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OTZ vom 26.05.2007

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Thomas Kretschmer während der Ausstellungseröffnung im Gespräch mit Besuchern. (Foto: OTZ/Andreas Schott)

Dem Holzklotz Leben entlocken

Holzbildhauer Thomas Kretschmer stellt im Asklepios-Fachklinikum aus

Stadtroda (OTZ/Frindert). Für Thomas Kretschmer ist es ein Heimspiel. Mit „Holzstücke" be­streitet der freiberufliche Holz­bildhauer aus Tegau die 29. Aus­stellung in der Reihe „Kunst im Asklepios Fachklinikum", die am Donnerstag eröffnet wurde und bis zum 27. Juli in der Physiotherapie zu sehen ist.
Hier geht der 53-Jährige, der seinen künstlerischen Weg auto­didaktisch fand, ein und aus. Denn seit einigen Jahren gibt er Patienten therapeutische Hilfe­stellung, indem er sie befähigt, ihre „Lebenszeichen" ins Holz zu meißeln. So lautete der Titel ei­nes Projektes, das Thomas Kretzschmer mit Patienten der Forensischen Abteilung reali­sierte.
Die öffentliche Präsentati­on im Frühjahr 2005 erregte Auf­merksamkeit. Jetzt gibt der erfolgreiche Men­tor mit seinen „Holzstücken" eigene Lebenszeichen preis. Die Leidenschaft für Holzklötzer al­ler Art und die Lust, ihnen mit dem Schnitzmesser Formen und Figuren zu entlocken, entfachte die Großmutter, als sie dem 16-Jährigen einst ein solches Werk schenkte.
Das hat ihn in seinem Leben immer begleitet, das kein leichtes war. Davon erzählten dem Publi­kum der Vernissage Heike Eich­horn und Sandy Seelmann. Die beiden Patientinnen stellten den Künstler vor, der wegen seines Widerstandes gegen das DDR-Re­gime „überall
rausflog", einen richtigen Beruf nie gelernt hat. Bevor er sich 1992 ganz der Holz­bildhauerei widmete war er Krankenpfleger,  Theologie-stu­dent, Bausoldat, Betriebshand­werker und zwischendurch wie­derholt politischer Häftling.
Diese Biografie ist zweifellos verantwortlich für eine Haltung, die das künstlerische wie das mitmenschliche Wirken des vier­fachen Vaters prägt: Respekt vor Mensch und Natur.
Die Ausstellung, nach dem Umbau der Lichthalle räumlich begrenzt, ist eine Beispielsamm­lung aus mittlerweile umfangrei­chem Schaffen. Und in dieser ak­zentuierten Form sehenswert.
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