Asklepios  
  Klinik Seligenstadt
   
Aufklärung zur Anästhesie
Jeder ärztliche Eingriff ist grundsätzlich aufklärungspflichtig. Dieses umfasst die Art und den Umfang der geplanten Maßnahme. Ihnen werden darüber hinaus Risiken, Chancen, Komplikationsmöglichkeiten und, so sie medizinisch sinnvoll zur Verfügung stehen, alternative Methoden erklärt. Die Aufklärung endet mit dem Einverständnis des Patienten in die geplante Maßnahme. Aus juristischen Gründen wird grundsätzlich eine Unterschrift des Patienten bzw. des gesetzlichen Vertreters eingeholt.
Jedes Anästhesieverfahren ist ein aufklärungspflichtiger Vorgang, unabhängig von der Operation oder der Untersuchung. Aus diesem Grund wird dem Patienten alles erläutert, was während einer Anästhesie geschieht, was sich ereignen könnte, welche Konsequenzen entstehen können, und welche Alternative in Betracht zu ziehen ist. Eine gezielte körperliche Untersuchung im Bezug auf die Anästhesie komplettiert die vorbereitende Visite.
 
Die überreichten Informationsblätter zum Anästhesieaufklärungsgespräch sollen gründlich und in Ruhe gelesen werden, um das Aufklärungsgespräch besser zu verstehen. Die Informationen sind wichtig für den Gesprächsverlauf.
Wenn die darin enthaltenen Fragen so weit wie möglich beantwortet werden, wird für das Anästhesieteam der Gesundheitszustand deutlicher, was auf die Anästhesieführung entscheidenden Einfluss haben kann.
Im Sinne einer patientenorientierten Behandlung sollte der Patient alles fragen, was zur bevorstehenden Anästhesie wichtig erscheint.
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Prämedikationsambulanz
Praemedikationsvisite

Das Aufklärungsgespäch wird in der Regel in der Prämedikationsambulanz geführt, um in einer Umgebung mit dem Patienten zu sprechen, in der auch sensible Themen angesprochen werden können. Wenn der Patient aus gesundheitlichen Gründen nicht in die Prämedikationsambulanz kommen kann, wird das Aufklärungsgespräch auf Station geführt.

Die Prämedikationsambulanz befindet sich in der Asklepios Klinik Seligenstadt im 1. Obergeschoss.
Sie erreichen die Prämedikationsambulanz über
Telefon: (06182) 83 - 8010
Telefax: (06182) 83 - 8108
E-Mail:  anaesthesie.seligenstadt@asklepios.com

Wichtig für ein gutes Beratungsgespräch sind natürlich auch Unterlagen, die der Patient mitbringen sollte. Hierzu gehören zum Beispiel eine Medikamentenliste, ein eventuell vorhandener Allergiepass, Arztberichte und sonstige Befundunterlagen. Damit ist es möglich, sehr individuell auf die spezielle Krankheitssituation einzugehen.

Allgemeinanästhesie und regionale Anästhesie
Hier werden die Möglichkeiten der Abteilung für Anästhesie und operative Intensivmedizin im Hinblick auf die anästhesiologische Versorgung näher dargestellt:
 
Lokalanästhesie (für kleine Eingriffe, in der Regel durch den Operateur)
Hier wird nur der Bereich örtlich betäubt, der operiert werden soll. In aller Regel führt der Operateur die Betäubung selbst durch. Bei spezieller Indikation ist ein Anästhesieteam anwesend.
 
Analgosedierung
Hierbei werden Schlaf- und Betäubungsmittel so dosiert, dass keine Allgemeinanästhesie, aber eine deutliche Angstlösung und Schmerzreduktion erreicht wird. Der Patient bleibt erweckbar. Das Verfahren wird eingesetzt, wenn eine Lokalanästhesie sich als nicht ausreichend erweist oder bei Untersuchungen oder Punktionen eine Beruhigung und Schmerzdämpfung notwendig wird.
 
Regionalanästhesie
Durch eine Nervenblockade mit speziellen Medikamenten wird weitab des eigentlichen Operationsgebiets die Schmerzfortleitung in Richtung des Gehirns unterbrochen. (Eine weit bekannte Form der Regionalanästhesie ist die Blockade von Nerven im zahnärztlichen Bereich. Nicht nur der Zahn, sondern eine ganze Region ist durch Injektion eines Betäubungsmedikaments in Nervennähe betäubt.) Mehr zur Regionalanästhesie in der Asklepios Klinik Seligenstadt: Regionalanästhesie
 
Allgemeinanästhesie (Narkose)
Eine Allgemeinanästhesie (auch als Vollnarkose bezeichnet) ist ein sehr tiefer, empfindungsloser Schlaf, aus dem der Patient nicht erweckbar ist. Die eingesetzten Medikamente haben hauptsächlich ihre Wirkung im zentralen Nervensystem.
Mehr zu Regionalanästhesien
Eine Regionalanästhesie ist bei sehr vielen Eingriffen möglich und medizinisch auch sinnvoll. Insbesondere Eingriffe an den Armen und Beinen lassen durch gezielte Nervenblockaden eine hervorragende Schmerzausschaltung zu. Nahezu alle Operationen unterhalb des Bauchnabels (einschließlich Kaiserschnitt-Operation) sind in regionaler Betäubung möglich.
 
