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Stationäre Leistungen Schwerpunkt der Neurologischen Klinik ist die Versorgung der stationären Patienten. Hier werden Patienten mit allen akuten oder chronischen Erkrankungen des zentralen, peripheren und vegetativen Nervensystems und der Muskulatur diagnostiziert und behandelt. Weitere Behandlungsschwerpunkte :: Epilepsie, Meningitis, Kopfschmerzen, chronische Schmerzen, Polyneuropathie,
:: Bewegungsstörungen (Parkinson-Syndrome, Tremor, Dystonie u.v.a.) :: Akuter Schlaganfall :: Muskelerkrankungen :: Periphere Nervenläsionen
Bewegungsstörungen: Bewegungsstörungen sind unterschiedliche Krankheitsbilder, welche die Ausführung von willkürlichen und unwillkürlichen Bewegungen sowie die Körperhaltung beeinträchtigen und nicht primär aufgrund von Lähmungen, epileptischen Störungen oder orthopädischen Erkrankungen entstehen. Beispiele für derartige Erkrankungen sind die: :: Parkinson-Syndrome, :: Tremores :: Choreatische Bewegungsstörungen :: Wilson-Erkrankung :: Dystonien :: Bradykinese (= Bewegungsverlangsamung) :: Rigor (= Erhöhung der Muskelspannung) :: Tremor (= Zittern) :: Gleichgewichtsstörungen
Parkinson-Syndrom Die Parkinson-Krankheit (Morbus Parkinson), benannt nach ihrem Erstbeschreiber James Parkinson (1755-1824), gehört zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. In Deutschland leiden etwa 200.000 Menschen an der Krankheit. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. Die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen wird auf etwa 20 pro 100.000 Einwohner geschätzt. Die meisten Betroffenen erkranken zwischen dem 60. und 65. Lebensjahr. Ca. 10% der Parkinson-Patienten sind unter 40 Jahre alt. In der Jugend tritt die Erkrankung sehr selten auf. Die Erkrankungshäufigkeit zeigt keine gravierende regionale Verteilung, jedoch zeigt sich ein leichtes Übergewicht in Nordeuropa und Nordamerika, im Vergleich zu Südeuropa, Afrika und Asien. Es handelt sich um eine chronisch degenerative (abbauende) Erkrankung. Dabei kommt es zum Verlust von dopaminproduzierenden Nervenzellen im Mittelhirn. Dopamin ist ein wichtiger Botenstoff (Neurotransmitter) im Gehirn und ist u.a. für den reibungslosen Ablauf von Muskelbewegungen verantwortlich. Das Fehlen von Dopamin führt bei den Erkrankten zu typischen Krankheitszeichen. Sie leiden unter einer oft asymmetrischen :: Muskelsteifigkeit (Rigor), :: Bewegungsarmut bzw. Verlangsamung der Bewegungen (Bradykinese), :: einem Zittern vor allem in Ruhe (Tremor) :: und Gleichgewichtsstörungen (posturale Störungen)
Chorea Huntington ("Veitstanz") Die Chorea Huntington ist eine erbliche Erkrankung der Basalganglien, bei der es zu einer Bewegungsunruhe mit unwillkürlichen Überbewegungen, gelegentlich blitzartig einschießenden Bewegungen, psychiatrischen Symptomen und Demenz kommt. Sie kann durch einen Gentest nachgewiesen werden. Eine altertümliche Bezeichnung der Erkrankung ist "Veitstanz". Morbus Wilson Beim M. Wilson handelt es sich um eine Störung im Kupferstoffwechsel. Es kommt zu krankhaften Kupfer- ablagerungen im Gehirn und anderen Organen. Besonders deutlich kann man die Kupferablagerung in einer Membran der Hornhaut des Auges als so genannten Kayser-Fleischer-Ring sehen. Die Patienten leiden unter einer Lebererkrankung, Bewegungsstörungen und psychiatrischen Auffälligkeiten. Dystonie Dystonien sind abnorme unwillkürliche Muskelverspannungen, die bei den betroffenen Patienten zu Fehlbewegungen, abnormen Haltungen und Gangstörungen führen. Man unterscheidet die idiopathischen Formen der Dystonie (idiopathisch = Ursache ist unbekannt) von der symptomatischen Dystonie (symptomatisch = Krankheitszeichen im Rahmen einer anderen Grunderkrankung). Eine Heilung der Erkrankung ist bis heute nicht möglich, da man die Ursache für die Bewegungsstörung nicht kennt. Ziel der Behandlung ist die Linderung der Beschwerden und die Verbesserung der Lebensqualität. Vor allem Erkrankte mit fokalen Dystonieformen profitieren von der Injektionsbehandlung einzelner fehlgesteuerter Muskeln. Für die Injektion wird Botulinumtoxin Typ A verwendet. Akuter Schlaganfall Die schnelle diagnostische Abklärung der Ursache für den Schlaganfall sowie die bestmögliche Therapie in kürzester Zeit ist die Aufgabe der Akutneurologie. Des Weiteren gehören hierzu die Klärung möglicher Risikofaktoren und die Einleitung einer optimalen Sekundärprophylaxe zur Vorbeugung weiterer Schlaganfälle.
