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OTZ vom 06.03.2006

Neue Medikamente im Symposium auf Prüfstand

Asklepios-Klinikum wieder Fortbildungsort

Stadtroda (OTZ/Frindert). Sie haben weniger Nebenwirkungen und sind besser verträglich, die modernen Medikamente, die bei der Behandlung psychiatrischer Erkrankungen eingesetzt werden. Aber sie sind auch teurer. Und so war der Kostendruck im Gesundheitswesen durchaus auch Hintergrund der Fortbildungsveranstaltung, zu der sich Klinikärzte, niedergelassene Ärzte, Kranken-schwestern und Pflegekräfte aus ganz Thüringen am Sonnabend im Asklepios-Fachklinikum Stadt-roda trafen.

Es ging darum, an Hand von Erfahrungen medizinisch begründete Vorteile der neuen Neuroleptika gegenüber den konventionellen Mitteln auszuloten. "Es gilt, verantwortungsvoll zu prüfen, ob und in welchen Fällen die neuen Mitteln wirklich besser sind", verweist der Ärtzliche Direktor Dr. Udo Polzer auf drei Anwendungsgebiete, die durchweg von sehr differenzierten Krankheitsbildern gekenn-zeichnet sind. Schwerpunkt sei die Schizophrenie als große Erkrankungsgruppe. Hier krankheits-bedingte Symptome wie Halluzinationen, Getrieben-sein, Unruhen, Wahn oder Aggression so zu beeinflussen, dass stationäre Aufenthalt verkürzt und die Reintegrationen der Patienten zum Beispiel in ihre Familien möglich werden, sei das Ziel. Dass es sich um chronische, in Mehrheit unheilbare Erkrankungen handelt, bedeute eine Heraus-forderung für die Mediziner.

 Ob sich klassische Behandlungsmethoden aus diesem Bereich auch in der Forensik bewähren, man damit auch Persönlichkeitsstörungen und Verhaltensstörungen bei geistiger Behinderung erfolgreich behandeln kann, war eine zweite, spannende Frage, gerade für die Spezialisten der Gastgeberklinik. Schließlich erfährt die Forensische Psychiatrie hier mit dem Neubau des Maßregelvollzugs für psychisch kranke Straftäter gerade eine grundlegende Modern-isierung. Noch gebe es wenig Forschung für dieses Anwendungsgebiet und auch wenig dokumentierte Erfahrung, war von Dr. Joachim Witzel zu erfahren. Der Chefarzt der Foren-sischen Psychiatrie im Landeskrankenhaus Uchtspringe vermittelte Erfahrungen aus seinem Haus, das über 300 Patienten betreut.

Die Gerontopsychiatrie war der dritte Schwerpunkt des Symposiums. "Er wird an Bedeutung gewinnen", ist sich Dr. Polzer sicher, denn: "wir werden immer älter und damit nehmen nicht nur organische sondern auch psychische Erkrankungen wie Demenz zu". Es gelte, nicht nur Schizophrenen, die natürlich ebenfalls älter werden als früher, sondern auch altersbedingt Dementen durch den medizinisch begründeten, gezielten Einsatz von konventionellen wie den so genannten "atypischen" Neuroleptika Hilfen zu erschließen.
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