Skapuladyskinesie

Sogenannte Überkopfsportarten (zum Beispiel Volleyball, Handball, Tennis und Faustball), die mit einer wiederholten Abduktion (Abspreizen eines Körperteils) und Außenrotation einhergehen, können zu Muskeldysbalancen, Fehlstellungen des Schulterblattes (Skapula), Schulterinstabilitäten und schließlich zum sogenannten postero-superiorem Impingement (Impingement: schmerzhafte Verdrängung oder Einklemmung von Gewebe) führen.

Durch Muskelschwächen oder Muskelverkürzungen kann die Stellung der Skapula (Schulterblatt) in Ruhe und in Bewegung pathologisch verändert werden. Diese veränderte Position beziehungsweise Bewegung der Skapula wird als „Skapuladyskinesie“ bezeichnet. Sie ist eine unspezifische Erscheinung verschiedener Schulterpathologien (krankhafte Veränderungen an der Schulter) und keine spezifische Reaktion auf eine bestimmte glenohumerale (das Schultergelenk und den Oberarmknochen betreffende) Pathologie.

Diagnostik

Scapular Assistance Test
Scapular Assistance Test

Bei der Inspektion der Skapula von hinten wird in der Ruheposition und unter dynamischer Untersuchung auf Seitenunterschiede und auf ein Hervorstehen des unteren und inneren Schulterblattanteils geprüft. Wird das Schulterblatt am Brustkorb fixiert, kann häufig der schmerzfreie Bewegungsumfang gesteigert werden.

 

 

Therapie

Exzentrisch-propriozeptives  Krafttraining mit dem FLEXI-BAR®
Exzentrisch-propriozeptives Krafttraining mit dem FLEXI-BAR®

Eine Sportpause mit Zurücknahme der repetitiven (wiederholten) Belastung ist die Voraussetzung für den therapeutischen Erfolg. Antiphlogistische Medikamente können die Entzündung eindämmen und den Genesungsprozess beschleunigen. Parallel sollten physikalische Maßnahmen wie die Eisapplikation (Nutzung von Eis zu therapeutischen Zwecken), die Elektrotherapie oder die Anlage eines Kinesiotapes (selbstklebendes Band, das mit einer speziellen Technik auf die Haut aufgebracht wird) verordnet werden. Sofern eine eingeschränkte Innenrotationsfähigkeit besteht, sollte frühzeitig eine manualtherapeutische Aufdehnung der posterior-inferioren Schulterkapsel erfolgen. Bei einer Skapulafehlpositionierung müssen die skapulaumgebende Muskulatur gezielt trainiert und mittels Techniken zur Schulung des Positions- und Bewegungssinns aufeinander abgestimmt werden. Ein gezieltes muskulo-koordinatives Training ist der Weg zum Erfolg. Die Entscheidung für eine Operation, insbesondere für eine arthroskopische subakromiale Dekompression (Entfernung von Weichteilen und Knochen zur Druckentlastung), wägen wir sehr sorgfältig gemeinsam mit unseren Patienten ab.

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