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Stadtroda (OTZ/Frindert). Für Thomas Kretschmer ist es ein Heimspiel. Mit „Holzstücke" bestreitet der freiberufliche Holzbildhauer aus Tegau die 29. Ausstellung in der Reihe „Kunst im Asklepios Fachklinikum", die am Donnerstag eröffnet wurde und bis zum 27. Juli in der Physiotherapie zu sehen ist. Hier geht der 53-Jährige, der seinen künstlerischen Weg autodidaktisch fand, ein und aus. Denn seit einigen Jahren gibt er Patienten therapeutische Hilfestellung, indem er sie befähigt, ihre „Lebenszeichen" ins Holz zu meißeln. So lautete der Titel eines Projektes, das Thomas Kretzschmer mit Patienten der Forensischen Abteilung realisierte. |
Die öffentliche Präsentation im Frühjahr 2005 erregte Aufmerksamkeit. Jetzt gibt der erfolgreiche Mentor mit seinen „Holzstücken" eigene Lebenszeichen preis. Die Leidenschaft für Holzklötzer aller Art und die Lust, ihnen mit dem Schnitzmesser Formen und Figuren zu entlocken, entfachte die Großmutter, als sie dem 16-Jährigen einst ein solches Werk schenkte. Das hat ihn in seinem Leben immer begleitet, das kein leichtes war. Davon erzählten dem Publikum der Vernissage Heike Eichhorn und Sandy Seelmann. Die beiden Patientinnen stellten den Künstler vor, der wegen seines Widerstandes gegen das DDR-Regime „überall |
rausflog", einen richtigen Beruf nie gelernt hat. Bevor er sich 1992 ganz der Holzbildhauerei widmete war er Krankenpfleger, Theologie-student, Bausoldat, Betriebshandwerker und zwischendurch wiederholt politischer Häftling.
Diese Biografie ist zweifellos verantwortlich für eine Haltung, die das künstlerische wie das mitmenschliche Wirken des vierfachen Vaters prägt: Respekt vor Mensch und Natur. Die Ausstellung, nach dem Umbau der Lichthalle räumlich begrenzt, ist eine Beispielsammlung aus mittlerweile umfangreichem Schaffen. Und in dieser akzentuierten Form sehenswert. |