Risikofaktoren für einen Schlaganfall: :: Alter :: Bluthochdruck :: Herzerkrankungen :: Blutzuckererkrankung (Diabetes mellitus) :: Nikotinabusus (Rauchen) :: Fettstoffwechselstörungen :: Alkoholkonsum :: Übergewicht :: Migräne :: Erbrisiko
Klinische Symptome des Schlaganfalls :: Sehstörungen :: Kribbelmissempfindungen :: extrem starker Kopfschmerz :: Schwäche, Lähmung oder Gefühlsstörung einer oder meh- rerer Gliedmaßen, üblicherweise halbseitig verteilt, Gesichtsschwäche oder Asymmetrie (gleichseitig oder gegenseitig zur Gliedmaßenschwäche) :: Sprachstörungen :: Sprechstörungen (Dysarthrie) :: Störung des Gesichtsfeldes :: Bewusstseinsveränderungen: Verwirrtheit, Erregtheit, Stupor oder Koma, epileptischer Krampfanfall, Schwindel, Doppelbilder, einseitiger Hörverlust, Übelkeit, Erbrechen, Ataxie (Unfähigkeit der gleichmäßigen Bewegungsausführung) Notfallversorgung durch die Angehörigen: Da beim Schlaganfall, genau wie beim Herzinfarkt, jede Minute zählt, ist es wichtig, dass Angehörige über die Notfallrufnummer (112) sofort den örtlichen Rettungsdienst informieren. Wichtige Zeit kann verloren gehen, wenn zuerst Angehörige oder der Hausarzt informiert werden. Nachfolgend sollte man dem Betroffenen helfen, enge Kleidungsstücke zu öffnen oder zu entfernen, beruhigend auf ihn einreden und für eine ausreichende Sauerstoffversorgung sorgen. Auch sollte man für freie Atemwege Sorge tragen. Hierzu ist es unter Umständen anzuraten, Zahnprothesen zu entfernen. Bewusstlose Patienten müssen in die stabile Seitenlage gebracht werden und die Atmung sowie der Herzschlag sollten ständig überwacht werden. Setzt die Atmung oder der Herzschlag aus, muss sofort mit einer Mund-zu-Mund-Beatmung und einer Herz-Druck-Massage begonnen werden. Trifft der Arzt ein, ist es wichtig, eine kurze Information über die Uhrzeit des Auftretens der Symptome, weitere Vorerkrankungen sowie Medikamente abzugeben. Ein bereits vorher erstellter Medikamentenplan ist in solchen Notsituationen mit der verständlichen Aufregung oft sehr hilfreich. Stroke Unit (Schlaganfall-Spezialstation) Stroke Units oder Schlaganfallspezialstationen sind stationäre Sondereinrichtungen, in denen ein integratives Behand- lungskonzept des Schlaganfallpatienten im Akutstadium realisiert wird. Dieses umfasst die Früherkennung, die präklinische Notfallversorgung, die zügige Überweisung der Patienten in geeignete Zentren mit derartigen Stroke Units, die dortige Notfallaufnahme, die radiologische und sonstige apparative Sofortdiagnostik, ggf. die Einbeziehung einer Intensivstation und schließlich die Weiterverlegung des Patienten auf Allgemeinstationen, in Rehabilitations- einrichtungen oder in institutionalisierte oder häusliche Pflege. Aufnahmekriterien Einschlusskriterien: :: Patienten mit neurologischer Herdsymptomatik, die nicht länger als 24 Stunden besteht , :: alle Patienten mit fluktuierender oder progredienter Symptomatik (z.B. Patienten mit rezidivierenden transitorisch ischämischen Attacken und progredienter Verschlechterung) :: alle Patienten mit neurologischer Herdsymptomatik bei ungeklärter Ursache (dies betrifft vorwiegend junge Patienten, Verdacht auf Vasculitis, Dissektion etc.) :: alle Patienten mit intrazerebraler Blutung
Ausschlusskriterien: :: Patienten mit stabiler Symptomatik, die länger als 24 Stunden besteht :: Patienten, die vor dem Ereignis schon schwer pflegebedürftig waren - Normalstation :: Multimorbide Patienten mit sichtlich eingeschränkter Lebenserwartung (z.B. Patienten mit fortgeschrittenem Krebsleiden, die zusätzlich eine neurologische Herdsymptomatik entwickeln) - Normalstation :: Patienten mit schweren Bewusstseinsstörungen oder beatmungspflichtige Patienten - Intensivstation
Vorgehensweise bei Patienten mit akutem Schlaganfall Sofortmaßnahmen nach Einweisung: :: Computertomographie des Kopfes (CT) (z.B. zum initialen Ausschluss einer Blutung). Hier steht ein 8-Zeiler CT in 24-h-Bereitschaft zur Verfügung :: Bei Bedarf arterielle zerebrale Angiographie als selektive Katheterangiographie in 24-h- Bereitschaft, :: Doppler und Duplex Sonographie der hirnversorgenden Gefäße. Ein vollständig ausgestattetes neurosono- logisches Labor mit extrakranieller Doppler-Sonographie, transkranieller Doppler-Sonographie steht in 24-h-Bereitschaft und Farbduplexsonographie zur Verfügung. :: Elektrokardiographie, :: Blutgasanalyse, Blutzuckerbestimmung, Elektrolytbestimmung :: Auf der Schlaganfallstation erfolgt folgende Überwachung: :: EKG-Monitoring :: kontinuierliche Blutdruckmessung :: Pulsoxymetrie :: Atmungsmonitoring und :: Temperaturmonitoring.
