Von OTZ-Redakteur Axel Ukena
Stadtroda. Der Akt war eigentlich nur noch Formsache, die Vorbereitung dafür dauerte allerdings zweieinhalb Jahre.
Zur gestrigen Betriebs-versammlung unterzeichneten im Felsenkellersaal des Asklepios Fachklinikums Stadtroda die beiden Verhandlungsführer Gerda Kanzleiter (verdi) und Dieter Brenneis, Leiter der Zentralen Dienste - Arbeits- und Tarifrecht - der Asklepios-Gruppe, einen neuen Haustarifvertrag für die hier 550 Beschäftigten.
"Ich glaube, wir haben damit einen Kompromiss für beide Seiten gefunden, der akzeptabel ist. Wichtig war für uns, aus dem starren BAT-Ost herauszukommen", so Verhandlungsführerin Gerda Kanzleiter.
Sie sprach von einem modernen Vertrag, welcher damit gelungen sei. "Er ist dynamisch und damit auch weiterentwickelbar." Der neue Vertrag enthält Gehaltserhöhungen und ist variabel bei Sonderzahlungen. |
"Das Weihnachtsgeld setzt sich aus einem Fixbetrag sowie je nach Betriebserfolg dem Einschnitte betreffen den Servicebereich wie Küche, Reinigung, Hol- und Bringe-dienst, Telefondienst. Hier habe man sich den allgemeinen Bedingungen angepasst, werde ein Abschmelzen der Gehälter künftig nicht ausbleiben.
"Wir bleiben aber weiter über der tariflichen Grenze", betonten dazu alle Seiten, dass man der sozialen Verantwortung gegen-über den hier Beschäftigten Rechnung trage. Und: Man wolle keine fremde Bewirt-schaftung, sprach Volker Thesing, Regionalgeschäfts-führer Ost und einer der Wegbereiter des Vertrages, dazu. "Wir wollen, dass das auch in Zukunft so bleibt." Gelungen sei, dass die Mitarbeiter in diesem Bereich nicht dem Outscoring zum Opfer fallen. Ein Bestands-schutz ist zunächst für sechs Jahre vereinbart. Die gehalt-liche Schere gehe allerdings jetzt weiter auseinander, so Gerda Kanzleiter abschließend.
Dieter Brenneis befürwortete haustarifliche Verträge und begründet. |
"Die Standorte sind unterschiedlich und es herrschen andere Voraus-setzungen." Es sei ein Vertrag entstanden, der sich sehen lassen kann, worin Argumente von beiden Seiten einflossen, würdigte der Verhandlungsführer der Asklepios-Gruppe.
"Dass jetzt Arbeiter und Angestellte gleichgestellt sind, war ein wichtiges Ziel in diesem Vertrag", stellte Jens Betker, Geschäftsführer des Klinikums in Stadtroda, gegenüber OTZ heraus. Alles andere sei nicht mehr zeitgemäß. Gleiches beziehe sich auf die Entgeltregelung, wobei jetzt die Berufserfahrung und nicht mehr das Lebensalter maßgebend sei.
Insgesamt sechs Verträge waren gestern zu unter-zeichnen. Neben solchen zu Arbeitszeiten Urlaub, Entgelt u.a. auch zu Fort- und Weiterbildung.
"Natürlich hätten wir gern einen Flächentarifvertrag vereinbart. Das ist im Moment nicht erreichbar." Gerda Kanzleiter, Verhandlungsführerin der Gewerkschaft verdi. |