Mit Einführung der Computertomographie (CT) Mitte der 70er Jahre gelang es nun erstmalig, mit den bisher hauptsächlich für die Darstellung von knöchernen Strukturen geeigneten "harten" Röntgenstrahlen auch "weiche" Gewebeanteile, wie z.B. Tumore direkt abzubilden.
Hierzu liegt der Patient auf einem verschiebbaren Untersuchungstisch, wobei sich die Röntgenröhre und der Detektor kreisförmig um die zu untersuchende Körperregion drehen.
Bei besonderen Fragestellungen wird zusätzlich ein wasserlösliches Kontrastmittel intravenös verabreicht. Dadurch treten Gewebegrenzen im Bild deutlicher hervor. Durch kontinuierliche Weiterentwicklung der Geräte und der Software ist es jetzt auch möglich, dreidimensionale Bilder zu erhalten und invasive Untersuchungen, wie die Angiographie (siehe dort) zu ersetzen.
Mit Hilfe der Kernspintomographie (MRT=magnetic resonance tomographie) können im Vergleich zur CT weitaus detailreichere Schnittbilder der Körperorgane erstellt werden. Hierzu werden jedoch keine Röntgenstrahlen, sondern ein sehr starkes Magnetfeld benutzt, in welchem sich die Atome des Körpers ausrichten. Das unterschiedliche Rotieren der Atome, nämlich der "Spin", wird dann in Bilddaten umgerechnet. Diese Untersuchungstechnik ist zwar aufwendiger und nicht zuletzt teurer als die CT, aber eben auch sehr viel genauer. Da das erzeugte Magnetfeld bis zu 2000mal stärker ist als das der Erde, muss der Patient vor der Untersuchung jeden metallischen Gegenstand (z.B. Zahnersatz) ablegen. Auch implantierte elektrische Geräte (Herzschrittmacher, Medikamentenpumpen) könnten gestört werden. Unter bestimmten Voraussetzungen ist aber auch eine Untersuchung solcher Patienten möglich.
Mittlerweile kann die MRT auch zur Darstellung von Hirngefäßen (MR-Angiographie) und zur Lokalisierung von bestimmten Funktionsbereichen auf der Hirnoberfläche (funktionelle Kernspintomographie) verwendet werden.
Die Angiographie ermöglicht eine selektive Darstellung von Gefäßen und deren möglichen Veränderungen in bestimmten Körperregionen. Für die Neurochirurgie wichtig sind die Hirn- und Rückenmarksgefäße. Nach vorheriger Lokalanästhesie wird durch Punktion eines Gefäßes im Bereich der Leiste ein dünner Katheter bis zu den Halsarterien vorgeschoben und anschließend ein wasserlösliches gut verträgliches Kontrastmittel gespritzt. Jetzt wird durch eine Serie von Röntgenaufnahmen das An- und Abfluten des Kontrastmittels in den zu untersuchenden Gefäßen abgebildet. Es können nun kleinste Veränderungen oder Missbildungen beurteilt werden.
Die Myelographie dient der Darstellung raumfordernder Prozesse des Rückenmarkkanals und funktioniert ähnlich wie die Angiographie. Durch Punktion des mit Nervenwasser (Liquor) gefüllten Rückenmarksackes im Bereich der Lendenwirbelsäule wird wieder wasserlösliches Kontrastmittel gespritzt und anschließend der in Frage kommende Teil der Wirbelsäule geröntgt. Das Kontrastmittel verteilt sich nun in dem Nervenwasser und umspült die nervalen Strukturen. Wird nun das Rückenmark oder ein Nerv von z.B. einem Tumor oder einem Bandscheibenvorfall gedrückt, fließt dort kein Kontrastmittel hin. Auf dem Röntgenbild sieht man also eine Aussparung, die indirekt auf ein raumforderndes Krankheitsgeschehen hinweist. An die Myelographie lässt sich eine Computertomographie anschließen. Dies ermöglicht auch im Schnittbildverfahren die Kontrastierung des Rückenmarkkanals.
Neurophysiologie:
Für weitere diagnostische Fragestellungen kann die Klinik für Neurochirurgie auf das gesamte Spektrum der modernen klinisch-neurophysiologischen Diagnostik, die durch die Klinik für Neurologie angeboten wird, zurückgreifen.
Nähere Informationen hierzu unter:
:: Doppler
:: Neurophysiologie