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Stadtroda (OTZ/Frindert).
Lichtbildkunst wird derzeit in der lichtdurchfluteten Halle der Physiotherapie des Asklepios Fachklinikums gezeigt. Mit Jürgen Witzlack und Andre Wegel aus Geraberg zeigen zwei Ama-teurfotografen ihre Kunst, die sie mit bemerkenswerter Professio-nalität betreiben. Sie haben sich die Ausstel-lungsstätte geteilt. „Schatten-flüstern" nennt Jürgen Witzlack seine Exposition im unteren Raum. Er hat sie mit lyrischen Texten von Nicole Kürschner, Walther von der Vogelweide und aus der eigenen Feder versehen.
„Blickfang" sind die Arbeiten von Andre Wegel überschrieben, die im oberen Bereich gezeigt wer-den. Er widmet sich der Makro-fotografie. Die Vernissage am Donnerstag geriet mit Musik und Rezitation als leise, poesievolle. Veranstal-tung zu einer wunderbaren Ein-stimmung auf die Bilder, die von Stille geprägt sind und dennoch beredte Momente widergeben. Das gilt für beide Stilrichtungen. Das vermittelt Ehrfurcht vor Krea-tur und Pflanzenwelt. |
Ehrfurcht vor seiner Fotokunst bekundet sein Freund Jürgen Witzlack. „Nur wer sich fototechnisch etwas auskennt, vermag die Leistung einzuschät-zen, die hinter so einer Aufnah-me steht. Man muss einen langen Atem haben und einen eigens geschulten Blick", preist er an, was der 40-jährige, digital fotografierende Elektromeister Wegel vielsagend mit Einsam-keit, Zweisamkeit, Durst und Hunger betitelt. Traumhaft ent-fremdet, wie das Gemälde einer Kathedrale hielt er einen Baum-kronenhimmel für die Ewigkeit fest. Für den 52 Jahre alten Diplom-ingenieur Jürgen Witzlack ist nicht entscheidend, ob die Kamera analog oder digital arbeitet. Er hat den Moment, in dem nach dem Blick durch den Sucher auf den Auslöser ge-drückt wird, als den ent-scheidenden ausgemacht.. „Was danach kommt, ist Schall-und Rauch", sagt er und wünscht dem Betrachter seiner Arbeiten „Schauvergnügen mit flüstern-den Bildern". den Texten weist den Weg. |
Die sind schattig, die Dinge darin nur vom Lichthauch erhellt. Die Korrespondenz mit Wald-Autobahn zum Beispiel. Die Trennung des Wortes in Einheit mit dem Bild, Blechlawine auf Betonpiste, macht das schaurige Paradoxon klar. Mit kritischem Blick durch den Sucher vollzieht Jürgen Witzlack seine Motivwahl. So hat er den Ilmenauer Linden ein Denkmal gesetzt, die „stadt-planerischer Weitsicht" zum Opfer gefallen sind. Und auch das ist dokumentiert: Die Bäume leben weiter, dank des künstlerischen Engagements von Franziska Uhl, die Skulpturen daraus machte. In seiner steten Auseinander-setzung um den Sinn des Foto-grafierens kam der Fotokünstler um den Touristen nicht herum. „Fünf Städte pauschal", fünfmal „kommt - knipst - geht" lautet die künstlerische Antwort Die Dichterin Nicole Kürschner war auf der Vernissage als Musikerin zu erleben. Die 25-Jährige Konzertgitarristin, die vor dem Abschluss ihres Studiums an der Musikhochschule Weimar steht, begeisterte mit meister-licher Leistung.
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