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Erst Anfang des 20. Jahrhunderts begann man, den Schlaf wissenschaftlich zu erforschen. 1929 gelang es dem Jenaer Psychiater Hans Berger, die Hirnströme mit Hilfe des EEG (Elektroencephalograph) aufzuzeichnen. Damit war es möglich geworden, den Schlaf zu messen ohne den Schläfer - wie vorher bei der Schlaftiefenmessungen notwendig - immer wieder wecken zu müssen.
Zur Messung von Schlaftiefe und Schlafverlauf werden Ihnen in unserem Schlaflabor verschiedene Elektroden auf die Hautoberfläche von Kopf und Gesicht geklebt:
- EEG-Elektroden zur Messung der Hirnströme
- EOG-Elektroden zur Erfassung der Augenbewegungen und
- EMG-Elektroden zur Messung des Muskelanspannung
Um den Schlaf störende Einflüsse zu erkennen, ist es eigentlich immer notwendig, auch noch weitere Körperfunktionen gleichzeitig mit den oben genannten Schlafparametern aufzuzeichnen.
- EKG-Elektroden registrieren die Herzfunktion
- Bein-EMG-Elektroden melden unbewusste nächtliche Beinzuckungen
- ein Mikrophon erfasst Schnarchgeräusche
- zwei Atemgürtel - um Brust und Leib gelegt - geben - zusammen mit einem unter die Nase geklebten Sensor zur Messung des Atemflussses - Auskunft über die Atemregulation im Schlaf
- ein am Finger angebrachter Lichtsensor misst kontinuierlich den Sauerstoffgehalt des Blutes

Eine solche Nachtableitung mit einer Vielzahl an gemessenen Körperfunktionen nennt man Polysomnographie. Das Anlegen der Elektroden dauert etwa 60 his 90 Minuten.
Nahezu alle Patienten glauben, mit einer solchen Menge an Elektroden und Drähten nicht schlafen zu können. Fast immer geht es jedoch wesentlich besser als zunächst befürchtet. Auch bedeutet das sich lösen einer oder mehrerer Elektroden nicht gleich das völlige Scheitern der Ableitung. Alle von den verschiedenen Sensoren gesammelten Daten werden zunächst einer kleinen im Patientenzimmer stehenden Box zugeleitet. Dort erstmalig bearbeitet werden sie dann über einen Wandstecker im Zimmer des Patienten über eine 40 Meter lange Datenleitung an den Computer im Überwachungsraum des Schlaflabors gesendet. Der Computer speichert die über Nacht anfallenden Signale und unterzieht sie einer ersten Auswertung. Diese erste Auswertung wird immer vom Arzt kontrolliert.
Würde man die nachts anfallenden Informationen auf Papier aufzeichnen - wie wir es in manchen Fällen auch weiterhin tun - und nicht auf einem Speichermedium des Computers, so hätte der 30 cm breite Papierstreifen eine Länge von etwa 300 Metern. Der zur Auswertung erforderliche Zeitaufwand beträgt pro Nachtableitung - je nach Fragestellung - etwa zwei bis drei Stunden. Dies erklärt, warum das vollständige Ergebnis nicht gleich am nächsten Tag erfragbar ist und warum für die aufwendige Ableitung die disziplinierte Mitarbeit des Patienten erforderlich ist. Durch technische Störungen kann es auch dazu kommen, dass eine Ableitung nicht ausreichend gut aufgezeichnet wird und somit wiederholt werden muss.
Der gesamte Schlafablauf kann zusätzlich über eine im Zimmer installierte Infrarot Kamera aufgenommen und auf einem Videorecorder im Überwachungsraum aufgezeichnet werden. Über einen Monitor des Überwachungsraumes ist auch die direkte Beobachtung des Patienten möglich, dessen Schlafkurve zeitgleich auf dem Bildschirm des Computers erscheint.
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