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Paar- und Familientherapie


Paar- und Familiengespräche können ein wichtiger Bestandteil der Therapie sein. So kann es schon vor der stationären Behandlung Probleme in der Familie oder mit dem Partner gegeben haben, die im häuslichen Umfeld nicht mehr zu klären waren. Mit familien- bzw. paartherapeutischer Unterstützung können diese Schwierigkeiten gemeinsam mit allen Beteiligten besprochen und nach einer Lösung gesucht werden.
 
In manchen Fällen können die Familienbindungen so intensiv sein, dass eine möglicherweise anstehende Ablösung und Verselbstständigung sehr schwer fällt. Wie viel Nähe und Abstand zur Familie gut ist, kann in solchen Fällen in Familiengesprächen geklärt werden.
 
Die Erkrankung eines Familienmitgliedes kann viel Unverständnis bei den Angehörigen hervorrufen und führt dann oft zu Schwierigkeiten im Umgang miteinander. Familiengespräche können dabei helfen, Umstände und Hintergründe zu verstehen und einen geeigneten Umgang mit der Erkrankung zu finden.
 
Auch kann das Lebensumfeld an der Entstehung und Aufrechterhaltung von Symptomen beteiligt sein. Deshalb kann die Einbeziehung der Familie oder des Lebenspartners in die Therapie zur Krankheitsbewältigung beitragen.
 
Veränderungen, die in der stationären Behandlung erreicht werden, sind nach der Entlassung oft nicht einfach zu erhalten, wenn sich das Lebensumfeld nicht verändert hat. Die Rückkehr kann durch vorher gemeinsam geführte Gespräche über neue Möglichkeiten des Umgangs und der Zukunftsgestaltung, die die gesamte Familie oder die Partnerschaft betrifft, erleichtert werden.
 
Die Paar- und Familiengespräche werden von Familientherapeuten gemeinsam mit dem behandelnden Stationstherapeuten geführt, um einen Blick auf die Probleme aller Beteiligten zur Verfügung zu stellen. Wir verbinden hier ein systemisches Modell mit einem psychodynamischen Krankheits- und Therapiekonzept, das auf die Bedingungen der stationären Behandlung abgestimmt ist. Dazu beziehen wir sowohl die innerseelischen Schwierigkeiten des Einzelnen, seine biographischen Hintergründe als auch die gegenwärtigen Bezugspersonen, die unter Umständen an der Problematik mitbeteiligt sind, in die Gespräche mit ein. Während der stationären Behandlung können ein bis drei Familiensitzungen durchgeführt werden. Sie dauern einschließlich einer 15-minütigen Pause in der Regel 1,5 Stunden und bieten allen Beteiligten die Möglichkeit, bestehende Schwierigkeiten aus ihrer Perspektive zu schildern.
 
 
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