Von OTZ-Redakteur Axel Ukena Stadtroda. Gestern Nach-mittag wurde in Stadtroda das Richtfest am Neubau des Maßregelvollzuges gefeiert. Für rund 22 Millionen Euro entsteht derzeit auf einer rund 3000 Quadratmeter Fläche im Bereich des ehemaligen Unigutes und der einstigen Sero-Annahmestelle ein hoch moderner Neubau für 80 Plätze durch die Asklepios-Gruppe im Auftrag des Landes Thüringen. Vor 15 Jahren begann das damalige Landesfachkrankenhaus Stadtroda mit 20 derartigen Plätzen. Thüringens Finanzministerin Birgit Diezel (CDU) würdigte im Namen der Landesregierung das Vorhaben, welches die moderne Struktur der Psychiatrie im Land unterstreiche. „Es ist nicht einfach, neue Wege zu gehen, zumal bei knappen Kassen. Wir haben aber in den vergangenen 16 Jahren rund 2,6 Milliarden Euro in ein modernes Krankenhaussystem gesteckt. Das ist kein verschwendetes Geld", sagte sie unter Beifall der Anwesenden, darunter die Klinikumsleitung, die Landtagsabgeordneten Wolfgang Fiedler (CDU) und Mike Huster (Linkspartei/PDS), der 1. Kreisbeigeordnete Dr. Dietmar Möller (FDP) und Stadtrodas Bürgermeister Harald Kramer (CDU). Thüringen sei in Sachen Maßregelvollzug einen neuen Weg gegangen, verwies sie auf die Zusammenarbeit mit privaten Trägern, welche diese Maßnahmen gewissermaßen beleihen. Einer davon ist Asklepios, und vor Ort das Asklepios-Fachklinikum. |
„Wir als Land bleiben aber in der Verantwortung des Maßregelvollzuges", stellte Diezel dabei den finanziell möglich gewordenen Weg in den Vordergrund und damit die besseren Möglichkeiten. "Wir haben damit gewissermaßen Zeit gekauft für die Mitarbeiter und die Patienten, und was ganz wichtig ist, wir schaffen günstige Bedingungen für die hier geleistete schwere Arbeit." Ihr Dank ging daher an die Ärzte, das medizinische Personal, aber auch die Justiz, welche die Forensische Klinik schultern. Insgesamt stehen im Land 308 Plätze in Forensischen Kliniken zur Verfügung. Diese werden auch benötigt, um den Menschen zu helfen und hier eine Behandlung angedeihen zu lassen. Birgit Diezel wandte sich zugleich an die Bevölkerung, an ihren Schutz vor den kranken Straftätern, welcher mit diesem Neubau gewährt werden soll. „Es bleibt unser Augenmerk: Hohes therapeutisches Niveau und die Einhaltung aller Sicherheitsbedingungen - ein Maßregelvollzug in hoher Qualität." Nicht nur für Ostthüringen und die Region sei es wichtig, dass der Bau zügig voran kommen, würdigte Wolfgang Fiedler die Arbeit der Bauleute, der Planer und der beteiligten Firmen und Ingenieure. „An den 22 Millionen Euro hängen viele Leute und Firmen dran." Und er dankte auch den Anwohnern und den Stadtrodaern, dass sie dieses Vorhaben mittragen.
Der Sicherheitsaspekt sei dabei eine wichtige Komponente, die andere, dass den kranken Menschen geholfen wird, |
dass sie auch eines Tages wieder ihren Weg in die Gesellschaft zurückfinden. Dr. Manfred Ziepert, Chefarzt der Forensischen Klinik im Asklepios Klinikum Stadtroda, würdigte die kurze Bauzeit, welche bisher seit der Grundsteinlegung vor fünf Monaten verging. Aus dem Bau des Hauses ließen sich gute Parallelen ableiten, welche ein einzelner Patient durchlaufe, verglich er Fundamt, Keller, die Errichtung der Geschosse und des Daches mit einzelnen therapeutischen Erfolgen, die im Vertrauen und der Motivation der Patienten ihren Anfang nehmen und im Schutz und der Sicherheit den Weg in die Gesellschaft zurückfinden. Doch der Weg, bis der Patient das Obergeschoss bzw. das Dach erreicht haben werde, sei mitunter sehr lang. Dr. Ziepert stellte die Zusammenarbeit mit allen am Bau beteiligten Firmen und Planern heraus. Dieses geschehe auf Augenhöhe, hierbei wolle sich keiner selbst verwirklichen. „Wir sind frühzeitig darin einbezogen worden und wir können kurzfristig auf Änderungen reagieren." Dr. Ziepert hob zugleich das Engagement der Gesellschaft hervor, „welche sich diesen Menschen widmet, um ihnen zu helfen, auch wenn sie anderen Opfer und Leid zugefügt haben", und charakterisierte damit die Besonderheit eines Maßregelvollzuges. Der entsteht nun im Zeichen der Richtkrone mit verschiedenen Bereichen von der Arbeitstherapie bis hin zur Sporthalle und Kegelbahn bis voraussichtlich Ende kommenden Jahres mit der Fertigstellung. |