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Chronik des Asklepios Fachklinikum Stadtroda


„Hilf gnädig allen Kranken
gib fröhliche Gedanken
den hochbetrübten Seelen
die sich mit Schwermut quälen“


so lautet der Spruch von Paul Gerhard über dem Eingang des Haupthauses unseres Klinikums, dessen Geschichte hier kurz beschrieben werden soll:

  • 1848 gegründet als „Genesungshaus zu Roda“ für Körper- und Geisteskranke de Herzogtums Sachsen-Altenburg. Somit zweitältestes psychiatrisches Krankenhaus Thüringens, auch im deutschlandweiten Vergleich recht frühe Entstehung (z. Vgl.: Bayreuth 1905, Pirna 1911, Hildburghausen 1866).

  • Bis 1886 schrittweiser Ausbau auf 360 Betten, gleichzeitig innere Differenzierung einschließlich „offener Irrenpflege“.

  • 1886 - Gründung des „Martinshauses“ als Erweiterung des Genesungshauses um eine „Landes-Idioten-Anstalt“ zur Aufnahme und Fürsorge für „schwach- und blödsinnige“ Kinder - der Grundstein unsrer Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Das Martinshaus war eine der ersten unter ärztlicher Leitung entstandene und weitergeführte Anstalt für geistig behinderte Kinder.

  • 1889 - Gründung einer „Agricolen Irrenkolonie“, d.h. freiere und billigere Unterbringung von „ungefährlichen“ Kranken.

  • Die Hungerjahre des I. Weltkrieges fordern auch unter den Patienten zahlreiche Opfer; fast die Hälfte der Kranken stirbt in den Jahren 1914 bis 1918 an Hunger und Tuberkolose.
  • Der Freistaat übernimmt 1920 die Trägerschaft des Krankenhauses;

  • ab 1922 heißt es „Thüringische Landesheilanstalten Roda“.

  • 1928 - Größte Abteilung innerhalb des Krankenhauses ist die Kinder- und Jugendpsychiatrie mit 401 Betten und einer fortschrittlichen Heilpädagogik.

  • 1930 - Teilnahme an der Internationalen Hygieneausstellung in Dresden mit einem Exponat über Heilpädagogik.

  • Zwischen 1933 und 1945 Niedergang der Psychiatrie und aller vorher erreichten Fortschritte sowie unmenschliche Gewalt auch gegen die Patienten dieses Krankenhauses. Es wurde für Zwecke missbraucht, die der Krankenbehandlung im traditionellen Sinn krass entgegenstanden.

  • Ab 1945 Wiederaufbau und weitere fachliche Differenzierung des Krankenhauses mit der Gründung der Abteilungen für Neurologie und Psychotherapie; Aufbau des Labors, der Radiologie und der Physiotherapie.

  • 1950 - Gründung der Neurologischen Abteilung

  • 1953 - Aufbau einer speziellen Psychotherapie-Abteilung

  • 1964 - Umprofilierung der „medizinisch-chirurgisch-gynäkologischen Abteilung mit Op.“ des Körperkrankenhauses zu einer Internistischen Abteilung mit Versorgungsauftrag für den Kreis Stadtroda.

  • 1967 - Aufbau des Zentrallabors und Schaffung eines fachlich besonders profilierten Betriebsteils - speziell in der Liquordiagnostik führend.

  • 1972 - Entwicklungsbeginn der Kinderabteilung zur Bezirksleiteinrichtung mit verschiedenen Spezialstationen, z. B. für autistische Kinder, Aufbau einer speziellen Psychotherapie-Station für Kinder im Schulalter. Durch diese Erweiterung der Bandbreite Herbeiführung einer Wende in der bisherigen Kinderneuropsychiatrie; Thüringenweit vorbildhafter Vollzug der Grundsteinlegung für das Fachgebiet Kinder-Jugendpsychiatrie und -psychotherapie

  • 1973 - Umnutzung des ehem. Gebäudes der landwirtschaftlichen Irrenkolonie in eine Abteilung für spezielle psychiatrische Rehabilitation. Ziel war die Integration psychisch Kranker, die trotz Behinderung ein möglichst normales Leben führen und einer geregelten Arbeit nachgehen sollten. In den 80er Jahren wurde gar die Möglichkeit der beruflichen Bildung für psychisch erkrankte bzw. entwicklungsgestörte Jugendliche.

  • 1980 - Gründung der sogen. Alkohol- und Drogenstation.

  • 1984 - Reform der traditionellen psychiatrischen Männer- bzw. Frauenabteilung, Einzug fachlicher Offenheit, sozialpsychiatrische und psychotherapeutische Aspekte wanderten in den Focus, Verbesserung der Personalbesetzung.

  • Nach 1990 Wiederübernahme in Landesträgerschaft. Reform und fachliche Differenzierung der Psychiatrischen Abteilungen. Umfangreiche Instandsetzungs- und Neubaumaßnahmen.

    • Anpassung an das bundesdeutsche System der Krankenversorgung, Einführung der Psychiatrie-Personalverordnung, durchgreifende Reform der Psychiatrie mit Integration psychotherapeutischer Behandlungsmethoden - Vorbereitung für erheblichen Qualitätssprung in der Behandlung; Vorbereitung der schrittweisen Entlassung aller chronisch Kranker.

    • Spezialisierung der Neurologischen Abteilung auf die Behandlung von Parkinson und Multiple-Sklerose-Erkrankungen. Heute: eine von nur drei anerkannten und zertifizierten Parkinsonfachkliniken in den neuen Ländern.

    • Reform der Behandlung psychisch kranker Straftäter - Einrichtung einer Maßregelvollzugsstation.

  • 2002 - Trägerwechsel zur ASKLEPIOS Kliniken GmbH; weitere Neu- und Umbaumaßnahmen, z. B.: Neubau des Neurologisch-Diagnostischen Zentrums, Neubau der Klinik für Forensische Psychiatrie, Sanierung der Klinik für Neurologie, der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Neugestaltung der Parkanlagen, weitere Maßnahmen zur infrastrukturellen Optimierung.

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