Altersepilepsie

Ein epileptischer Anfall ist eine vorübergehende Funktionsstörung des Gehirns aufgrund einer abnormen Synchronisierung der Aktivität von Gruppen von Nervenzellen. Diese Synchronisierung kann auf ein Hirngebiet begrenzt bleiben (fokaler epileptischer Anfall) oder sich über das gesamte Gehirn ausbreiten (generalisierter epileptischer Anfall). Dauert ein epileptischer Anfall länger als 10 Minuten an und hört nicht von allein auf, spricht man von einem Status epilepticus. Von einer Epilepsie spricht man, wenn eine Neigung zu epileptischen Anfällen besteht und wiederholt epileptische Anfälle auftreten.
Die absoluten Zahlen variieren, der Trend ist jedoch eindeutig: je älter die Menschen werden, desto höher ist das Risiko für einen ersten unprovozierten epileptischen Anfall oder die Entwicklung einer Epilepsie.

Ursachen & Symptome

Die häufigsten Ursachen sind Ischämien, intracerebrale Blutungen, neurodegenerative Erkrankungen (z.B. Alzheimer Demenz), Schädel-Hirn-Traumata, Tumoren und Stoffwechselerkrankungen (z.B. Niereninsuffizienz, Natriummangel). Ein epileptischer Anfall kann erst Jahre nach dem Akutereignis auftreten, mitunter zeigt sich in der bildgebenden Untersuchung des Kopfes ein alter Schlaganfall, der vom Patienten nicht bemerkt worden war.Patienten mit Alzheimer Demenz haben 10-mal häufiger epileptische Anfälle als Gesunde gleichen Alters. Häufig werden epileptische Anfälle in höherem Lebensalter nicht erkannt, da sie sehr unspektakulär ablaufen. Seltener als bei jüngeren Epilepsiepatienten  wird ein „großer Krampfanfall“ beobachtet. So bestehen mitunter nur kurze Bewusstseinsstörungen ohne vollständigen Bewusstseinsverlust, wie bewegungsloses Verharren mit starrem Blick mit anschließender Verwirrtheit oder Lähmungen der Extremitäten (sogen. Todd´sche Parese).  Oder es treten Sprachstörungen oder Wesensänderungen auf. Diese Symptome können Tage anhalten und sind von einem Schlaganfall abzugrenzen. Auch muss ein Status nonkonvulsivus (anhaltender epileptischer Anfall) ausgeschlossen werden.

Diagnose & Behandlung

Für die Diagnosestellung ist neben der Bildgebung des Gehirns (CT oder MRT), Elektroencephalografie (EEG) und Laboruntersuchungen die Fremdanamnese von großer Bedeutung. Um Folgeerkrankungen, wie z.B. Stürze und Verletzungen, zu vermeiden, sollte eine medikamentöse antiepileptische Therapie eingeleitet werden, wenn das Risiko weiterer Anfälle hoch ist. Die gilt insbesondere, weil gute Therapiechancen bestehen und ältere Epilepsiepatienten (über 65 J) doppelt so oft anfallsfrei bleiben wie junge (unter 40 J).Mittlerweile stehen gut verträgliche Antiepileptika zur Verfügung, die jeweils individuell unter Berücksichtigung der Begleiterkrankungen und den möglichen Wechselwirkungen mit der bereits bestehenden Vormedikation ausgewählt werden.

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