|
Für die Kliniken ist es von existenzieller Bedeutung, dass die Diagnosen und Prozeduren eines medizinischen Falls vollständig und korrekt verschlüsselt werden. Innerhalb der ASKLEPIOS Gruppe wird deshalb auch die Pflege aktiv in den Kodierprozess mit einbezogen. Durch die Kodierung pflegerelevanter Nebendiagnosen kann sie zur korrekten Eingruppierung und leistungsgerechten Erlösfindung beitragen.
Für die jährliche Ermittlung von DRG’s werden die Kosten der Pflege zwar im Rahmen der bundesweiten Kostenkalkulation berücksichtigt, für die Vergütung eines stationären Falls spielen aber nur einzelne Aspekte des tatsächlich erbrachten Pflegeaufwandes eine Rolle. Um vermehrt pflegeeigene Aussagen als Kriterien für die DRG-Gruppierung mit einfließen zu lassen, haben die Asklepios Kliniken, Zentrale Dienste DRG-, Medizin- und Qualitätsmanagement einen Erfassungsbogen entwickelt. Mit ihm kann die Pflege eine Verschlüsselung ausgewählter ICD- Diagnosen und Prozeduren vornehmen und Vorschläge zu relevanten Nebendiagnosen und Prozeduren formulieren, die sie aufgrund ihrer Kompetenz eigenständig einschätzen und durchführen. Der Pflegeaufwand muss stets durch einen Eintrag in der Krankenakte dokumentiert werden.
Laut Gesetz ist zwar der behandelnde Arzt für die Kodierung verantwortlich. Dennoch kann er die Liste der pflegerelevanten Nebendiagnosen als Unterstützung bei der Entlassungskodierung heranziehen. Dies ist deshalb so wichtig, weil die Pflege häufig aus einem anderen Blickwinkel schaut.
Auch wenn sich Pflegephänomene und pflegeauslösende Zustände auf Basis einer medizinischen Klassifikation, wie sie der DRG- Systematik zugrunde liegt, nur rudimentär darstellen lassen, können übersehene Nebendiagnosen zu erheblichen wirtschaftlichen Verlusten führen. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass alle Berufgruppen im Hinblick auf eine vollständige Erfassung zusammenarbeiten. Nur dann sind eine korrekte Abbildung des Falls im System und eine adäquate Vergütung des Aufwands im Krankenhaus zu erreichen. |