H2 ist das chemische Symbol für molekularen Wasserstoff, der praktisch überall in unserer Umwelt vorkommt. Im Darm tritt eine hohe H2-Konzentration bei verschiedenen Krankheiten auf, die bekannteste ist die Laktoseintoleranz. An diesem Beispiel kann man auch gut das Prinzip des H2-Atemtests erklären:
Normalerweise sorgt das Enzym Laktase, das im Dünndarm bei den meisten Menschen reichlich vorhanden ist, dafür, dass Milchzucker in seine beiden Bestandteile Glukose und Galaktose gespalten wird, die dann beide problemlos aus dem Darm in das Blut zur Weiterverwertung in den Körper gelangen. Fehlt das Enzym Laktase, dann unterbleibt die Spaltung des Milchzuckers; er ist ein zu großes Molekül, um vom Dünndarm in den Kreislauf aufgenommen zu werden und gelangt deshalb ungespalten in den Dickdarm. Hier gibt es viele Bakterien, die den Milchzucker verarbeiten können und dabei viel H2 produzieren. Aus dem Dickdarm gelangt das H2 auf dem Blutwege in die Lunge und schließlich in die Ausatemluft, wo hohe Konzentrationen nach dem Genuss von Milchzucker gefunden werden.
Patienten mit einer Laktoseintoleranz klagen nach dem Verzehr von Milch oder Milchprodukten über Durchfall, Bauchkrämpfe oder Blähungen.
Über ein Mundstück wird Ausatemluft in Plastikspritzen gepustet.

Die H2-Konzentration in den Sammelspritzen wird mit dem Analysegerät gemessen.

Werden diese Zusammenhänge vom Patienten beobachtet, dann lässt sich die vermutete Milchzuckerunverträglichkeit mit Hilfe des H2-Tests sicher nachweisen. Dazu trinkt der Patient zu Beginn der Untersuchung in Füssigkeit gelösten Milchzucker. Vorher und in der Folgezeit bläst der Patient dann alle 30 Minuten seine Ausatemluft in ein Sammelgefäß, in dessen Inhalt dann elektrochemisch die Wasserstoffkonzentration bestimmt wird. Ein starker Anstieg der H2-Konzentration während der Untersuchung sichert die Diagnose. Die Untersuchungsdauer beträgt drei bis vier Stunden. Der Patient muss für diese Untersuchung nüchtern sein und sollte an diesem Tage auch nicht geraucht haben. Für bestimmte Fragestellungen werden statt Milchzucker Glucose oder Laktulose eingesetzt.
Auswerteprotokoll eines H2-Atemtests. Nach dem Trinken einer Milchzuckerlösung kam es zu einem vermehrten Anfall von Wasserstoff in der Ausatemluft. Es liegt eine Laktose-Intoleranz vor.
Weitere Auskunft und Anmeldung: Frau Ebert (Sekretariat Prof. Otte), Tel. 040 18 18-83 1256