Asklepios Klinik Langen

Von der siebenjährigen Tochter bis zum First-Responder-Team: Asklepios Klinik Langen zeichnet Lebensretter 2026 aus

Datum19. Juni 2026
OrtLangen
UrheberJ.Wolff

Von der siebenjährigen Tochter bis zum First-Responder-Team: Asklepios Klinik Langen zeichnet Lebensretter 2026 aus

Marta Adami (7), ihre Mutter Elena sowie vier ehrenamtliche Voraus-Helfer des Kreises Offenbach erhalten den Asklepios Lebensretterpreis 2026

Wenn Menschen nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand überleben, entscheidet oft nicht modernste Medizintechnik über Leben und Tod, sondern der Mut und die Entschlossenheit von Menschen vor Ort. Mit dem Asklepios Lebensretterpreis 2026 zeichnet die Asklepios Klinik Langen deshalb in diesem Jahr unter anderem die siebenjährige Marta Adami, ihre Mutter Elena sowie die ehrenamtlichen Voraus-Helfer des Kreises Offenbach: Michael Losse, Steffi Bercik, Evilyn Wawra und Martin Kretschmann aus.

„Mit dem Lebensretterpreis möchten wir auf die Bedeutung der Wiederbelebung aufmerksam machen und die Hemmschwelle senken, selbst aktiv zu werden. Jede und jeder kann mit einer Herzdruckmassage Leben retten“, sagt Gunnar Schramm, Geschäftsführer der Asklepios Klinik Langen.

Besonders bewegt hat die Jury die Geschichte der siebenjährigen Marta Adami. Als ihr Vater Roberto nach dem Training im heimischen Fitnessraum plötzlich zusammenbrach, fand sie ihn regungslos auf dem Boden liegend vor. Sofort lief sie zu ihrer Mutter Elena in den Garten und drängte sie eindringlich, sofort mitzukommen.
Elena erkannte den Ernst der Lage, alarmierte die 112 und begann auf Anweisung der Leitstelle umgehend mit der Herzdruckmassage. Währenddessen wartete Marta vor dem Haus auf den Rettungswagen und führte die Rettungskräfte direkt zu ihrem Vater. Dank ihres schnellen Handelns konnte Roberto Adami vollständig genesen.
Eine besondere Wendung: Vor fünf Jahren erhielt Roberto Adami selbst den Asklepios Lebensretterpreis, nachdem er einer Kursteilnehmerin nach einem Herzstillstand das Leben gerettet hatte.

Ausgezeichnet werden in diesem Jahr auch die ehrenamtlichen Voraus-Helfer des Kreises Offenbach Michael Losse, Steffi Bercik, Evily Wawra und Martin Kretschmann. Sie waren Teil eines Einsatzes, der eindrucksvoll zeigt, wie wichtig das First-Responder-System des Kreises Offenbach ist.

Als eine Frau auf der Anlage des Tennisvereins in Dietzenbach plötzlich zusammenbrach und regungslos liegen blieb, hatten die Anwesenden schnell die 112 gerufen. Aufgrund der Schilderung hatte die Leitstelle nicht nur den Rettungswagen, sondern auch die Voraus-Helfer und das ECMO-Notfalleinsatzfahrzeug ebenfalls angefordert (ECMO= Extrakorporale Membran Oxygenierung / Herz-Lungenmaschine). Zunächst hatte ein zufällig anwesender Arzt die herbeigeeilten Passanten noch abgehalten eine Herzdruckmassage durchzuführen, da die Patientin noch atmen würde und daher nicht reanimationspflichtig sei. Glücklicherweise waren die vier speziell ausgebildeten Voraus-Helfer blitzschnell vor Ort. Sie stellten fest, dass die Patientin bereits Schnappatmung hatte, und starteten sofort die Reanimation.

Während zwei Voraus-Helfer die Herzdruckmassage durchführten, bereiteten die anderen die weitere Versorgung vor und unterstützten die nachrückenden Rettungskräfte. Dank ihres schnellen, koordinierten Handelns konnte die Patientin noch vor Ort vom ECMO-Team übernommen und an eine transportable ECMO, also eine Herz-Lungenmaschine, angeschlossen werden. Heute lebt sie ohne bleibende Schäden.

„Diese Einsätze zeigen, wie entscheidend die ersten Minuten nach einem Herzstillstand sind“, betont Dr. Michael Schütz, Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin. „Bereits nach wenigen Minuten ohne Wiederbelebung drohen schwere Hirnschäden. Jede Minute zählt – und jeder kann helfen.“
Jährlich erleiden in Deutschland mehr als 50.000 Menschen außerhalb eines Krankenhauses einen plötzlichen Herzstillstand. Tausende von ihnen überleben nur deshalb, weil Angehörige, Passanten oder ehrenamtliche Ersthelfer sofort handeln.

Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger zeigen auf beeindruckende Weise, dass Zivilcourage, Aufmerksamkeit und schnelles Eingreifen Leben retten können – unabhängig davon, ob man sieben Jahre alt ist oder als ehrenamtlicher Helfer ausgebildet wurde.

Voraus-Helfer im Kreis Offenbach
Ein ehrenamtlicher Voraus-Helfer (oft auch „Helfer vor Ort“ oder „First Responder“ genannt) ist ein speziell geschulter Ersthelfer. Er wird bei akuten Notfällen parallel zum Rettungsdienst per App alarmiert, um vor Ort das sogenannte therapiefreie Intervall bis zum Eintreffen von Notarzt oder Rettungswagen zu überbrücken. Voraus-Helfer absolvieren neben einer Ersten-Hilfe-Grundausbildung spezielle Sanitätslehrgänge und sind mit einem Notfallrucksack ausgestattet. Weitere Infos gibt es unter: https://erd-kreis-of.de/voraushelfer/
 

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