Wirbelgleiten der LWS

Diese Seite soll Ihnen helfen, sich über die operativen Möglichkeiten bei Wirbelgleiten oder Instabilitäten der Lendenwirbelsäule zu informieren. Das ersetzt natürlich nicht das persönliche Gespräch mit dem Arzt. Fragen Sie uns nach dem Lesen noch gezielt, was Ihnen unklar oder wichtig ist!

Entstehung und Anatomie

Der Verschleiß der Bandscheiben mit zunehmenden Alter hat oft den Höhenverlust des Bandscheibenfaches zur Folge. Die daraus resultierenden Beschwerden, wie Rückenschmerzen, können in vielen Fällen durch konservative Maßnahmen verbessert werden. In besonders ausgeprägten Fällen jedoch, kann der Höhenverlust zu einer Instabilität führen und die Wirbel können gegen einander gleiten. Das sogenannte Wirbelgleiten (Spondylolisthesis) entwickelt sich langsam und über Jahre hinweg. Zunächst stehen Rückenschmerzen im Vordergrund, wenn die Nervenaustrittspunkte des Segments zu sehr eingeengt werden, kommt es auch zu ins Bein ausstrahlende Schmerzen. Die Patienten berichten dabei häufig über eine deutlich verminderte Gehstrecke (Claudicatio spinalis).

Behandlungsmöglichkeiten

Da der mechanische Reiz meist zu stark ist, sind konservative Therapieversuche nur von kurzzeitig wirksam. Somit wird eine Operation notwendig. In diesen Fällen, wie auch in dem hier vorstellten Beispiel ist die Fusion (Versteifung, Spondylodese) des betroffenen Wirbelsäulenabschnitts unter Wiederherstellung der natürlichen Form der Wirbelsäule (sagittale Balance) das Mittel der Wahl. Ziel dieser Operationen ist es, Voraussetzungen zu schaffen, dass die Wirbelkörper stabil verheilen. Eine solide Ruhigstellung mit Schrauben, Stäben oder Platten und anderen speziell geformten Implantaten sowie eine Anlagerung von Knochen oder Knochenersatzmaterial, ermöglicht nach 3 bis 6 Monaten die erwünschte stabile Verknöcherung. Die Notwendigkeit einer solchen Operation muss mit jedem Betroffenen sehr sorgfältig und ausführlich besprochen werden. Die Analyse muss alle Vor- und Nachteile und Risiken sehr individuell für die jeweilige Situation des Betroffenen beleuchten.

Operationstechnik

Mit den modernen Implantaten ist die Operation in den meisten Fällen inklusive Dekompression und Wiederherstellung der sagittalen Balance von hinten möglich. In wenigen Fällen kann auch eine zweite Operation über den Bauch oder von der Seite notwendig sein. Nach dem Hautschnitt in der Mitte der Wirbelsäule über dem zu operierenden Gebiet, erfolgt das Abschieben der Muskulatur und die Darstellung der Wirbelsäule. Dann werden Titanschrauben in die Wirbelkörper eingebracht. Im Anschluss erfolgt die Erweiterung des Spinalkanals, in dem die Wirbelbögen weggenommen werden. Danach bringt man nach Ausräumen der Bandscheibe, kleine Körbchen (Cages) ein, welche mit Knochen gefüllt sind und der knöchernen Durchbauung des Bandscheibenfaches dienen sollen. Zum Schluss werden die Schrauben mit Stäben verbunden, um auch die Stabilisierung von hinten zu gewährleisten. Die Schrauben und Stäbe haben die Aufgabe, die Wirbelsäule so lange ruhig zu stellen, bis der angelagerte Knochen zu einem Zusammenwachsen der Wirbel führt. Erst dann ist eine dauerhafte Versteifung der Wirbelsäule erreicht. Auf eine Metallentfernung kann verzichtet werden.

Nachbehandlung & Patientenmitverantwortung

Der Patient kann am Tag nach der Operation in der Regel aufstehen. Nachdem der Patient selbstständiges Treppensteigen erlernt hat, erfolgt die Entlassung nach Hause nach ca. zehn Tagen. Besonders gute Erfolgsaussichten im Hinblick auf Lebensqualität und Dauerhaftigkeit sind dann gegeben, wenn die Operation auf wenige Bewegungssegmente (= 2 Wirbel) begrenzt werden kann und die Nachbaretagen in biomechanisch gutem Zustand sind. Die Nachbehandlung nach Stabilisierungsoperationen ist zumeist aufwändiger als bei reinen Dekompressionsoperationen, da sowohl die Operation selbst meist invasiver und belastender ist, und weil auf die veränderte biomechanische Situation der stabilisierten Wirbelsäule Rücksicht genommen werden muss. Nach Versteifungsoperationen ist das Tragen einer steifen Orthese für einen Zeitraum von etwa 8 Wochen als Sicherheitsmaßnahme als zusätzliche Ruhigstellung wichtig, um das Implantatlockerungsrisiko in der Frühphase zu verringern. Nach 6 Wochen kommt der Patient zur Röntgenkontrolle in die Sprechstunde, wobei auch eine Anschlussheilbehandlung eingeleitet wird. In dieser kann dann das Korsett abtrainiert werden.

Erfolgsaussichten & Risiken

Risiken

Die Stabilisierung behebt den Wackelschmerz der instabilen Wirbelsäule. Jedoch besteht das Risiko, dass in den folgenden Jahren die Nachbarabschnitte der Wirbelsäule durch Überbelastung ein ähnliches Schicksal erleiden.

Bei etwa 1 % kann es zu einer Wundinfektion kommen, die meist erfolgreich mit einer Wundspülung und Antibiotika behandelt werden. Durch das Setzen der Schrauben kann in <1% der Fälle ein Nerv durch eine Schraube irritiert oder verletzt werden kann. In vielen Fällen erholt sich der Nerv wieder, nur selten kommt es zu einer bleibenden Schwäche des Fußes oder des Beines. Die Angst der Patienten, nach der Operation an der Lendenwirbelsäule im Rollstuhl zu landen ist extremst gering und die Gefahr nahezu ausgeschlossen. Mit den modernen Implantaten wird in 90% der Fälle eine knöcherne Fusion erreicht. Bleibt diese aus kann es zu Stab und Schraubenbrüchen oder Lockerungen kommen, die eine weitere Operation zur Folge haben. Die Gefahr ist bei starken Rauchern sowie schlechter Knochenqualität deutlich erhöht.

Erfolgsaussichten

Bei richtiger Auswahl der Patienten sind mehr als zwei Drittel der Patienten sehr zufrieden nach der Operation. Da die Operation bei schon fortgeschrittenem Verschleiß der Wirbelsäule durchgeführt wird, ist das Ziel den Patienten von mittleren Schmerzwerten von NRS 8 auf 1-2 zu bringen. Die überwiegende Mehrheit der Patienten kommt nach einer Wirbelsäulenversteifung wesentlich besser mit ihren Schmerzen zurecht.

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