 A=innerer Schließmuskel B=äußerer Schließmuskel 1=innere Hämorrhoidalgefäße 2=äußere Hämorrhoidalgefäße
 Darstellung der 4 Stadien eines Hämorrhoidalleidens
 Analvenenthrombose
 Analfissur
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Jeder 2. Einwohner der Bundesrepublik Deutschland leidet unter einer Enddarmerkrankung. Da aber der Enddarmbereich auch heute noch als Tabuzone gilt, scheuen sich viele Patienten mit ihrem behandelden Arzt zu sprechen und ihm ihre Beschwerden offen zu schildern. Eine lange Leidenszeit, unnötige Komplikationen und vermeidbare Spätschäden sind die Folge.
Was sind Hämorrhoiden? Als Hämorrhoiden bezeichnet man das Gefäßpolster im Bereich des unteren Enddarmabschnittes, das zusammen mit der Muskulatur des Schließmuskels für die Enddarmabdichtung (Kontinenz) verantwortlich ist. Ein Hämorrhoidalleiden entsteht, wenn es durch einen Blutstau zu einer übermäßigen Erweiterung dieses Gefäßpolsters kommt.
Was sind die typischen Beschwerden? Häufgste Beschwerden sind Blutauflagerungen auf dem Stuhl oder der Abgang von dunkel oder hellrotem Blut, lästiger Juckreitz, Hautausschläge, Schmerzen und Brennen im Afterbereich oder ein Fremdkörpergefühl im Analkanal. Im Extremfall kommt es zu einem Vorfall des gesamten Mastdarmes mit der Unfähigkeit den Stuhl einzuhalten.
Beachten Sie bitte: Nicht jede Blutung aus dem After ist auf Hämorrhoiden zurückzuführen!
Sprechen sie mit ihrem Arzt. Mit einer heutzutage problemlos durchzuführenden Darmspiegelung (Koloskopie) können andere Blutungsursachen wie Polypen, Endzündungen oder Geschwülste im Dick- und Enddarm ausgeschlossen werden.
Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung? Die Behandlung des Hämorrhoidalleidens ist abhängig vom Schweregrad der Erkrankung. Man unterscheidet vier Stadien. Hämorrhoiden im Stadium 1 und 2 können verödet oder mit einer Gummibandligatur nach Baron behandelt werden. Die Ergebnisse sind gut, eine Operation ist nicht erforderlich. Bei Hämorrhoiden im Stadium 3 liegt ein teilweiser oder totaler Vorfall der Analschleimhaut vor, der zunächst noch zurückgedrückt werden kann. Im Stadium 4 ist dieser Analprolaps fixiert und kann nicht mehr zurückgedrückt werden. Die Therapie der Wahl ist hier die Operation. Bei großen, zirkulären Hämorrhoiden kann die Abtragung mittels Klammernahtgerät (Stapler) erfolgen.
Analvenenthrombosen Bei der fälschlicherweise als "äußere Hämorrhoiden" bezeichneten Analvenenthrombose findet man einen plötzlich aufgetretenen, stark schmerzhaften, derben, bläulichen Knoten am Afterrand. Es handelt sich um ein Blutgerinsel in den oberflächlichen Aftervenen. Diese harmlose aber stark schmerzhafte Erkrankung bildet sich unbehandelt nach einigen Wochen folgenlos zurück. Salben und Sitzbäder lindern die Beschwerden. Werden die Analvenenthrombosen in örtlicher Betäubung oder Narkose entfernt, verschwinden die Beschwerden in ein bis zwei Tagen.
Analfissur - Afterriß - Aftergeschwür Als Analfissur bezeichnet man einen äußerst schmerzhaften Einriß der Analschleimhaut. Die Schmerzen treten plötzlich bei der Stuhlentleerung auf und wiederholen sich bei jedem Stuhlgang. Frische Fissuren können mit Salben und einem sogenannten Analdehner ausgeheilt werden. Bei den längere Zeit bestehenden, chronische Fissuren ist die operative Entfernung des Narbengeschwüres mit Dehnung des Schließmuskels oft der einzige Weg zur völligen Beschwerdefreiheit. |