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| Angiome | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Definition | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Bei Angiomen handelt es sich um Anlagestörungen der vorgeburtlichen Entwicklungsperiode. Angiome sind Gefäßmißbildungen, bei denen es zu einem direkten Übergang von Blut aus einer Arterie (vom Herzen wegführendes Gefäß) in eine Vene (zum Herzen hinführendes Gefäß) kommt. Dieser direkte Übergang kann aus mehr oder weniger vielen, nicht normalen Blutgefäßen bestehen. Man nennt diese Region Angiomnidus. Im Lauf des Lebens können diese zunächst nicht bemerkten Gefäßmißbildungen symptomatisch werden und zum Teil zu lebensbedrohlichen Situationen führen. |
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Symptomatik |
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Kommen Angiome im Gehirn und Rückenmark vor, können sie zu unterschiedlichen Beschwerden führen: 1. Angiomblutung: Die Angiomblutung kann für den Patienten zu einem lebensbedrohlichen Ereignis werden (s. CCT Bild). Sie äußert sich durch ein akutes Kopf- oder Rückenschmerzereignis, einen akuten Bewußtseinsverlust oder plötzlich auftretende neurologische Ausfallserscheinungen. 2. Krampfanfälle: Das Angiom kann durch eine chronische Reizung des umgebenden Hirngewebes zu Krampfanfällen führen. Ursachen hierfür können mechanische Reizungen, stattgefundene Angiomblutungen, narbige Veränderungen des umgebenden Hirngewebes oder der chronische Sauerstoffmangel, der durch das Angiom auftritt, sein. 3. Neurologische Defizite, wie Lähmungen, Gefühlsstörungen, Sehstörungen, Sprach-, Rechen-, Schreib- und Lesestörungen und andere komplexere Hirnfunktionsstörungen sowie Wesensänderungen können durch Angiome ausgelöst werden. Ursache hierfür ist in der Regel die Veränderung der Hirndurchblutung durch das Angiom. Durch den Kurzschluß zwischen Arterie und Vene ohne dazwischengeschaltetes Kapillarbett, kommt es zu einem sehr hohen Blutdurchfluß. In der Folge wird dem gesunden Hirngewebe Blut entzogen, welches für die normale Hirnfunktion benötigt wird. Dies führt dann zu einer chronischen Minderdurchblutung des Gehirns, mit den daraus entstehenden Folgen. Auch die Drucküberlastung auf der venösen Seite kann zu Funktionsstörungen führen. Hierbei kommt es häufiger zu Allgemeinerscheinungen, wie Wesensveränderungen, psycho-motorischer Verlangsamung und Kopfschmerzen. |
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Vollständige Angiomentfernung (unteres Bild) |
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| CT mit Angiomblutung und nach Angiomentfernung | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Risiko einer Blutung |
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Die Häufigkeit der Angiomblutungen wird im allgemeinen überschätzt. Sie tritt bei etwa 2 – 4 % der Angiome pro Jahr auf. Wenn sie auftritt, besteht jedoch immer die Gefahr einer akuten Lebensbedrohung. |
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Diagnostik |
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Neben den Schnittbildverfahren (CT und MRT) erfolgt die Darstellung eines Angioms mit Hilfe einer sogenannten Angiographie. Hierzu wird über die Leistenarterie ein Katheter bis zu den Halsschlagadern vorgeschoben, und mit Kontrastmittel eine Darstellung der Hirngefäße vorgenommen. Das resultierende Gefäßbild wird von Neuroradiologen und Neurochirurgen besprochen, und es wird die Entscheidung über die weitere Behandlung getroffen. |
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Therapie |
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Ist bei einem Patienten ein Angiom diagnostiziert worden, muß zunächst ein Therapiekonzept aufgestellt werden. Im Falle einer Angiomblutung besteht dies zunächst in einer Stabilisierung des Gesundheitszustandes. In einigen Fällen ist eine akute Operation erforderlich um eine lebensbedrohlich raumfordernde Blutung zu entfernen. Viele Patienten werden jedoch zunächst konservativ behandelt und nach Abklingen der Krankheitssymptome dann schrittweise an der Grunderkrankung behandelt. Basis für die weitere Behandlung ist zunächst eine saubere Darstellung des Angioms. |
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Chirurgische versus Nichtchirurgische Therapie |
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Kleinere und operativ gut zugängliche Angiome werden in der Regel direkt operativ behandelt. Die Ergebnisse dieser Therapie sind in der Hand des erfahrenen Operateurs sehr gut. Bei größeren Angiomen wird zunächst versucht von innen heraus große Teile der Gefäßmißbildungen zu verschließen. Ein vollständiger Verschluß durch den Neuroradiologen gelingt jedoch nur in etwa 20% der Angiome. Daher muß sich bei vielen Patienten eine operative endgültige Ausschaltung des Angioms anschließen. Diese ist in der Regel nach der Vorbehandlung aber leichter und für den Patienten deutlich risikoärmer. Sollte sich eine operative Behandlung aus medizinischen Gründen verbieten, zum Beispiel weil das Angiom in einer Hirnregion liegt, in der eine Operation nur mit einem hohen Risiko für nachfolgende Gesundheitsschäden möglich ist, kann auch eine Bestrahlung diskutiert werden. |
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Für Fragen zum Thema Angiome steht Ihnen das Ärzteteam an der Klinik für Neurochirurgie der Asklepioskliniken Schildautal Seesen jederzeit gerne zur Verfügung. Priv. Doz. Dr. med. Ralf Becker Dr. med. C. Morgenroth Dr. med. Th. Bimmler |
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