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Die beiden Häuser der Kinder- und Jugendlichenabteilung sind umgeben von Rasen, Bäumen und einem Spielplatz. Es stehen Räume für Spiel, Sport, Werken und Freizeit zur Verfügung. Die Kinder- und Jugendlichenabteilung gliedert sich mit ihren 38 Betten in zwei Stationen mit vier offenen Stationseinheiten mit Ein-, Zwei- und Dreibettzimmern. In der Rosenvilla ist die in zwei Gruppen geteilte, gemischte Kinderstation mit insgesamt 16 Betten für Kinder im Alter von 8 - 14/15 Jahren untergebracht. Zum Waldhaus gehören zwei gemischte Stationen mit jeweils 11 Betten für Jugendliche im Alter von 15 bis maximal 20 Jahren. Die medizinisch-psychotherapeutische Versorgung der vier Stationen erfolgt durch Ärzte, Psychologen sowie durch Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten. Die heilpädagogische und sozial-therapeutische Arbeit wird von Pflegekräften, Erzieher/-innen und Sozialarbeitern übernommen. Für den kliniksinternen Schulunterricht sind Lehrerinnen und Lehrer von öffentlichen Göttinger Schulen für den Krankenhausunterricht mit begrenzter Stundenzahl abgeordnet (Sonder-, Haupt-, Real- und Gymnasiallehrer). Indikationsbereich: In der Abteilung werden Kinder und Jugendliche aus Niedersachsen und anderen Teilen der Bundesrepublik mit psychischen und psychosomatischen Erkrankungen, mit Verhaltens-auffälligkeiten, Entwicklungs- und Reifungsstörungen sowie Lern- und Leistungsstörungen aufgenommen. Es handelt sich dabei häufig um Kinder und Jugendliche, bei denen eine Verknüpfung von innerseelischen, familiären und sozialen Problemen vorliegt, die zu erheblichen Einschränkungen im Lebensalltag geführt haben. Kinder und Jugendliche mit einer akuten Psychose, schwerer Verwahrlosung, Sucht oder einer schweren geistigen Behinderung können nicht behandelt werden. Aufnahmevorgang: Zum gegenseitigen Kennenlernen und zur Vorklärung, inwieweit unsere Behandlungsmöglichkeiten der Problematik des Kindes bzw. des Jugendlichen und deren Lebensumstände gerecht werden können, ist ein ambulanter Untersuchungstermin zusammen mit den Eltern oder den Erziehungsberechtigten erforderlich. Die Anmeldung für einen solchen Termin sollte über die Institutsambulanz erfolgen, die Sie telefonisch über die Zentrale unter der Rufnummer: 0551/50050 erreichen können. Für Ihre Fragen und Beratung stehen Ihnen die Mitarbeiter unserer Institutsambulanz gerne zur Verfügung. Die Krankenhausaufnahme bedarf einer ärztlichen Einweisung. Eine Kostenübernahme-Erklärung Ihrer Krankenkasse sollte zum Aufnahmetermin ebenfalls vorliegen. Das Behandlungskonzept: So weit erforderlich, wird bei stationärer Aufnahme eine umfassende medizinische, kinderpsychiatrische und neurologische Diagnostik, eine psychologische Lern- und Leistungsdiagnostik, eine sensomotorische Diagnostik sowie eine diagnostische Untersuchung des familiären und aktuellen sozialen Bezugssystems durchgeführt. Darüber hinaus erfolgt eine ausführliche psychoanalytisch-orientierte Diagnostik der bislang erreichten Persönlichkeits-entwicklung. Die Gesamtdiagnostik fließt in den mehrdimensional konzipierten Gesamt-behandlungsplan ein, der auf vier tragenden Säulen steht: ärztlich-psychotherapeutischer Bereich mit analytisch-tiefenpsychologisch orientierter Einzel- und Gruppentherapie; pädagogischer Bereich mit gezielten heilpädagogischen und verhaltensmodifizierenden Maßnahmen einzeln und in Gruppen; sozialtherapeutischer Bereich mit dem Ziel der schulischen und beruflichen Reintegration; familientherapeutischer Bereich zur Integration spezieller Reifungs- und Entwicklungsbedingungen der Kinder und Jugendlichen in das familiäre