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Hirntumore

Einführung

Der Begriff "Hirntumor" ist eine Sammelbezeichnung für eine Reihe recht unterschiedlicher Gewächse, die im Bereich des Gehirns und seiner Hüllstrukturen (Hirnhaut und Schädelknochen) auftreten können. Allein in Deutschland werden jährlich 12.000 Neuerkrankungen registriert. Das Besondere an Hirntumoren ist die Tatsache, dass durch den Schädelknochen dem Gehirn ein gewisser Raum vorgegeben ist und mit der Entstehung der Gewächse das gesunde Hirngewebe komprimiert wird. Diese Druckerhöhung im Gehirn führt dann zu neurologischen Störungen, bis hin zu lebensbedrohlichen Situationen.

Für die Entstehung der Hirntumore sind zahlreiche Faktoren wie Umwelt- oder hormonelle Einflüsse, Immunschwächen sowie genetische Ursachen verantwortlich.

Die Einteilung der Hirntumore geschieht nach der Zellform aus der Sie entstanden sind. Die häufigste Tumorart geht von den Hirnstützzellen, den sogenannten Gliazellen, aus. Die Tumoren können aber auch von der Hirnhaut, den Nervenscheiden, den Blutgefäßen oder der Hirnanhangsdrüse ihren Ursprung nehmen.

Etwa ein Drittel der Hirntumore sind Absiedlungen von bösartigen Tumoren des übrigen Körpers. Diese Einteilung nach der Ursprungs-Zellform geschieht durch die Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Auf der anderen Seite werden die Hirntumoren nach mikroskopischen Aspekten (Zelldichte, Kernteilungsfiguren, Zellzerfall und Gefäßeinsprossungen) in die Schweregrade I bis IV (von gutartig bis hin zu bösartig ) eingestuft.

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Symptomatik

Die neurologischen Störungen, die durch die Entstehung von Hirntumoren auftreten können, werden von ihrer Lokalisation im Gehirn bestimmt. Die Betroffenen berichten über Beeinträchtigungen beim Sehen, Riechen, Hören, Sprechen oder Fühlen ebenso über Halbseitenschwächen, Krampfanfälle oder psychische Veränderungen. Diese Symptome deuten jeweils auf bestimmte Hirnregionen hin, an denen das Gewächs lokale Funktionsstörungen auslöst.

Schwindel, Gleichgewichts- und Koordinationsprobleme sind typische Beeinträchtigungen des Kleinhirns. Bei Beteiligung der Hirnanhangsdrüse treten hormonelle Veränderungen auf (wie zum Beispiel Riesenwachstum, Störungen der Regel oder des Sexuallebens).

Neben diesen lokalen Symptomen entstehen aber auch durch die allgemeine Druckerhöhung im Gehirn sogenannte "Hirndruckzeichen". Dazu gehören Kopfschmerzen, morgendliche Übelkeit mit Erbrechen bis hin zu einem vermehrten Schlafbedürfnis. Im Extremfall kann die Druckerhöhung durch das Gewächs so groß sein, dass eine Bewusstlosigkeit mit Beeinträchtigung der Pupillenreaktion des Auges auftritt.

Diagnostik

Neben der genauen körperlich-neurologischen Untersuchung spielen bildgebende Verfahren eine wichtige Rolle bei der Diagnosefindung der Hirntumore.

Die Schnittbildtechniken der Computertomographie (CT) und der Kernspintomographie (MRT) sind heutzutage am besten verfügbare und geeignete Untersuchungsverfahren.

Bei bestimmten Tumorarten und - lokalisationen wird eine Darstellung der hirnversorgenden Gefäße (Angiographie) durchgeführt, um die Beziehung zu den großen Blutleitern oder um die tumorversorgenden Gefäße darzustellen.

