Von OTZ-Redakteur Marius Koity Pößneck. In Pößneck öffnete ein weiteres Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) seine Pforten. Es ist die erste Betriebsstätte der zu diesem Zweck gegründeten Asklepios MVZ Thüringen GmbH, die wiederum eine Tochtergesellschaft der Asklepios Fachklinikum Stadtroda GmbH ist. Die ersten Patienten wurden am Mittwoch empfangen und gestern wurden die Räume in einem Gebäude der Volkssolidarität in der Kurzackerstraße 12 mit einer Feier eingeweiht. In dem MVZ mit über 400 Quadratmetern praktizieren drei Mediziner. Eine nervenärztliche Praxis besetzt Dr. Renate Renner, Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie, und als hausärztliche Internistin wirkt Dr. Sybille Redlich, Fachärztin für Innere Medizin. Dritter im Bunde ist Dipl.-Med. Achim Bittersmann, der für die Psychiatrische Institutsambulanz in dem Haus zutändig ist. Diese Ambulanz, hieß es, ist eine Abteilung des Fachklinikums aus Stadtroda und ergänzt das Angebot der Tagesklinik für Psychiatrie, die Asklepios im Mai in der Pößnecker Marienstraße 12 eröffnet hatte.Die Ärzte im MVZ kommen vom Fachklinikum aus Stadtroda und Dr. Udo Polzer, Ärztlicher Direktor
|
dieses Fachklinikums, stellte sie als „sehr qualifiziert" vor.
Wir schließen eine Versorgungslücke im Saale-Orla-Kreis.
Jens Betker, Geschäfts-führer der Asklepios Fach-klinikum Stadtroda GmbH
Den Ärzten stehen fünf Mitarbeiterinnen zur Seite, weitere Kräfte könnten noch hinzukommen, gab Jens Betker, Geschäftsführer der Asklepios Fachklinikum Stadtroda GmbH, zu verstehen. Er schließt einen „Ausbau" des Standortes nicht aus, in den - Schätzungen zufolge - etwa 250 000 Euro investiert wurden.Die Asklepios-Kliniken nehmen mit den zwei binnen kurzer Zeit eröffneten Standorten in Pößneck im psychiatrischen Bereich offensichtlich den Wettbewerb mit den Thüringen-Kliniken auf. Jens Betker erläuterte, dass in Gesprächen mit dem Sozialpsychiatrischen Dienst des Saale-Orla-Kreises und mit niedergelassenen Ärzten sowie bei der Beobachtung des Marktes „deutliche Versorgungslücken" im ambulanten psychiatrischen und neurologischen Bereich festgestellt worden seien. Mit dem „kompakten Angebot unter einem Dach" in Pößneck-Ost sollen diese Lücken geschlossen werden. Patienten könnten jetzt von kürzeren Wartezeiten ausgehen. Auch der „große Bedarf" auf dem Gebiet der Kinder- |
und Jugendpsychiatrie könne jetzt besser gedeckt werden. Ferner sollen „umfassende Strukturen" in der ambulanten Versorgung altersdementer Patienten aufgebaut werden, „leider ein Wachstumsbereich", wie Helmut Weißbrich, Geschäftsführer der Volkssolidarität Pößneck, sagte. Das MVZ sei „sehr kurzfristig" eingerichtet worden, hieß es. Die Volkssolidarität sei nicht zuletzt politischen Bemühungen in dieser Sache nachgekommen. Die früheren Räume des Hortes und des Teeny-Treffs in Pößneck-Ost seien für das MVZ innerhalb von sechs Wochen umgebaut worden. Hort und Teeny-Treff befinden sich jetzt im Obergeschoss des zweigeschossigen Gebäudes. Beim Rundgang durch das MVZ schätzten niedergelassene Ärzte die medizinische Ausstattung des Hauses anerkennend, aber auch etwas wehmütig als „top" ein. Sämtliche Geräte seien neu, bestätigte Jens Betker. Ansonsten fielen die künstlerisch anspruchsvollen Malereien in den Fluren und in den etwa fünfzehn Behandlungsräumen auf. Wie zu hören war, habe eine Galeristin eigens für dieses MVZ ein künstlerisches Konzept entwickelt und entsprechend 30 Bilder mehrerer Künstler ausgewählt. |