Zusammenleben. In der Einzeltherapie werden die analytisch orientierte Spiel- und Gesprächspsychotherapie mit verschiedenen methodischen Modifikationen angeboten, an Gruppen, je nach Alters- und Entwicklungsstufe, die analytisch orientierte Spielgruppe, die analytisch orientierte Gruppe mit Rollenspielelementen und die analytisch orientierte Gesprächsgruppe für Jugendliche. Grundsätzlich werden die Familien unserer Patienten in zwei- bis vierwöchigen Abständen in Form von Elterngruppen, beratenden oder konfliktzentrierten Familiengesprächen bzw. -therapie in die klinische Behandlung einbezogen. Der sog. Realraum gliedert sich in den pädagogischen und den sozialtherapeutischen Bereich. Im pädagogischen Bereich wird von Seiten der Erzieher mit gezielten heilpädagogischen und verhaltensmodifikatorischen Einzelmaßnahmen gearbeitet (z. B. Angsttraining, lebenspraktisches Training). Beratung und konkrete Hilfen zur Bewältigung und Strukturierung des Alltags, Angebote eines sozialen Übungs- und Trainingsfeldes und pädagogische Gruppenarbeit (z. B. Werkgruppe, Hörspielgruppe usw.) dienen dazu, den Kindern bzw. Jugendlichen zur Bewältigung ihrer krankheitsspezifischen Lern- und Entwicklungsdefizite zu verhelfen. Sie dienen weiter der Entwicklung sozialer Kompetenz sowie altersspezifischer Interessen und Umgangsformen. Die sozialtherapeutische Arbeit ist darauf ausgerichtet, dem Kind bzw. Jugendlichen mit Hilfe eines gestuften sozialtherapeutischen Angebotes den Weg zurück in Schule bzw. Beruf zu ermöglichen. Nach schulvorbereitenden Aktivitäten (z. B. Beschäftigungstherapie, Frühgruppe) finden im Rahmen der sog. Kliniksklasse Einzelunterricht , Kleingruppen- und Gruppenunterricht statt, mit dem Ziel, Kindern und Jugendlichen, die z. T. über viele Monate hinweg keine Schule besucht haben oder schulisch gescheitert sind, an die Schularbeit wieder heranzuführen. Eine Schulpsychologin widmet sich speziell diesem Bereich. Sie hat zur Aufgabe, sich gezielt der Arbeits- und Lernbeeinträchtigung der Schüler mit entsprechender psychologischer Diagnostik, der Ausarbeitung gestufter therapeutischer Lernprogramme und der Legasthenietherapie anzunehmen. Nach Verbesserung der Lern- und Leistungssituation der jungen Patienten erfolgen Schulbelastungsversuche in öffentlichen Schulen in Göttingen mit dem Ziel der schulischen Reintegration. Zur Arbeitsbefähigung, Berufsfindung und Integration in das Arbeitsfeld werden gestufte Arbeitsbelastungsversuche durchgeführt. In weiteren Therapieformen, etwa der körperbezogenen Einzel- und Gruppentherapie (sensorische Integrationsbehandlung, konzentrative Bewegungstherapie, Körperwahr-nehmung, Autogenes Training, progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen u.a.), Ergo- und Gestaltungstherapie (Modellieren, Werken u.a.) und der physikalischen Therapie (verschiedene Formen der Massage und medizinische Bäder) finden die Reifungs- und Entwicklungsprozesse der Kinder und Jugendlichen auf körperlicher, geistiger und seelischer Ebene besondere Berücksichtigung. Manchmal ist eine medikamentöse Behandlung zur Unterstützung des Therapieprozesses erforderlich und erfolgt in Absprache mit unseren Patienten und ihren Eltern bzw. Erziehungsberechtigten. Die Behandlungsdauer: Erfahrungsgemäß beläuft sich die Dauer der Behandlung von Kindern und Jugendlichen auf durchschnittlich 6 - 8 Monate. Darüber hinaus können nach Absprache aber auch gesonderte Behandlungsarrangements von kürzerer Dauer in Form von Probeaufnahmen, diagnostischen Abklärungen mit anschließender Behandlungsempfehlung oder Intervall-Behandlungen angeboten werden. |
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