Trotz der genannten Untersuchungen kann bei einem Teil der Betroffenen die genaue Einteilung des Hirntumors nach Ursprungs-Zellform und Graduierung erst durch eine Probeentnahme aus dem Gewächs erfolgen. Dies geschieht anhand der Koordinaten des Gewächses in der Bildgebung (Computertomographie / Kernspintomographie ), die auf Referenzpunkte des Kopfes übertragen werden ( Stereotaxie oder Neuronavigation ), um so millimetergenau eine Probe zu gewinnen.

Alternativ kann der Tumor im Ultraschall dargestellt und gezielt punktiert werden.

Behandlung

Die spezifische Eigenschaft der Hirntumore, dass sie durch Ihr Wachstum in dem begrenzten Schädelinnenraum zu einer Druckerhöhung und Raumforderung führen, wurde bereits verdeutlicht. Durch diese Problematik bedingt ist die neurochirurgische Operation der wichtigste Therapieansatz in der Behandlung der Hirngewächse. Die operative Entfernung der Geschwulst gewährleistet die Senkung des Hirndruckes.

Da es sich beim Hirngewebe um ein hochdifferenziertes Funktionsorgan handelt, haben sich im Laufe der letzten Jahrzehnte die Operationstechniken und Hilfsmittel entsprechend weiterentwickelt.

Um den Schaden und damit den Funktionsausfall (neurologische Störung) durch die Operation so gering wie möglich zu halten, wird unter dem Mikroskop in entsprechender Vergrößerung und mit dem dazugehörigen Mikroinstrumentarium gearbeitet.

Die vor der Operation angefertigten Schnittbilder (CT und MRT) können in ein computergestütztes Navigationssystem eingelesen werden und ermöglichen so dem Operateur, sich im Schädelinneren millimetergenau zu orientieren. Diese Navigationssysteme sind vielen aus der Raum- , Luft- und Seefahrt bekannt .

Die Ultraschalluntersuchung des umliegenden Hirngewebes während der Operation liefert zusätzliche Informationen.

Das operativ entfernte Tumorgewebe wird von dem Pathologen feingeweblich untersucht, um den Prozess bezüglich seiner Ursprungszellform und seiner Graduierung (gut- / bösartig) genau einzuordnen.

Von dem Ergebnis dieser Untersuchung hängt die weitere Behandlung des Betroffenen ab.

Bei gutartigen Hirntumoren erfolgt lediglich in regelmäßigen Abständen eine bildgebende Kontrolluntersuchung (Computer- oder Kernspintomographie des Schädels) als Tumornachsorge.

Ist der Hirntumor bösartig, muss eine weitere Behandlung im Sinne der Bestrahlung und / oder Chemotherapie durchgeführt werden.

Die bösartigen im Hirn entstandenen Tumore setzen zwar keine Tochtergeschwülste (Metastasen), aber sie können an der Stelle wieder kommen, wo Sie operativ entfernt wurden.

Bei der Bestrahlung wird der gesamte Schädel von außen über 4 – 6 Wochen mit kleinen Mengen radioaktiver Strahlen behandelt, um ein erneutes Wachstum zu verhindern. Bei einigen Tumorarten ( z.B. Metastasen ) muss die gesamte Strahlendosis computergestützt, aus vielen Winkeln auf den Tumor gezielt exakt verabreicht werden (stereotaktische Konvergenzbestrahlung oder Gamma-Knife).

Schließlich können in Spezialzentren radioaktive Strahler auch in das Tumorbett eingepflanzt werden, um dann von innen zu bestrahlen.

Als Alternative oder Ergänzung zur Bestrahlung wird die Chemotherapie eingesetzt. Dabei werden den Betroffenen stark wirksame Medikamente in die Blutbahn als Infusion oder als Tabletten verabreicht. Diese Medikamente sind ebenfalls in der Lage das erneute Wachstum von bösartigen Hirntumoren zu verhindern. Aufgrund der Nebenwirkungen werden diese Medikamente nur über wenige Tage und mit größeren Zeitabständen wiederholt in sogenannten Zyklen verabreicht.

Zahlreiche weitere Therapieformen sind in der Erforschung, haben aber bisher noch nicht den Status eines Standards wie die o.g. Therapien erlangt.