Behandlung bei O- und X-Bein-Deformität, die Achsenkorrektur des Beines

Beim Genu varum (sogenanntes O-Bein) beziehungsweise Genu valgum (sogenanntes X-Bein) handelt es sich um Deformierungen der Beinachse, die in der Regel angeboren oder im Laufe der Entwicklung entstanden sind. Auch Deformierungen infolge eines Unfalls sind möglich.

Eine Umstellungsosteotomie ist die gezielte inkomplette Durchtrennung eines Knochens zur Korrektur krankhafter Gelenkachsenveränderungen im Rahmen eines operativen Eingriffs. Hierbei ist die innere Fixierung durch eine Metallvorrichtung, in der Regel interne Plattenfixateure, notwendig. Mit dieser Behandlungsmethode möchten wir annähernd eine Krafteinwirkung erreichen - in diesem Fall vorwiegend auf das Kniegelenk -, die der Krafteinwirkung bei einer geraden Beinachse entspricht. Ziel ist es, das Eintreten von Spätfolgen (Knorpelschäden, Arthrose) zu reduzieren beziehungsweise zu verzögern.

Operationstechnik

Computergestütze Operationsplanung zur Beinachsenkorrektur
Computergestützte Operationsplanung zur Beinachsenkorrektur

Eine Möglichkeit zur Korrektur der O-Bein-Stellung ist die sogenannte öffnende hohe Schienbeinosteotomie (Tibiavalgisationsosteotomie). Hierbei wird, nachdem eine computergestützte Planung des Eingriffs erfolgt ist, das Schienbein unterhalb des Kniegelenkes durchtrennt (Osteotomie) und langsam aufgedehnt. Die gewünschte Stellung stabilisieren unsere Chirurgen dann mit einem internen Plattenfixateursystem.

Bei der operativen Therapie der X-Bein-Stellung führen wir häufig die sogenannte suprakondyläre varisierende Umstellungsosteotomie durch. Hierbei wird der Oberschenkelknochen oberhalb des Kniegelenkes durchtrennt und anschließend ebenfalls keilförmig „aufgeklappt“ und fixiert.

Beide Verfahren werden häufig mit einer Kniegelenkarthroskopie (Gelenkspiegelung) zur Diagnostik und zur Therapie von Kniegelenkschäden sowie mit einer Knochenentnahme am Becken kombiniert. Den entnommenen Knochen können unsere Chirurgen zur Auffüllung des Knochenspaltes im Rahmen der Umstellungsoperation nutzen.

Nachbehandlung und Erfolgsaussichten

Aufgrund der hohen Eigenstabilität nach der Stabilisierung mit einem internen Plattenfixateur ist für die Nachbehandlung nur eine komfortable Schiene notwendig. Am Tag nach der Operation kann mit der Mobilisierung und dem Aufstehen begonnen werden. Meist ist die Verwendung von Gehstützen für wenige Wochen sinnvoll, welche eine Teilbelastung des operierten Beines ermöglicht. Eine Materialentfernung wird nach etwa einem Jahr empfohlen.

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