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Die berufliche Integration Nur noch eine Minderheit von Patienten kann einen versicherungspflichtigen Arbeitsplatz vorweisen. Nach einer Untersuchung des Klinikum Nord hatten Patienten im Alter zwischen 20 und 60 Jahren bei einer Stichprobe von immerhin über 2000 Befragten nur knapp 20% einen sozialversicherungsrechtlich abgesicherten Arbeitsvertrag (aus 1997). Bemühungen um die berufliche Reintegration bzw. Rehabilitation bekommen von daher rein quantitativ ein immer größeres Gewicht. Die Vermittlung in den ersten und in den zweiten Arbeitsmarkt ist unter Umständen wegen der zugespitzten Konkurrenzbedingungen auf dem Arbeitsmarkt und wegen der nach wie vor bestehenden Vorurteile gegenüber psychisch behinderten Menschen besonders schwierig. Klinische Sozialarbeit muss deshalb eine besondere Strategie anwenden, um wirkliche Erfolge in diesem Bereich erzielen zu können. Eine Möglichkeit dafür bietet sich für uns über ein besonderes Bewerbungstraining. Psychisch kranke Migranten Viele der uns in der täglichen Arbeit bekannt gewordenen psychisch kranken Migranten leiden neben der Grundsymptomatik sehr stark an einer unzureichenden Form, sich sprachlich adäquat vermitteln zu können. Dieses Problem hat eine klinische und eine nachklinische Komponente. Im Selbstverständnis der Sozialpsychiatrie bildet Sprache das zentrale Medium im Kontakt, in der Beziehung zwischen dem Therapeuten und dem Patienten. Schon hier entstehen eine Reihe von Problemen in der Compliance, die letztlich auf unzureichende Verständigung zurückzuführen sind. Im nachklinischen Bereich fällt auf, dass vielerorts angebotene Sprachkurse durch Volkshochschulen und Stadtteilläden etc. von unseren Patienten in der Regel kaum besucht wurden und wahrscheinlich auch nicht nach der Krankenhausentlassung besucht werden können. Andere informelle Übungsfelder zur sprachlichen Weiterentwicklung werden gleichzeitig wenig benutzt. Wir beobachten, dass darüber hinaus Rückzugstendenzen insbesondere in die Herkunfts- bzw. Kernfamilie besonders nahe liegen. Es findet also perspektivisch danach eher eine Isolation statt einer Integration statt.
Diese Beispiele sollen verdeutlichen, wie schwierig die Formen einer erfolgreichen Vermittlung in die nicht psychiatrische Kontakt-, Beratungs- und Versorgungssysteme für die klinische Sozialarbeit sein können. Knapp formuliert könnte man sagen, dass die weitgehend gelungene Enthospitalisierung trotzdem in vielen Bereichen nicht hinreichend zu einer befriedigenden Integration außerhalb der Klinik geführt hat. Der jeweilige Projektgedanke für diese drei beispielhaften Problemfelder tritt jeweils mit einem speziellen Angebot aus der alltäglichen Stations- und Sozialarbeit deutlich heraus, bezieht sich aber sehr genau auf die Bedarfsaussagen der Sozialarbeiter auf den Stationen vor Ort. Diese Projektarbeit bedarf dabei nicht nur einer Spezialisierung, sondern häufig auch eines Spezialistenwissens, das über die originäre Sozialarbeit auf der Station hinausragt. Zur Vorbereitung der Projekte näherten wir uns zunächst völlig anderen, fremden Berufsfeldern. Zum ersten Beispiel, das Projekt der Schuldnerberatung: Hier lag der Schwerpunkt in der Analyse der Arbeitsansätze innerhalb der regionalen Schuldnerberatungsstellen. Darüber hinaus leisteten die beiden Mitarbeiter dieses Projektes für sich eine umfassende Einarbeitung in das Gebiet des seit dem 01.01.1999 geltenden Insolvenzrechtes. Zum zweiten Beispiel, das Projekt der beruflichen Integration: Der Schwerpunkt lag hier in der Erkundung des Arbeitsmarktes und der Arbeitsvermittlung des Arbeitsamtes für Schwerbehinderte und in der Kontaktaufnahme zu Arbeitslosen-Initiativen und zum kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA), der sich mit instruierenden Trainingsprogrammen für Arbeitslose beschäftigt. Eine besondere Konzeptualisierung des Bewerbungstrainings für unseren Personenkreis war dabei mit eine der vielen notwendigen Vorarbeiten, um Anschlüsse in die berufliche Reintegration zu ermöglichen. Zum dritten Beispiel, psychisch kranke Migranten: Die Analyse der verschiedenen Curricula bei den Bildungsträgern, der Kontakt zu fremdsprachlichen Verlagen und Gespräche mit Vertretern der Bildungsträger über Migrantengruppen und deren Kurserfahrungen mündeten in unsere Projektskizze. Allen Projektmitarbeitern ist gemeinsam, dass sie eine Form der Überleitung in die "normalen" Formen der Sprachförderung, der beruflichen Rehabilitation und in die bezirklichen Schuldnerberatungsstellen - außerhalb der Klinik - anstreben. Zum anderen geht unser Bemühen dahin, spezielle Angebote von draußen nach drinnen zu holen und darüber wiederum Anknüpfungspunkte zu leisten. Diese Vernetzung hat in unserer praktischen Arbeit jedoch mittlerweile nicht mehr den Charakter einer Einbahnstraße. Im Gegenteil, zwei Institutionen sind uns dabei besonders entgegengekommen: Zum einen bietet die Reha-Beratung des Arbeitsamtes Hamburg regelmäßig Beratungstermine vor Ort, hier in der Klinik, an und zum anderen bietet die Migrantenberatung der Arbeiterwohlfahrt ebenfalls regelmäßige Beratungsgespräche für Patientinnen und Patienten mit besonderen aufenthaltsrechtlichen Problemen bzw. kulturellen Problemen an, die sich in Abgrenzung zu diagnostischen Fragestellungen ergeben können. Fazit Wir sehen in einer patientennahen Organisationsform der beschriebenen speziellen Angebote, die schon während des Krankenhausaufenthaltes genutzt werden können, eine inzwischen bewährte Form niedrigschwelliger Schulungs- und Beratungsmöglichkeiten. In der Phase der Überleitung in außerklinisch organisierte Angebote zum Zeitpunkt der Entlassung haben wir vielfach schon eine positiv gefärbte Erfahrung bei unseren Patienten erreichen können, so dass auch dadurch die Anknüpfung "draußen" leichter fallen kann. :: weiter
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