Beim Kaiserschnitt ist eine geringere Gefährdung der Patientin durch regionale Anästhesieverfahren nachgewiesen und somit stellt die Spinalanästhesie (Einbringen von Anästhetika in das Rückenmarkwasser) das bevorzugte Verfahren der Abteilung für Anästhesie und operative Intensivmedizin dar.
 
Die Kombination von regionaler Anästhesie mit einer Allgemeinanästhesie verbessert die postoperative Schmerztherapie, vermindert den Bedarf an Allgemeinanästhesie-Medikamenten und damit die Nebenwirkungen und kann darüber hinaus den Heilungsprozess günstig beeinflussen. Häufig wird in der Asklepios Klinik Seligenstadt bei großen Baucheingriffen und in der Orthopädie die Kombination von regionaler und Allgemeinanästhesie eingesetzt.
 
Eine Übersicht über die Regionalanästhesie und ihre Einsatzgebiete

Blockaden im Bereich für Operationen Beispiele
der Wirbelsäule mit Kathetern (Periduralanästhesie) im Brust- und Bauchbereich, im Unterleib, an den Beinen Magen- und große Darmoperation
der Wirbelsäule ohne Katheter (Spinalanästhesie) unterhalb des Nabels, an den Beinen Kaiserschnitt, Sprunggelenks-Operation
Hals an der Schulter und am Oberarm Operation wegen Oberarmbruch
Schlüsselbein und Achselhöhle am Unterarm, Ellenbogen, an der Hand Operation wegen Unterarmbruch
Anästhesiedurchführung
Anaesthesie-II

Die Gabe eines Beruhigungsmittels, das in aller Regel eingenommen werden kann, ist der erste Bestandteil der Anästhesie am Operationstag. Andere Medikamente, die auf den individuellen Gesundheitszustand abgestimmt sind, werden ggf. ebenfalls verordnet.

Im Operationsbereich wird der Patient vom Anästhesieteam in Empfang genommen. Nach der Begrüßung im Anästhesieeinleitungsraum unmittelbar vor dem Operationssaal wird ein EKG angelegt und der Blutdruck regelmäßig gemessen. Es folgt das Anlegen einer Infusion sowie die Messung der Sauerstoffsättigung durch einen Fühler am Finger. Die Qualität der Atmung und später der Beatmung kann damit sehr gut überwacht werden.

Bei einer Allgemeinanästhesie wird der Patient dann gebeten, über eine Maske reinen Sauerstoff zu atmen. Dieser Vorgang erhöht die Sicherheit zu Beginn einer Allgemeinanästhesie erheblich. Der Patient schläft nach der Gabe der Narkosemedikamente sehr schnell ein und erwacht erst wieder nach Abschluss der Operation.

Wenn eine Regionalanästhesie angelegt werden soll, erfolgt dieses in der Regel auch im Einleitungsraum. Dafür kann es notwendig werden, dass der Patient sich auf die Seite dreht, sich hinsetzt oder eine andere Haltung einnimmt, die den Zugang ermöglicht. Das Anästhesieteam hilft immer mit, um eine für den Patienten komfortable Lage zu ermöglichen. Wenn die regionale Betäubung wirkt, wird der Patient in den eigentlichen Operationssaal gebracht und dann operiert.

Nach der Einleitung einer Allgemeinanästhesie wird der Atemweg nach dem Einsetzen der Bewusstlosigkeit gesichert. Hierfür stehen verschiedene Hilfsmittel wie Endotrachealtubus (reicht bis in die Luftröhre) oder Larynxmaske (wird bis vor den Kehlkopf eingebracht) zur Verfügung. Weitere Maßnahmen können in Abhängigkeit von der geplanten Operation oder des Zustands des Patienten sein: Anlage einer Blutdruckmessung in einer Schlagader, Anlage eines Katheters im Bereich des Schlüsselbeins oder Halses zur erweiterten Infusionstherapie, Einbringen einer Magensonde oder eines Blasenkatheters. Darüber hinaus sind im anästhesiologischen Repertoire viele weitere Maßnahmen möglich.

Nach Abschluss der anästhesiologischen Maßnahmen wird der Patient in den Operationssaal gebracht. Das Anästhesieteam verbleibt die ganze Zeit beim Patienten, so dass die Sicherheit jederzeit gewährleistet ist.

Während der Operation wird die Allgemeinanästhesie über Medikamente aufrechterhalten, die eingeatmet und über die Lunge aufgenommen oder über die Infusion in die Blutbahn gegeben werden. Die Anästhesietiefe wird der Situation entsprechend angepasst, ohne dass es zum Erwachen während der Operation kommt.

Über die gesamte Zeit werden alle lebensnotwendigen Körperfunktionen (Herz-Kreislauf-System, Atmung-/Beatmungssituation, Nierenfunktion, Temperatur, Wasserhaushalt, Salzgehalt im Blut usw.) überwacht und bei Notwendigkeit sofort umfassend therapiert.

