Lumbale Spinalkanalstenose

Diese Seite soll Ihnen helfen, sich über die operativen Möglichkeiten bei einer Wirbelkanalenge der Lendenwirbelsäule zu informieren. Das ersetzt natürlich nicht das persönliche Gespräch mit dem Arzt. Fragen Sie uns nach dem Lesen noch gezielt, was Ihnen unklar oder wichtig ist!

Entstehung und Anatomie

Die Lendenwirbelsäule besteht aus 5 Wirbeln, in deren Zwischenräumen sich die Bandscheiben befinden. Durch den aufrechten Gang des Menschen werden die Lendenwirbelsäule im Laufe des Lebens stark belastet. Bei jedem Bücken und Heben, auch beim Sitzen, treten teilweise sehr hohe Belastungswerte im Innern der Bandscheiben auf, insbesondere in den beiden untersten Bandscheiben. Durch die Höhenminderung der Bandscheiben, kommt es mit der Zeit zu einer Degeneration (Spondylarthrose) der Facettengelenke (Zwischenwirbelgelenke) und zu einer Verdickung des gelben Bandes (Ligamentum flavum). Alles drei kann zu einer Einengung des Wirbelkanals führen. Es entwickelt sich beim älteren Menschen eine Wirbelkanaleinengung, welche charakteristisch mit beidseitigen Gesäß- und Beinschmerzen einhergehen, welche nach kurzer Gehstrecke so stark werden, dass die Patienten stehen bleiben muss (Schaufensterkrankheit/Claudicatio spinalis). Entlastet werden Patienten durch eine gebückte Haltung, um den Spinalkanal kurzfristig ein wenig zu erweitern. Nach dem Stehenbleiben oder einer Ruhepause im Sitzen klingen die Schmerzen ab und die Patienten können sich wieder fortbewegen. Bei zunehmender Verengung des Wirbelkanals, kann sich die Gehstrecke auf wenige Meter reduzieren.

Behandlungsmöglichkeiten

Grundsätzlich können sie meisten Spinalkanalstenosen konservativ mit Krankengymnastik oder im weiteren Verlauf mit einer Injektionstherapie behandelt werden. Nehmen die Beschwerden jedoch zu und ist die Lebensqualität schmerzbedingt oder durch die reduzierte Gehstrecke erheblich eingeschränkt, ist eine Operation auch im hohen Alter ratsam.

Operationstechnik

In der Regel wird in Vollnarkose nach Lokalisation der exakten Höhe über einen kleinen Hautschnitt (ca. 3-5 cm) gezielt die Muskulatur in Höhe der betroffenen Etage von der Wirbelsäule abgeschoben. Die eigentliche Operation an der Wirbelsäule erfolgt unter Benutzung eines Operationsmikroskops durch einen kleinen Trichter, der in die präparierte Muskellücke am Rücken eingesetzt wird. Es folgt die Eröffnung des Wirbelkanals, wobei mit einer Mikro-Fräse sparsam Knochen von den Wirbelbögen abgetragen und das dazwischenliegende gelbe Band entfernt wird. Dabei wird darauf geachtet die Stabilität des Gelenks nicht zu gefährden. Treten die Beschwerden beidseitig auf, kann über den Wirbelkanal hinweg in der gleichen Operation auch die Gegenseite erweitert (dekomprimiert) werden.
Durch die Verwendung des Mikroskops können auch kleinste Strukturen an der Wirbelsäule und den Nerven im Wirbelkanal erkannt und geschont werden. Das Risiko von unerwünschten Blutungen oder Verletzungen z. B. der Rückenmarkshaut oder Nerven wird somit minimiert. Die Operation wird meist in Bauchlage und abgesenkten Knien durchgeführt, dadurch kann es in seltenen Fällen nach der Operation zu vorübergehenden Schmerzen im Hüft-/Kniebereich oder aber des Brustkorbes kommen. Wenn Sie eine künstliche Hüfte oder Knie haben, dann wird die Lagerung abgewandelt. In diesen Fällen, bitte den Arzt auch darauf aufmerksam machen.

