Behandlung bei gelockerter Kniegelenk-Endoprothese und Entzündung

Die Behandlungsergebnisse nach dem Einsatz eines künstlichen Kniegelenkes sind überwiegend gut. Dennoch können nach vielen Jahren Folgen von Verschleißerscheinungen auftreten, welche häufig zu einer Lockerung der Knie-Prothese führen. Wichtig ist in diesen Fällen eine umfangreiche Diagnostik, um die Ursachen der Beschwerden zu ermitteln. Diese Untersuchungen werden in unserer Klinik von sehr erfahrenen Spezialisten vorgenommen.

gelockerte Knie-Endoprothese

Eine gelockerte Knie-Prothese verursacht in vielen Fällen Schmerzen direkt im Kniegelenk. Manchmal kommt es zu Unsicherheiten und eventuell zu Geräuschen beim Gehen aufgrund einer Instabilität des Gelenks sowie gegebenenfalls zu einer zunehmenden Achsabweichung beziehungsweise Fehlstellung (sogenanntes X- oder O-Bein). Mitunter treten aber auch Schmerzen auf, ohne dass es Hinweise auf eine Lockerung der Endoprothese gibt. In diesen Fällen können wir eine Gelenkspiegelung durchführen, bei der wir Gewebe und Gelenkflüssigkeit entnehmen, um Hinweise auf eine eventuell vorliegende Infektion zu erhalten.

Diagnostik und Therapie bei einer Infektion der Kniegelenk-Endoprothese

Sofern bei Ihnen der Verdacht auf eine Protheseninfektion besteht, erfolgt im Vorfeld der Revisionsoperation (des erneuten Eingriffs) die Punktion des Kniegelenks (Entnahme von Flüssigkeit aus dem Gelenk). Ein aussagefähiges Ergebnis nach der Untersuchung im mikrobiologischen Labor ist nach Ablauf von etwa 14 Tagen zu erwarten. Entsprechend dem dann vorliegenden Befund erfolgt im Infektionsfall die individuelle Therapieplanung. Im Normalfall führen wir einen sogenannten zweizeitigen Wechsel durch. Dies bedeutet, dass zunächst ein Prothesenausbau und die vorübergehende Implantation eines antibiotikahaltigen Platzhalters im Kniegelenk erfolgt. Nachdem die Infektion abgeklungen ist, setzen wir in einem zweiten Eingriff die neue Prothese ein.

Ersatz einer gelockerten Knie-Endoprothese

Bei einer gelockerten Endoprothese ist eine Operation (Revision) im Normalfall unumgänglich. Dabei sollte der zeitliche Abstand zwischen dem Erkennen der Lockerung und dem operativen Eingriff so kurz wie möglich gehalten werden. Dadurch kann ein unnötiger Verlust an Knochen oder eine unnötige Weichteilreizung vermieden werden. Zusammen mit unserem Operateur treffen Sie in einem persönlichen Gespräch die für Sie individuell beste Wahl bezüglich der neuen Endoprothese und deren Verankerungsmethode. Ein Wechseleingriff ist ein individuell auf Ihre persönliche Situation zugeschnittenes Behandlungsverfahren, bei dem die große Erfahrung unserer Chirurgen eine wichtige Grundlage für den Behandlungserfolg darstellt.

Nachbehandlung in der Reha

Ziel der postoperativen (nach dem Eingriff erfolgenden) Rehabilitation ist die möglichst schnelle Wiederherstellung Ihrer Gelenkfunktion und Ihrer Gehfähigkeit. Dazu erfolgt im Regelfall die stationäre Weiterbetreuung im Rahmen der Anschlussheilbehandlung (sogenannte Reha oder Kur). Bei besonders aufwendigen Knochenrekonstruktionen oder schlechten Muskelverhältnissen kann es im Einzelfall jedoch sinnvoll sein, die Rehabilitation beziehungsweise Kurmaßnahme erst in einem zeitlichen Abstand durchzuführen und eine moderate ambulante Krankengymnastik voranzustellen. Unser Operateur wird Ihnen dies im Einzelfall genau erklären.

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