Der Charcot-Fuß

Bei der sogenannten Charcot-Erkrankung kommt es zu einer Gelenkbelastung beziehungsweise Gelenkfehlbelastung im Bereich des Fußes. Die Ursache hierfür ist häufig eine neurologische Grunderkrankung, bei der der Patient eine gestörte Schmerzempfindung hat  insbesondere der Diabetes mellitus (die sogenannte Zuckerkrankheit). Bei der Charcot-Erkrankung sind neben den Zehenstrahlen vor allem die Mittelfußknochen und das Sprunggelenk betroffen. Durch die fehlende Schmerzweiterleitung des Nervensystems, vor allem der Füße und der Unterschenkel, kommt es zu einer starken Überbeanspruchung des Fußgewölbes und in der Folge zu ausgeprägtem Gelenkverschleiß, Gelenkzerstörungen und Knochenbrüchen.

Die Ursache und die Entwicklung dieser Krankheit sind bis heute nicht gänzlich geklärt. Vermutet wird jedoch, dass die Betroffenen durch die fehlende Schmerzwahrnehmung mit lokalen Durchblutungsstörungen kleinste Brüche nicht spüren und dass diese durch die mangelnde Blutversorgung nicht ausreichend heilen können. Die Folge sind neben bereits klinisch sichtbaren Fußfehlstellungen, Instabilitäten und nicht mehr belastbaren Gelenken auch Hautveränderungen (sogenannte Ulcera), die nicht heilen und eine lange Behandlung in Gipsverbänden sowie chirurgische Maßnahmen erforderlich machen. In einigen Fällen kann es zu einer Immobilität (stark eingeschränkte Beweglichkeit) kommen.

Gemeinsam mit den Kollegen aus unserer diabetologischen Abteilung versuchen wir, diesen Veränderungen vorzubeugen und zum optimalen Zeitpunkt operativ einzugreifen, um ein Voranschreiten der Erkrankung zu verhindern. Von der interdisziplinären Zusammenarbeit profitieren auch unsere ambulanten Patienten, die sowohl orthopädisch als auch internistisch eine kompetente Versorgung erhalten.

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