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Kampf den Keimen Spätestens, seit "Clementine" als Waschfrau der Nation ihre Fernsehauftritte hatte, weiß jeder: "Sauber" ist noch lange nicht "porentief rein". Aber wem es um echte Sauberkeit geht, der strebt nach noch höherem Glanze: "Klinisch sauber" gilt hierzulande immer noch als Inbegriff der Reinlichkeit. Eine hohe Meinung von unseren Krankenhäusern steckt in diesem Ausdruck. Doch für Hygiene in den Kliniken zu sorgen, ist jeden Tag aufs Neue eine Herausforderung für das gesamte Personal und besonders für die Hygiene-Fachleute. Denn: Im Schnitt erkrankt in Deutschland jeder fünfte Patient an einer im Zusammenhang mit dem Krankenhausaufenthalt erworbenen Infektion. Die Boulevard Presse greift das Thema immer wieder gern auf und berichtet - leider meist "sensationslüstern" - über das Problem.
Ein Krankenhaus tut also gut daran, die Hygiene zur Chefsache zu erklären. Denn abgesehen vom persönlichen Leiden der betroffenen Patienten haben diese Infektionen auch einen ökonomischen Aspekt. Vorsichtige Schätzungen ergeben, dass in Deutschland pro Jahr zirka zwei Milliarden Mark an Zusatzkosten infolge von nosokomialen Infektionen entstehen. In unseren Kliniken kümmern sich vorrangig der Krankenhaushygieniker Dr. Mergeryan aus der Universitätsklinik Göttingen und der Hygienefachkrankenpfleger Andreas Tappe um die "feindlichen Keime". In enger Zusammenarbeit mit Angehörigen aller Berufsgruppen spürt er in regelmäßigen Hygienevisiten mögliche Schwachstellen auf und kümmert sich um deren Beseitigung. Die Arbeit ist aber weitaus umfassender, als man es zunächst vermuten könnte: Schon bei der Planung funktioneller und baulicher Maßnahmen wird der Hygienefachkrankenpfleger mit-einbezogen, ebenso wenn es um die Auswahl hygienerelevanter Verfahren und Produkte geht. Geräte wie Sterilisatoren, Instrumentenwaschmaschinen, Endoskope, die Spülstraße in der Küche und andere werden regelmäßig mikrobiologisch überprüft. Über die Ergebnisse berichtet er der regelmäßig tagenden Hygienekommission, die mit Vertretern des ärztlichen Dienstes, der Pflege und der Verwaltung besetzt ist. Zu seinen Aufgaben gehört auch die Konzeption von Desinfektionsplänen, Arbeitsanweisungen und Standards. Ein Hygieneplan für die Normalstation besteht zum Beispiel aus folgenden Punkten: Hygieneplan 1. Personalhygiene 2. PflegemaßnahmenDavon sind betroffen Infusionen, Injektionen-Punktionen, der Verbandwechsel, Wechselintervalle (Systeme/Material) Normalstation, Wechselintervalle (Systeme/Material) IPS 3. DesinfektionDesinfektionspläne Umgang mit Desinfektionsmitteln Reinigungspläne 4. SterilisationKontrolle der Lagerzeiten Umgang mit Sterilgut 5. IsolierungsrichtlinienDazu zählen zum Beispiel allgemeine Richtlinien, Richtlinien für Gasbrand, MRSA, Hepatitis A und E, Hepatitis B und C, Masern, Salmonellen, Typhus, Tuberkulose und andere. 6. Abnahme mikrobiologisches Untersuchungs-MaterialProbenentnahme für die mikrobiologische Diagnostik beim Patienten 7. Hygienetelegramm (für das gesamte Personal erscheint Quartalsweise) 8. Abfallplan (Wertstoffmanagement) Für Patienten mit MRSA (Methycillin/Oxacillin-Resistente Staphylokokkus-Aureus Erkrankungen) ist ein spezielles Risikomanagement erforderlich, dass der Hygienefachkrankenpfleger erarbeitet und deren Umsetzung er in Zusammenarbeit mit dem ärztlichen Dienst koordiniert und kontrolliert. Sein Fachwissen gibt Andreas Tappe, der übrigens auch Mitglied im Ausschuss für Arbeitsschutz ist - in innerbetrieblichen Fortbildungen und in seinem Unterricht an der Krankenpflegeschule weiter. |
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