Von OTZ-Redakteur Axel Ukena Stadtroda. Ein neues Projekt soll dieses Jahr starten, welches die ärztliche Beobachtung von Parkinsonpatienten in den Vordergrund rückt. Per Video wird Alltagsverhalten übertragen, welches Aufschlüsse gibt. „Anhand der Ferndiagnose kann die Einstellung der Medikation überprüft werden", verweist Dr. Udo Polzer, Ärztlicher Direktor des Asklepios Klinikums Stadtroda, auf eine wesentliche Neuerung, welche gemeinsam mit den Krankenkassen greifen soll. Die Beobachtung werde einen Zeitraum von einem Monat umfassen. Dieses Vorhaben wird im Rahmen der Parkinsonwoche näher beleuchtet. Seit gestern läuft in Stadtroda wieder die Parkinsonwoche. Es ist die 16. derartige Veranstaltung, und sie vereint neben Medizinern, ebenso Patienten und Angehörige, Vertreter von Selbsthilfegruppen und Verbänden. Insgesamt 160 Meldungen lagen bis gestern für die dreitägige Veranstaltung vor. |
Dr. Sigrun Bever, Referentin im Thüringer Gesundheitsministerium, überbrachte Grußworte von Minister Klaus Zeh (CDU), der wiederum die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen hat. Sie hob dabei das Engagement der Selbsthilfegruppen heraus und bestärkte sie, mehr auf ihre Belange aufmerksam zu machen. Seitens des Landes gebe es auch 2007 Fördergelder für die Arbeit der Gruppen und des Verbandes. Bis Freitag stehen vielfältige Fragen rund um Morbus Parkinson im Vordergrund. „Insbesondere geht es um psychische Veränderungen bei Patienten, um Konzentrationsschwächen und Gedächtnisstörungen. Die Vorgänge dazu wollen wir näher erläutern", nennt Dr. Polzer einen Schwerpunkt. Ein weiterer - und darüber referierte er eingangs der gestrigen Tagung im Felsenkellersaal des Klinikums - dreht sich um die Rücknahme zweier Medikamente, welche als Nebenwirkung die Herzklappenfunktion stören. |
Eingebettet sind Vorträge in Therapieprogramme, aber auch in ein Rahmenprogramm. Letzteres führt die Teilnehmer heute auf die Buga nach Gera und Ronneburg. Ersteres lud gestern Nachmittag u.a. zu einer Tanztherapie. „Tanz und Bewegung stabilisieren das Gedächtnis und die motorischen Fähigkeiten. Wir nutzen das, um geistige Fähigkeiten zu trainieren", so Dr. Polzer. Des Weiteren konnte künstlerisch gestaltet werden, fand eine psychologische Gesprächsrunde und ein Kurs Logopädie statt. Abgerundet werden die Vorträge zu interessierenden Fragen der Betroffenen wie Schluckproblernen, Störungen der Blasenfunktion und Potenzstörungen, ebenso zu Schwindel- und Schwitzanfällen sowie die Fahrtauglichkeit unter Berücksichtigung der Erkrankung. |