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Elektroencephalographie (EEG):
Neben den Standard-EEG-Ableitungen mit digitalen EEG-Geräten werden bei bestimmten Fragestellungen weitere EEG-Techniken angewandt:
:: Hyperventilation: Mehratmung für 3 Min.
:: Fotostimulation: helle Lichtblitze in verschiedenen
Frequenzen
:: Schlafentzug bzw. Schlaf-EEG: Längere EEG-
Ableitung nach einer Nacht ohne Schlaf
:: Video-EEG-Monitoring zur prächirurgischen Epilepsiediagnostik. Kontinuierliche Video-EEG-Aufzeichnung mit Oberflächenelek- troden oder implantierten, invasiven EEG-Elektroden. Durch Anfallsregistrierung und gegebenenfalls kortikale Stimulation wird die Region des Anfallsursprungs identifiziert.
:: Elektrokortikographie: EEG-Ableitung direkt von der
Hirnoberfläche während neurochirurgischer Eingriffe
Evozierte Potentiale
Visuell evozierte Potentiale (VEP):
Getrennt für beide Augen werden optische Reize (Blitz oder Musterreize, z.B. Schachbrettmuster) mit einer Frequenz zwischen 0,9 und 2,1 Reize/Sek. appliziert. Das EEG wird mit einer occipitalen Elektrode abgeleitet. Beurteilt wird die Latenz und die Amplitude des Potentials (sog. P100-Welle). Eine Latenzverlängerung findet sich insbesondere bei entzündlichen Veränderungen des Sehnervens (z.B. Optikusneuritis bei MS).
Akustisch evozierte Potentiale (AEP):
In der Neurologie werden nahezu ausschließlich die frühen akustischen Antworten (bis 8ms Latenz) verwendet. Nach wiederholter (1000 bis 2000 Mal) Reizung des Ohres (Kopfhörer mit Klickgeräuschen) wird eine Potentialkurve über dem Mastoid abgeleitet. In der Regel sind fünf Wellen der frühen AEP abgrenzbar. Wegfall der Wellen oder Latenzverzögerung tritt auf bei Hirnstammprozessen, Akustikusneurinomen, cochleären Schädigungen (d.h. Schädigungen im Ohr gelegen).
Somatosensibel evozierte Potentiale (SSEP):
Sensible Nerven werden elektrisch gereizt, und das ermittelte Antwortpotential wird über der Postcentralregion abgeleitet. Zusätzlich können Potentiale im Bereich des Erb’schen Punktes (oberer Plexus) und des Rückenmarks abgeleitet werden und so der Ort der Schädigung genauer eingegrenzt werden. Typische Nerven sind: N. tibialis, N. ulnaris, N. medianus, N. suralis, N. peronaeus, N. cutaneus femoris lateralis, N. trigeminus. Die SSEP sind pathologisch bei Schädigungen sowohl des peripheren Nerven als auch der zentralen sensiblen Leitungsbahnen.
Motorisch evozierte Potentiale (MEP):
Mit einer Magnetspule wird durch einen sehr kurzen aber starken magnetischen Impuls die motorische Hirnrinde von außen stimuliert. Es lässt sich so eine Muskelkontraktion auslösen. Zusätzlich wird die Wurzel des peripheren Nervens in einer zweiten Messung im Bereich des Rückenmarks magnetisch stimuliert. Der Unterschied dieser beiden Latenzen entspricht dann der zentralen motorischen Leitungszeit (von der motorischen Hirnrinde bis zum Beginn des peripheren motorischen Nervens im Rückenmark).
Untersucht werden Muskeln der Hand und des Unterschenkels. Die zentral motorische Leitungszeit ist pathologisch bei Infarkten, degenerativen Erkrankungen, Halsmarkengen etc. Die MEP dürfen nicht untersucht werden bei Patienten mit Schrittmacher, frischen Herzinfarkten, Herzrhythmusstörungen und anderen metallischen Gegenständen im Körper. Epilepsie ist eine relative Kontraindikation. |