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Besondere Hilfen für wohnungslose Patienten in der Psychiatrie - ein neuer Projektansatz des Sozialdienstes in der Asklepios Klinik Nord. Arno Trebelsberger, Sven Meding, Manfred VoepelSozialarbeit im psychiatrischen Krankenhaus stellt sich als ein Verbindungsglied zwischen der jeweils erkannten sozialen Problematik des Patienten und den angestrebten Lösungen für „das Leben nach der Klinik“ dar. Psychisch erkrankte und behinderte Menschen sind vielfach damit überfordert, ihren Alltag zu organisieren bzw. den Alltagsaufgaben adäquat begegnen zu können. Häufig scheitern sie an Aufgaben des beruflichen Alltags und der privaten Selbstorganisation. Eine geregelte berufliche Tätigkeit, die Sorge für die Aufrechterhaltung der Wohnfunktionen, aber auch die selb-ständige Haushaltsführung und die Freizeitgestaltung stellen zuverlässige Indikatoren für eine Antwort auf die Frage der sozialen Integration bzw. der sozialen Komplikation dar. Hilfen von Seiten des Sozialdienstes der Asklepios Klinik Nord müssen in vielen Einzelfällen daher oftmals so umfassend angelegt und organisiert sein, weil keine dieser Grundfunktionen intakt ist.Der Sozialdienst hat das Ziel, zu Stabilisierung und Rehabilitation der Patienten beizutragen, indem er ihnen bei der Überwindung von sozialen Schwierigkeiten hilft. Einen Schwerpunkt der Arbeit bildet die Sicherung der ökonomischen Grundlagen, Erhalt oder Vermittlung einer individuell bedarfsgerechten Wohnform und einer adäquaten Arbeits- und Beschäftigungs-möglichkeit, um den Patienten die Rückkehr in ihr gewohntes soziales Umfeld oder die Ges-taltung einer neuen Lebensplanung zu erleichtern. Neben dem Verlust von möglichen unterstützenden Familienkontakten, einer individuellen Überschuldung, einer fehlenden beruflichen Einbindung sind zunehmend mehr Patienten mit einer akuten Wohnungslosigkeit konfrontiert. Die Reorganisation von Wohnraum ist in Hamburg unter anderem über die Anerkennung als vordringlich Wohnungssuchender, bzw. über den sog. § 5 Schein geregelt. Die Lösungen in diesem Bereich sind mit mehrmonatigen Wartezeiten verbunden. Diese eher langfristig angelegten Hilfen sind schwer vereinbar mit den zeitlichen Behandlungsfrequenzen einer Klinik. Daneben sind Plätze im stationären außerklinischen psychiatrischen Bereich und in betreuten Wohngemeinschaften oft sehr knapp bzw. mit einer zu langen Wartezeit versehen. Oftmals bleibt so nur die Vermittlung in Einrichtungen für Wohnungslose oder in Einrichtungen außerhalb Hamburgs als zeitnahe Lösung übrig. Mit Hilfe von Arno Trebelsberger - der u. a. über herausragend gute Kontakte zur Wohnungswirtschaft verfügt - versuchen wir gemeinsam an verbesserten Lösungen zu arbeiten. Neben der oft sehr zeitaufwendigen individuellen Hilfe bei der konkreten Wohnungssuche der Patienten appelliert Herr Trebelsberger an die privaten, gemeinnützigen und genossenschaftlichen Wohnungsunternehmen, sich in diesem Bereich der sozialen Verantwortung zu wid-men. Gleichzeitig nehmen wir aber auch die Patienten in die Pflicht, die so eine 2. Chance zum Start ins Leben außerhalb der Klinik erhalten sollen. Konkret heißt das, dass grundsätzlich jede Vermittlung mit der verbindlichen Kopplung eines weiteren Ansprechpartners verbunden wird. Dies kann auch eine Betreuung im rechtlichen oder tatsächlichen Sinne sein. Dies wird dem Vermieter in einer Form offen gelegt, die ihm ermöglicht - in Krisenfällen - diesen Ansprechpartner bzw. diesen Betreuer stets anrufen zu können. So soll es darüber eine ergänzende verlässliche Struktur geben, die mit einer frühzeitigen Intervention eine zugespitzte Eskalation - Stichwort Zwangsräumung - vermeiden soll. Das Projekt FIGA Wohnverbund e. V. (FIGA steht für: für Integration gegen Ausgrenzung) in Barmbek und der gemeindepsychiatrische Qualitätsverbund Hamburg - Nord haben sich in diesem Konzept als feste Kooperationspartner eingebracht.FIGA ist seit Jahren im Arbeitskreis „Wohnungslos und psychisch krank“ aktiv und daher mit der Situation vertraut. Zudem kann FIGA als anerkannter PPM-Anbieter Hilfe und Betreuung für die betroffenen Menschen bieten. Dabei möchte FIGA den Menschen mit psychiatrischer Erkrankung eine Wohnform möglichst in ihrem bisherigen Wohnumfeld bieten, damit diese zumindest den Halt in ihrer gewohnten Umgebung behalten.Der Qualitätsverbund Hamburg - Nord steht für einen trägerübergreifenden Zusammenschluss der größten Träger der klinischen und der nachklinischen Psychiatrie in der Region des Bezirkes HH - Nord. Beide Träger werden sich um eine entsprechende Betreuung kümmern und so nicht nur den neuen Wohnungsmietern zur Seite stehen sondern auch für den Vermieter ein verlässlicher Ansprechpartner sein.Der Projektstart Mitte April 2008 zeichnete sich sofort durch eine deutliche Nachfrage aus: Die beiden ersten offenen Sprechstunden, die Herr Trebelsberger gemeinsam mit den jeweils zuständigen SozialpädagogInnen der Stationen anbot, konnten bereits von 12 wohnungslosen Patientinnen und Patienten genutzt werden. :: Zur Person:
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Herr Arno Trebelsberger, ehemals Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens. Jetzt Unternehmensberater und ehrenamtlich engagiert an der Asklepios Klinik Nord. Hr. Trebelberger kann dieses Angebot einmal wöchentlich, freitags ab 9.30 Uhr in Haus 17 Raum 113, bei uns realisieren.
Voranmeldungen für unsere Patienten können unter dieser Adresse: m.voepel@asklepios.com für die Beratungstermine erfolgen. | Manfred Voepel Ltg. Soziadienst in der Asklepios Klinik NordSven Meding Geschäftsführer FIGA Wohnverbund e.V.Arno Trebelsberger Unternehmensberater |
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