2.1

Unsere Station 2.1 ist eine offen geführte gerontopsychiatrische Station, die sich psychischen Erkrankungen älterer Menschen verschrieben hat. Für Patienten, die unsere Hife benötigen, erfolgt die Zuweisung durch den behandelnden Haus- oder Facharzt. Sie kann aber auch im Einzelfall direkt vorab mit dem Behandlungsteam vereinbart werden.

Insbesondere in den ersten Tagen einer körperlichen Entgiftungsbehandlung kann die Station bei schwierigen Krisen oder in Fällen eingeschränkter Orientierung im Rahmen der Grunderkrankung gegebenenfalls nur nach vorheriger Rücksprache mit dem behandelnden Arzt verlassen werden. In diesen Fällen wird eine gestufte Ausgangsregelung nach individuellen Gesichtspunkten besprochen. Im weiteren Behandlungsverlauf wird diese Ausgangsregelung meist wieder überflüssig.

Unsere Behandlung orientiert sich an den Grundsätzen der qualifizierten Entzugsbehandlung mit dem Ziel, Ihnen über die Entgiftungsphase hinaus den schädlichen Suchtmittelgebrauch als Problem begreifbar zu machen und Ihr Verhalten zu verändern. Langfristig wird ein totaler Verzicht auf das Suchtmittel (Abstinenz) angestrebt.

In der Regel nehmen wir Frauen und Männer ab dem 60. Lebensjahr auf.

Die durchschnittliche Verweildauer beträgt etwa drei Wochen, kann in Einzelfällen aber auch deutlich überschritten werden.

Während des stationären Aufenthalts ist der Konsum von Alkohol und Medikamenten, die nicht ärztlich verordnet sind, untersagt.

Ganz auf Sie abgestimmt: Unser Behandlungsangebot

Wir bieten einen fachärztlich geleiteten und verantworteten Gesamtbehandlungsplan bei akuten körperlichen und seelischen Entzugsbeschwerden sowie Suchtfolgeerkrankungen an. Dieser umfasst Folgendes:

  • klinische Diagnostik (gegebenenfalls ergänzt durch psychologische Tests)
  • apparative Untersuchungsmethoden, zum Beispiel:
    • Labor-, Röntgen- und Ultraschalldiagnostik
    • Elektrokardiografie (EKG, Untersuchung der Herzfunktion)
    • Elektroenzephalografie (EEG, Aufzeichnung des Hirnaktionsströme-Verlaufs)
    • Dopplersonografie der hirnversorgenden Arterien (Untersuchung des Blutflusses unter Ausnutzung des sogenannten Dopplereffektes)
  • bei Bedarf: Veranlassung und Durchführung von Untersuchungen in anderen Fachabteilungen oder bei niedergelassenen Fachärzten außerhalb der Klinik, zum Beispiel:
    • Computertomografie (CT: computergestütztes Röntgenverfahren)
    • Kernspintomografie (MRT, Magnetresonanztomografie: magnetfeldgestütztes, bildgebendes Verfahren)
    • Konsiliaruntersuchung (Zurateziehen eines anderen Arztes zur Diagnosestellung)
  • Gesprächstherapie
  • medikamentöse Behandlung, gegebenenfalls mit psychopharmakologischem Schwerpunkt
  • Schaffung einer sinnvollen Tagesstruktur (Therapiewochenplan für jeden Patienten, in dem individuell unterschiedliche therapeutische Schwerpunkte einsehbar und die entsprechenden Therapietermine vermerkt sind)

Die Teilnahme an den therapeutischen Terminen ist für alle Patienten der Station verbindlich. In begründeten Ausnahmefällen (Diagnostik, sonstige individuelle Absprachen) können wir über diese Vorgabe hinwegsehen. 

Bastelarbeiten mit Gips als ergotherapeutisches Angebot

In unserer Klinik gestalten unterschiedliche Berufsgruppen die therapeutischen Angebote:

  • unser Pflegeteam ist verantwortlich für:
    • die Jellinek-Gruppe
    • Freizeitgestaltung
    • Sozio- und Milieutherapie
  • unsere Psychologen kümmern sich um:
    • Psychoedukation (Wissensvermittlung; die Krankheit verstehen lernen)
    • testpsychologische Diagnostik
    • Einzel- und Gruppengespräche
  • unsere Ergotherapeuten widmen sich:
    • Hirnleistungstraining
    • Erinnerungstraining in der Gruppe
    • Gesprächskreis
    • Lesen in der Gruppe
  • unsere Physiotherapeuten bieten:
    • Einzel- und Gruppenkrankengymnastik
    • Massagen
    • Kälte- beziehungsweise Wärmeanwendungen
  • unser Sozialdienst leistet:
    • Hilfe bei Antragsstellungen (zum Beispiel bei Reha-Maßnahmen)
    • Unterstützung bei der Wiedereingliederung in das häusliche Milieu
    • Beratung bei der Wiederaufnahme der Arbeit

Darüber hinaus besteht durch konsiliarische (beratende) Tätigkeit unserer Mitarbeiter in den umliegenden Krankenhäusern und Heimen ein regelmäßiger Austausch in der Behandlung älterer und hochbetagter Menschen in der gesamten Region.

Weiterhin gut versorgt: Ihre Weiterbehandlung

Die ambulanten Hilfen von Asklepios bieten Ihnen gemäß Sozialgesetzbuch (SGB XII) nach einer stationären Behandlung ein umfassendes Angebot an Unterstützung im Alltag.

Im Einzelfall vermitteln wir auch zum Beispiel neurologische Anschlussheilbehandlungen, die Weiterbetreuung in der Gerontopsychiatrischen Tagesklinik des Fachklinikums oder Hilfe und Beratung bei Verlegungen in geeignete Pflegeeinrichtungen. Wir legen großen Wert darauf, Ihre Angehörigen und Bezugspersonen miteinzubeziehen, damit Sie auch im Anschluss auf das Umfassendste versorgt sind.

Einmal im Monat treffen sich ehemalige Patienten zu einem psychologisch betreuten Gesprächskreis, um sich über ihre Erfahrungen im Anschluss an die stationäre Behandlung auszutauschen. Wir freuen uns auf einen konstruktiven Austausch und möchten auch Sie schon jetzt herzlich dazu einladen.

Stationskontakt

Tel.: (0551) 402 12 10
Fax: (0551) 402 12 27
E-Mail: s2.1.goettingen@asklepios.com

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