Nachbehandlung & Patientenmitverantwortung

Die Patienten können bereits am ersten Tag nach der Operation wieder aufstehen. Auch dürfen sie direkt nach der Operation sitzen. Der Aufenthalt dauert etwa 3 – 4 Tage. Die meisten Patienten verspüren bereits direkt nach der Operation eine deutliche Erleichterung in den Beinen, da der Wirbelkanal durch die Operation erweitert ist. Gefühlsstörungen oder gar Lähmungen, die bereits präoperativ bestanden, sind jedoch meist postoperativ noch vorhanden. Der Nerv muss sich erst nach und nach erholen und seine Funktionen wiederaufnehmen.

Neben der Anleitung durch die Krankengymnasten und die Beratung durch den betreuenden Arzt erhalten unsere Patienten nach der Operation eine sogenannte Orthese, d.h. ein Korsett. Diese Orthese sollte in den ersten 6-8 Wochen nach der Operation konsequent getragen werden, sobald der Patient sich aus der liegenden Position erhebt.

Auch ein Muskeltraining zur Stabilisierung der Wirbelsäule und damit der vorgeschädigten Bandscheibe ist wichtig. Hier sollte jedoch in den ersten 3 Monaten darauf geachtet werden, dass die Übungen die operierte Wirbelsäule nicht überfordern und somit negativ wirken. Daher empfehlen wir unseren Patienten, in dieser Zeit ausschließlich die isometrischen Übungen auszuüben, die sie von unseren Krankengymnasten nach der Operation erlernen. Wir sehen Sie 6 Wochen nach der Operation nochmals in der Sprechstunde, wo gegebenenfalls falls notwendig erweiterte Reha-Maßnahmen eingeleitet werden können.

Im weiteren Verlauf empfehlen wir jedem Patienten die Beachtung der Prinzipien der Rückenschule und rückenfreundliche Sportarten, um das Risiko einer weiteren Verschlechterung der vorgeschädigten Wirbelsäule zu minimieren.

Erfolgsaussichten & Risiken

Risiken

Komplikationen sind selten. Bei etwa 1 % kann es zu einer Wundinfektion kommen, die meist erfolgreich mit einer Wundspülung und Antibiotika behandelt werden kann. In wenigen Fällen kann auch ein Bluterguss in der Tiefe auftreten, der dann auf die Nerven drückt und zu Schmerzen führt. Dieser muss in der Regel dann operativ nochmal abgesaugt werden. Manchmal wird auch eine kleine Drainage am Rücken ausgeleitet, über die Wundsekret und Blut abgeleitet werden. Wird bei der Freilegung des Wirbelkanals die Rückenmarkshaut verletzt, tritt Hirnflüssigkeit aus (Liquorleck). Dies wird normalerweise während der Operation erkannt und versorgt, so dass der Patient davon unberührt bleibt, in seltenen Fällen muss der Verschluss in einer zweiten Operation erfolgen. Da eingeengte Nerven befreit werden müssen, können diese bei der Freilegung auch verletzt werden, nur selten kommt es zu einer bleibenden Schwäche des Fußes oder des Beines. In wenigen Fällen kann sich eine Instabilität entwickeln, die eine Fusion der Segmente nötig macht.

Erfolgsaussichten

Bei strenger Auswahl der Patienten für eine Dekompressionsoperation kann in mehr als 90 % der Fälle ein gutes bis sehr gutes Resultat erzielt werden, d. h. die Schmerzen reduzieren sich und die Gehstrecke erweitert sich deutlich. Patienten berichten über eine deutlich verbesserte Lebensqualität. Ein gewisser Rückenschmerz, kann zurückbleiben, mit denen die Patienten jedoch meist gut zurechtkommen.

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