|
Stadtroda (Ka/OTZ). Gestern fand bereits die 9. Tagung zu Themen der Forensischen Psychiatrie im Asklepios Fachklinikum Stadtroda statt. Seit 1997 trifft sich ein breiter Teilnehmerkreis aus Pflegepersonal, Therapeuten, Psychiatern und Betreuern. Das Fortbildungsangebot ist für all jene ausgerichtet, die an der Sicherung, Therapie und Rehabilitation von Maßregelvollzugspatienten beteiligt sind. Ziel ist es u. a., die Kooperation regionaler Einrichtungen in diesem Bereich weiter voranzubringen. Die gestrige Weiterbildung widmete sich dem Thema „Geistige Behinderung und Delinquenz (Straffälligkeit)". Der Anteil der geistig behinderten straffälligen Patienten beträgt im Stadtrodaer Maßregelvollzug 38 Prozent. Das Spektrum der Delinquenz dieser Patienten ist ähnlich dem derer ohne geistige Behinderung wenn auch mit gewissen Besonderheiten infolge der geistigen Defizite. Im Rahmen einer Spezialstation widmet sich das Stadtrodaer Klinikum seit geraumer Zeit der Behandlung dieser Patientengruppe. Hierbei zeigte sich deutlich, dass sowohl eine erfolgreiche Behandlung wie auch Rehabilitation besondere Erfordernisse an die Klinik und die Nachsorgeeinrichtungen stellen. Die bisher gesammelten Erfahrungen waren gleichfalls Inhalt der Weiterbildung. |
Dr. Udo Kraft, ehemaliger Leiter der Abteilung für berufliche Rehabilitation am Landesfach-krankenhaus Stadtroda, gewährte nach der Begrüßung der rund 200 Teilnehmer einen Einblick in die Geschichte der Rehabilitation in der Stadtrodaer Krankenhauspsychiatrie. Gegründet wurde diese im Jahr 1973. Sie widmete sich der beruflichen Ausbildung von geistig behinderten Menschen. Neben Therapeuten und Ärzten der Forensischen Klinik konnte auch der ehemalige Ärztliche Direktor des Klinikums, Dr. Hans Amlacher, der seit einigen Jahren als privater Fachgutachter eine Praxis in Gera betreibt, als Redner begrüßt werden. In einem sehr ansprechenden Vortrag Erfordernis widmete er sich dem Zusammenhang von Straffälligkeit und minderer Intelligenz. Die Veranstaltung endete in verschiedenen, gut besuchten Workshops. Auch die diesjährige Weiterbildungsveranstaltung fand regen Zuspruch und durchweg positive Resonanzen, so dass sich alle Beteiligten auf eine neue Folge im nächsten Jahr schon freuen.
|