Innerhalb 24 Stunden: :: Rö-Thorax, :: Erweitertes Labor (Fettstatus, HbA1c, Schilddrüsenwerte Vaskulitis, etc.) ggf.: Homocystein, erweiterte Gerinnung [Prot. S, Prot. C, Plasminogen, Faktoren-Analyse, Thrombinzeit, Reptilasezeit, APC-Resistenz, Faktor-V- Leiden,D-Dimere, Lupus-Antikoagulanz], Vasculitisdiag- nostik [ANA, ANCA, ACA]
Innerhalb 48 Stunden: :: Langzeit- EKG, :: Transthorakale und transösophageale Echokardiographie zum Nachweis kardialer und aortaler Emboliequellen :: Ggf.: cCT- Kontrolle oder cMRT
Ambulante Leistungen
Spezial Ambulanzen: :: Bewegungsstörungen und Behandlung mit Botulinum-Toxin Hier werden Patienten mit bestimmten Krankheitsbildern wie Parkinson-Syndrom und anderen Bewegungsstörungen ambulant versorgt. Außerdem erfolgt die Behandlung mit Botulinum-Toxin bei Patienten mit fokaler Dystonie und Spastik. :: Schlaganfall Die ambulante Versorgung von Patienten nach einem Schlaganfall ist vor allem wichtig für das Verhindern weiterer Schlaganfälle. Hier werden die Patienten nach akutem Schlaganfall und anschließender Rehabilitation mit versorgt. :: Neuromuskuläre Erkrankungen und Neuroimmunologie
Neurophysiologie: :: EEG, AEP, VEP, SEP, Hirnstammreflexe :: EMG, ENG
Neurosonologogie: :: Transkranielle und extrakranielle Doppler- und Duplexsono- graphie.
Diagnostik Die Neurologische Klinik ist mit modernsten apparativ- diagnostischen Geräten ausgestattet. Das Neurophysiologische Labor und Neurosonologische Labor sind anerkannte Ausbildungsstätten der DGKN (Deutsche Gesellschaft für klinische Neurophysiologie) und der DEGUM (Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin). Hier wird nach den entsprechenden Richtlinien ausgebildet. Entsprechende Zertifikate können hier erworben werden.
Neurophysiologie Im Nervensystem werden Signale mittels elektrischer Impulse weitergeleitet und verarbeitet. Dieses Funktionsprinzip aller Nervenzellen macht sich die neurophysiologische Diagnostik zunutze, indem elektrische Spannungsänderungen analysiert werden oder die Fähigkeit zur Weiterleitung von Reizen in bestimmten Teilen des Nervensystems geprüft wird.
Die wichtigsten in der Klinik für Neurologie angewandten Methoden sind: :: Elektro-Enzephalographie (EEG) :: Evozierte Potentiale (EP) :: Akustisch evozierte Potentiale (AEP) :: Visuell evozierte Potentiale (VEP) :: Somato-Sensible evozierte Potentiale (SSEP) :: Elektroneurographie (NLG) :: Elektromyographie (EMG) :: Hirnstammreflexe BR Neurosonologie Folgende Untersuchungen werden durchgeführt: :: Farbcodierte Duplex-Sonographie (kurz: Duplex) zur Untersuchung der Halsschlagadern und Transcranielle Doppler-und Duplex-Sonographie (TCD) zur Untersuchung der Hirnarterien. :: Ultraschall - Untersuchungen dienen der Ursachenabklärung beim Schlaganfall, der häufig durch Veränderungen der hirnversorgenden Arterien verursacht wird. :: Mit der Sonographie steht ein operationsfreies (nicht-invasives), schmerzfreies, risikoloses und schnell durchzuführendes Verfahren zur Verfügung. Neben der Computertomographie stellt es einen wichtigen Baustein in der Schlaganfall- diagnostik dar, weil z. B. Gefäßverschlüsse schnell dargestellt werden können. :: Des Weiteren erfolgt eine Ultraschalluntersuchung des Hirnparenchyms, besonders bei Patienten mit Bewegungsstörungen.
Kooperationen und Zusammenarbeit
Institut für Neuroradiologie Berlin-Buch Neurochirurgie Werner-Forßmann-Krankenhaus Eberswalde Neurologie Charité Berlin
Mitgliedschaften: Deutsche Gesellschaft für Neurologie Deutsche Gesellschaft für klinische Neurophysiologie Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin Deutsche Gesellschaft für Schlafmedizin Deutsche Schlaganfallgesellschaft Deutsche Parkinsongesellschaft |