Darm im Fokus: Ein Organ, dass mehr als nur Nahrung verdauen kann

Seit 2002 steht der März jährlich im Zeichen einer gefährlichen Krankheit. Der sogenannte Darmkrebsmonat wurde durch die Felix-Burda-Stiftung und weitere wichtige Netzwerkeinstitutionen im Kampf gegen den Krebs ins Leben gerufen. Allein in Deutschland erkranken jährlich ca. 55.000 Menschen neu an Darmkrebs – Stand Januar 2024 gibt das Robert-Koch-Institut fast 23.000 Todesfälle im Jahr an.

Dr. Frost

Als größtes Organ in unserem Verdauungsapparat hat der Darm ganz grundsätzlich die Hauptaufgabe, Nahrung zu verdauen und so Nahrungsbestandteile sowie Nährstoffe aufzunehmen. Mit etwa 4 bis 6 Metern Länge schließt der Darm an den Magen an. Dank unzähliger Schlingen findet der Muskelschlauch dabei Platz in unserem Rumpf, obwohl seine Gesamtoberfläche um die 32 Quadratmeter ausmacht. „Allein die Größe macht den Darm zu einem außergewöhnlichen Bestandteil des menschlichen Organismus“ betont Dr. med. Martin Frost, Gastroenterologe und Chefarzt der Medizinischen Klinik I an der Asklepios Klinik Pasewalk. „Allerdings wird bei der Betrachtung der vielfältigen Funktionen dieses Organs erst klar, wie wichtig die Darmgesundheit ist.“

 

In der Popkultur als ‚schwarzes Schaf unter den Organen‘ betitelt, denkt selten jemand an Infektionsabwehr und psychische Gesundheit im Zusammenhang mit dem Darm. Aber genau hier finden sich die Stellschrauben für das richtige Gleichgewicht. „Neben der Verdauung und dem Filtern von Wasser aus der Nahrung, werden in der Darmwand unterschiedliche Hormone, wie unter anderem das Glückshormon Serotonin produziert und ins Blut abgegeben. Außerdem ist der Darm eine wichtige Barriere für gefährliche Stoffe aus der Umwelt, ähnlich unserer Haut. der Darm unterstützt bei der Abwehr von Krankheitserregern und schützt somit vor Infektionen und Entzündungen.“ erklärt Frost. Nicht zuletzt spielt die Darmflora, Bakterien, die in unserem Darm leben und helfen, eine große Rolle für die Gesundheit und haben Einfluss auf chronische Erkrankungen oder sogar das Körpergewicht.

 

Zwischen Risikofaktoren und lebensrettender Vorsorge

 

Kurzzeitige Verstimmungen mit Durchfall, Verstopfung, Blähungen oder zumindest einer Magen-Darm-Grippe hat sicher jeder Mensch in seinem Leben schon erlebt. Durch die richtigen Lebensmittel und Ernährungsweise bekommt man dies meist schon wieder gut in den Griff. Doch es gibt auf der anderen Seite eine lange Liste an ernsthaften Darmerkrankungen, die das Leben auch langfristig beeinflussen können. In der nächsten Woche setzt sich Chefarzt Dr. med. Martin Frost aus der Pasewalker Asklepios Klinik mit der Diagnostik der Krebserkrankung auseinander.

 

„Und ehe Sie sich versehen, ist die Untersuchung auch wieder vorbei“ so versucht Dr. med. Martin Frost, Chefarzt der Medizinischen Klinik I die Angst vor einer Vorsorge-Koloskopie zu nehmen und das mit Recht. Eine diagnostische Darmspiegelung dauert im Schnitt ca. 30 Minuten und kann Leben retten. Doch für wen ist die Vorsorgeuntersuchung notwendig? „Gibt es familiäre Vorbelastungen, der eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung sollten Patientinnen und Patienten mit ihren behandelnden Ärztinnen und Ärzten eine Vorsorge planen. Darüber hinaus ist es ab einem Alter von 50 Jahren zu empfehlen“ erklärt Frost weiter. Bei unauffälligem Befund erfolge dann eine Kontrolle in etwa zehn Jahren, bei kleineren Veränderungen wiederum werde laut dem Gastroenterologen ein kürzeres Intervall individuell mit den Patientinnen und Patienten besprochen.

„Wie auch bei vielen anderen Erkrankungen sind die wichtigsten Risikofaktoren Übergewicht und eine ungesunde Ernährung“ erklärt Experte Dr. med. Frost. „Dabei wird häufig nicht nur Darmkrebs entdeckt. Darmpolypen, kleine Gewebevorwölbungen der Darmwand sind Risikofaktoren für die Entwicklung einer bösartigen Erkrankung. Daher können diese während der Untersuchung abgetragen werden und auf Frühformen von Krebs untersucht werden“.