Durch Beenden der Zufuhr von Schlaf- und Betäubungsmitteln wird die Anästhesie beendet und der Patient wacht wieder auf.

Bei regionalen Anästhesieverfahren bleiben viele Patienten wach, können jederzeit mit dem Anästhesieteam sprechen oder über Kopfhörer Musik hören. 

Mit dem Transport in den Aufwachraum oder auf die Intensivstation sowie der ärztlichen und pflegerischen Übergabe dort endet die Betreuung durch das Anästhesieteam.

Aufwachraum
Aufwachraum

Nach dem Ende der Anästhesie für einen operativen Eingriff oder eine Untersuchung wird der Patient in aller Regel in den Aufwachraum gebracht. Sollte eine intensivmedizinische Behandlung oder Überwachung notwendig sein, erfolgt die direkte Verlegung auf die Intensivstation.
 

Im Aufwachraum erfolgt eine identische Überwachung wie während der Anästhesie. Der Zustand des Patienten ist jedoch so stabil, dass eine speziell ausgebildete Krankenschwester oder ein gleich qualifizierter Pfleger der Abteilung für Anästhesie und operative Intensivmedizin die Überwachung mehrerer Patienten gleichzeitig leisten kann.
 

Im Aufwachraum treten spezielle anästhesiologische Probleme bei vielen Patienten auf:
Die Betäubung (unabhängig vom Anästhesieverfahren) lässt nach. Schmerzen können auftreten, und diese können gut therapiert werden, wenn Patienten diese Schmerzen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mitteilen. Aufgrund langjähriger Erfahrung fragen alle, die im Aufwachraum arbeiten, auch die Patienten aktiv. Gleiches gilt für Übelkeit, Brechreiz und Harndrang.
 

Der Patient wird aus dem Aufwachraum verlegt, wenn er sich in einem gut erträglichen Zustand fühlt und objektiv keine Gefährdung durch die Anästhesie mehr besteht. Die Art der Operation oder das Operationsgebiet kann auch die Dauer des Aufenthalts im Aufwachraum bestimmen, so dass auch dadurch sehr unterschiedlich lange Überwachungszeiten entstehen.
 

Da im Aufwachraum in der Regel mehrere Patienten unmittelbar nach einer Operation betreut werden, bittet die Abteilung für Anästhesie und operative Intensivmedizin um Verständnis, dass nur Kinder im Aufwachraum Besuch von Eltern oder anderen Bezugspersonen erhalten können.

Intensivstation
Sehr häufig kann der aufklärende Arzt der Abteilung für Anästhesie und operative Intensivmedizin schon vor der Operation Auskunft darüber geben, ob ein Patient nach der Operation auf die Intensivstation verlegt werden muss.
 
Auf der Intensivstation wird ohne Unterbrechung die anästhesiologische Versorgung aus dem Operationssaal übernommen und fortgesetzt. Die notwendigen Katheter und Sonden werden übernommen, unter Umständen sind weitere Untersuchungen und Messungen über dann einzubringende Katheter notwendig.
 
Die Aufenthaltsdauer ist von einer Fülle von individuellen Faktoren abhängig. Sie können hier nicht dargestellt werden. Die betreuenden ärztlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind aber gerne zur Auskunft über die voraussichtliche individuelle Behandlungsdauer auf der Intensivstation bereit.
Schmerztherapie
Die Abteilung für Anästhesie und operative Intensivtherapie beteiligt sich selbstverständlich an der postoperativen Schmerztherapie.
 
Das Ziel der gesamten Schmerztherapie nach einer Operation ist der gut erträgliche Schmerz, der den Patienten in der Nacht ausreichend schlafen lässt, bei Kranken- oder Atemgymnastik nicht wesentlich die Therapie beeinträchtigt und tagsüber den Patienten möglichst wenig in seinen Aktivitäten behindert. Dadurch wird ein guter Behandlungsverlauf entscheidend mit beeinflusst.
 
Die Schmerztherapie unmittelbar nach der Operation beginnt schon während der Anästhesie, indem länger wirksame Schmerzmittel gegeben werden, die über das Ende der Anästhesie hinaus wirken. Nahezu alle regionalen Anästhesieverfahren decken die Zeit nach der Operation über Stunden hinaus ab, so dass hier die Vorteile der regionalen Verfahren besonders deutlich werden.
 
Wenn ein Katheterverfahren zur Schmerztherapie eingesetzt wird, erfolgt mindestens einmal täglich eine schmerztherapeutische Visite durch einen ärztlichen Mitarbeiter der Anästhesieabteilung.
 
Wenn schmerztherapeutische Probleme durch die betreuenden Ärztinnen und Ärzte der anderen Abteilungen der Asklepios Klinik Seligenstadt nicht gelöst werden können, steht die Abteilung für Anästhesie und operative Intensivmedizin jederzeit zur Verfügung, mit dem vorhandenen Wissen dem Patienten zu helfen.