Im Bereich der Chirurgie wird zurzeit sehr stark die minimal invasive Chirurgie mit all ihren Vorzügen propagiert. Die Radiologie betreibt ähnliche Verfahren bereits seit mehreren Jahrzehnten im Rahmen der interventionellen Radiologie; diese Maßnahme hat sich aus der diagnostischen Angiographie (Gefäßdarstellung) entwickelt. Der angiographisch tätige Radiologe ist geübt, mit Kathetern unter Sichtkontrolle im Körperinneren zu manipulieren.
Charles Dotter, ein Pionier der interventionellen Radiologie, hat bereits Mitte der 60er Jahre die Möglichkeiten dieser Methode erkannt und folgendermaßen beschrieben: "Interventional Radiology is Image-Guided Non-Invasive Surgery"
Während Charles Dotter nur "die Möglichkeiten der Durchleuchtung" zur Verfügung standen, können wir heute als interventionell tätige Radiologen zusätzlich mit großem Erfolg die modernen Schnittbildverfahren, insbesondere die Computertomographie für unser Anliegen einsetzen. Mit den Mitteln der interventionellen Radiologie können Kathetersonden unter örtlicher Betäubung in den Körper eingebracht und entsprechend genutzt werden.
Die häufigsten Maßnahmen im Rahmen der interventionellen Radiologie sind:
- Therapeutische Maßnahmen bei Gefäßverschlüssen (Lyse, Ballondilatation (PTA - Percutane Transluminale Angioplastie), Stent)
- Verschluss von Gefäßen bei Blutungen oder bösartigen Erkrankungen
- Drainage von entzündlichen oder anderen krankhaften Flüssigkeitsansammlungen
- Biopsie zur Gewebsentnahme, Schmerztherapie
Interventionelle Radiologie