 

Chefarzt Dr. med. Frost mahnt: „Empfohlen ist die Vorsorge nicht ohne Grund, den in einem frühen Stadium zeigt sich Darmkrebs selten durch eindeutige Symptome.“ Bei Beschwerden sollten sich Betroffene an ihre Ärztin bzw. ihren Arzt wenden, insbesondere, wenn Blut im Stuhl sichtbar ist. Weitere Symptome können Durchfall und Verstopfungen sein, die sich im Wechsel äußern oder Schmerzen im Bauchbereich anhaltend sind.

Die Vorsorgeuntersuchungen sind überaus erfolgreich. Die Felix-Burda –Stiftung geht davon aus, dass nahezu alle Karzinome frühzeitig erkannt und somit fast 23.000 Todesfälle jährlich verhindert werden können. Neben einer diagnostischen Koloskopie ist auch vorgelagert ein Stuhltest möglich, der verstecktes Blut im Stuhl anzeigt. Bei einem positiven Stuhltest wird dann eine Darmspiegelung zur weiteren Abklärung durchgeführt. Im Rahmen der Krebsfrüherkennung gilt auch der Stuhltest in Zusammenhang mit der Vorsorge-Koloskopie nachweislich als erfolgreiches Mittel im Kampf gegen den Krebs. Da jedoch nicht alle Tumoren Blut im Stuhl verursachen, ist die Treffsicherheit der Koloskopie deutlich höher.

 

Patientinnen und Patienten wenden sich bei Bedarf an ihre Hausärztin/ ihren Hausarzt und können dann mit einer entsprechenden Überweisung einen Termin z.B. in der MVZ Praxis für Gastroenterologie (Telefon 03973/ 23 1025) an der Asklepios Klinik Pasewalk erhalten.

 

Eine frühe Therapie verspricht sehr gute Heilungschancen

 

Auch wenn eine Krebsdiagnose immer schwer wiegt, ist die gute Nachricht: Darmkrebs ist gut behandelbar und sogar bei ca. 60 Prozent der Betroffenen auch heilbar. Essenziell ist ein frühzeitiges Entdecken z.B. durch eine Darmspiegelung, denn dabei kann ein Tumor bereits in einem frühen Stadium entdeckt und möglichst vollständig entfernt werden. Auch wenn der Krebs in manchen Fällen aber nicht geheilt werden kann, so ist doch meist möglich, viele Jahre bei einem guten Erhalt der Lebensqualität zu leben.

 

„Grundsätzlich würde ich jedem Betroffenen zunächst raten, ausführlich mit der behandelnden Ärztin/ dem behandelnden Arzt zu sprechen. Gemeinsam kann anhand und den vorliegenden Befunden die bestmögliche Therapie geplant werden“ erklärt Dr. med. Frost, Gastroenterologe und Chefarzt der Medizinischen Klinik I an der Asklepios Klinik Pasewalk. In der Regel sei eine Operation des Darmtumors ein unvermeidlicher, aber auch erfolgsversprechender Schritt in der Behandlung. Durch anschließende Untersuchungen werden auch weitere Erkenntnisse über Stadium und Wachstum des Tumors klar. Bei manchen Patienten kann eine vorangestellte oder nachfolgende Chemo- oder Strahlentherapie teilweise auch in Kombination notwendig sein, insbesondere bei Tumoren des Enddarmes wird so die Prognose erheblich verbessert. Entscheidend ist meist, ob der Krebs bereits in andere Organe, z.B. in die Leber, gestreut hat. Aber auch in diesem Fall stehen den Betroffenen zahlreiche, teils sehr gezielte Therapieoptionen zur Verfügung.

 

Mit Hilfe neuer Therapien versuchen Expertinnen und Experten in allen Fällen eine möglichst schmerzfreie Lebensverlängerung zu ermöglichen. Hierzu dienen Konzepte von Kombinationstherapien aus verschiedenen Ansätzen und bereits etablierten Behandlungsformen. „Die Zukunft verspricht weitere Meilensteine in der Krebstherapie. Neue Therapieformen können bei bestimmten Tumoren eine Heilung auch ohne Operation versprechen.  Auch die Immuntherapie bei Darmkrebs wird intensiv erforscht: Erste Studien zeigten teils vielversprechende Ergebnisse“ blickt Dr. med. Martin Frost positiv in die Zukunft.

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