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Den Kindergarten -von den älteren Kindern auch Spielzimmer genannt- können Kinder besuchen, die nicht mehr unter ständiger medizinischer Aufsicht und Betreuung stehen müssen. In der Regel besuchen Kinder ab dem 8. Lebensmonat bis zu 14 Jahren unsere Einrichtung. Durch die Vielzahl der medizinischen Fachabteilungen kommen die Kinder mit den unterschiedlichsten Beeinträchtigungen und Behinderungen in den Kindergarten. Ein ausreichendes Platzangebot ermöglicht es, dass auch Kinder im Bett, mit Rollstuhl oder Infusomat den Kindergarten besuchen können. Die Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 9.00 Uhr bis 11.30 Uhr und 14.00 Uhr bis 15.45 Uhr. Von 12.00 Uhr bis 14.00 Uhr wird auf Absprache die Betreuung von Geschwisterkindern angeboten. Außerhalb der regulären Öffnungszeiten werden Langzeitpatienten gezielt auf den Stationen heilpädagogisch betreut. Zum Team gehören eine Heilpädagogin, eine Erzieherin, eine Jahrespraktikantin und ein Zivildienstleistender. |
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Wenn ein Kind krank wird, wird es -meist sehr plötzlich- mit den unterschiedlichsten Gefühlserlebnissen konfrontiert. Körpererleben und Körperwahrnehmung verändern sich, Schmerzen treten auf, die Bewegung wird eingeschränkt oder gar verhindert. Aber nicht nur der eigene Körper, sondern die ganze Umwelt verliert für das Kind an Verlässlichkeit. Der gewohnte Tagesablauf, die Gewohnheiten in der Familie, im Kindergarten und Schule werden plötzlich unterbrochen. So gerät die Welt des Kindes durcheinander. Alles ist fremd und ungewohnt.
Durch den Krankenhausaufenthalt muss das Kind sich mit den verschiedensten Erlebnissen auseinandersetzen:
mit dem Verlust an gewohnten Sicherheiten
mit seiner Krankheit
mit Gefühlen des Verlassenseins und der Abhängigkeit
mit bedrohlich erlebten Untersuchungen und medizinischen Eingriffen Durch seine heilpädagogische Zielsetzung möchte das Kindergartenteam dem Kind und seinen Eltern helfen, diese Erlebnisse zu verarbeiten.
Die Einrichtung und Spielangebote sind sorgfältig ausgesucht. Die individuellen Möglichkeiten der Kinder werden berücksichtigt, um ihren Bedürfnissen, aber auch ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten gerecht zu werden und sie angemessen zu fördern. Der Kindergarten soll dazu beitragen, dass der Klinikaufenthalt auch mit frohen und positiven Begegnungen und Erfahrungen verbunden wird. Damit hat die emotionale Stabilisierung der Kinder in unserem Bereich einen hohen Stellenwert. In einer kindgerechten Atmosphäre können die Kinder spielen, toben, gezielt entspannen, sich kreativ beschäftigen, Kino-Nachmittage besuchen oder auch in einem Projekt mit der ortsansässigen Musikschule musizieren und singen. Regelmäßig stehen Feste und Veranstaltungen, z.B. Figurentheater und Zaubervorstellungen, auf dem Programm. So setzen sich die Kinder spielend mit ihrer Umwelt und dem Krankheitsgeschehen auseinander und drücken ihre Gedanken und Gefühle aus, auch solche, die verbal nicht geäußert werden können. Das Spiel wird vom Kind in vielerlei Hinsicht als Ausdrucksmittel genutzt. Das beobachtbare Verhalten des Kindes im Spiel kann so auch für die weitergehende Behandlung von Nutzen sein. Art und Intensität des Spielens können zeigen, in welcher psychischen Verfassung sich das Kind befindet, welche Themen im Moment wichtig sind, ob und welche Konflikte es in sich trägt So ist Spiel das Kommunikationsmittel schlechthin, es überbrückt Alter, Sprache und Nationalität. |