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Die Station PSY 72 gehört zur Fachabteilung für Abhängigkeitserkrankungen und verfügt über 16 Behandlungsplätze.Die Station PSY 72 ist eine gemischt geschlechtlich belegte psychiatrische Station. Es handelt sich um eine geschlossene Station, der Aufenthalt erfolgt jedoch freiwillig. Ausgänge sind nach Absprache möglich, Besucher sind Mo. bis Fr. von 15.00 - 17.00 Uhr und am Wochenende zwischen 11.00 - 17.00 Uhr willkommen.Schwerpunkte der Station PSY 72 ist neben (Beikonsum-) Entgiftung von illegalen Drogen die Vorbereitung auf eine Langzeit-Therapie und die Behandlung von Cannabiskonsumenten. Unser Angebot richtet sich auch an Jugendliche (ab dem 16.Lebensjahr) und Jungerwachsene.Für die Patienten bieten wir einen strukturierten Tagesablauf mit Einzel- und Gruppengesprächen. Jeder Patient übernimmt Aufgaben und kann am Freizeitangebot, an der Kunstgruppe und am Sportprogramm teilnehmen. Medikamentöse Behandlung und bei Bedarf pflegerische Hilfe sind selbstverständlich.Wir arbeiten nach dem „Primary Nursing“-Prinzip, d.h. jeder Patient erhält für die Dauer des Aufenthalts eine für ihn zuständige Bezugsperson, mit deren Hilfe er den Behandlungsablauf plant und alles für die Zeit nach der Entlassung vorbereitet. Die „Primary Nurse“ ist in allen Fragen Ansprechpartner.Die Aufnahme erfolgt über niedergelassene Ärzte, andere Hamburger Krankenhäuser, das Drogenhilfesystem, die Suchtaufnahmestation (SAS) und durch die Patienten selbst. Die Anmeldung ist unter der Telefonnummer: 040/181887-2360 im Aufnahmebüro möglich.
Das Behandlungsteam PSY 72 :
- Oberärztin - Zwei Stationsärztinnen - Pflegeteam - Psychologe - Sozialpädagogin - Kunsttherapeutin - Sport-Student
Das Behandlungskonzept: Im ersten Schwerpunkt werden Patienten zur Vorbereitung auf eine Therapie aufgenommen, die ausstiegsorientiert sind und sich bereits für eine (teil-) stationäre Langzeittherapie oder eine ambulante Therapie entschieden haben. Vor der stationären Aufnahme ist von diesen Patienten eine Platz- und Kostenzusage beizubringen. Dies beinhaltet keine einseitige Orientierung in Richtung Abstinenz. Unsere Grundhaltung beinhaltet auch akzeptierende und abhängigkeitsbegleitende Drogenarbeit. Die Langzeitabstinenz ist ein Fernziel und oftmals nicht sofort erreichbar.Es wird den Patienten durch den stationären Aufenthalt ermöglicht, sich im Rahmen der Hausordnung und der Regeln mit der stationären Therapie auseinanderzusetzen. Das Zusammenleben in der Stationsgruppe spielt in der Behandlung, wie auch in allen Therapieeinrichtungen, eine entscheidende Rolle. In Einzel- und Gruppengesprächen wird Motivationsarbeit geleistet insbesondere mit dem Ziel, Therapieängste abzubauen.Im zweiten Schwerpunkt wird Jugendlichen, Jungerwachsenen und/oder Cannabiskonsumenten ein ausdifferenziertes Behandlungsangebot gemacht, das insbesondere Diagnostik und Planung einer Anschlussbehandlung beinhaltet. Die besondere Rolle von Drogenkonsum (einschließlich Cannabis und Alkohol) im Kontext der Adoleszenz wird psychoedukativ vermittelt. Die Angehörigen werden einbezogen. Die jungen Patienten profitieren sowohl von den Einzelgesprächen als auch von den Gruppengesprächen, die den jeweiligen Patientengruppen immer wieder Entscheidungsprozesse abverlangen und zum anderen eine Auseinandersetzung mit den aktuellen gruppendynamischen Prozessen, insbesondere mit Konflikten, die sich aus dem Zusammenleben einer Gruppe ergeben, beinhaltet.
Spezielle Angebote: - Qualifizierte, medikamentengestützte Entzugsbehandlung - Entwicklung eines individuellen Behandlungsvorschlages - Psychoedukation - Bezugspersonenarbeit („Primary Nursing“) - Therapie-Vorbereitung - Auseinandersetzung mit der Therapie - Gesprächsgruppen - Informationsgruppen - Begleitete, lebenspraktische Aktivitäten im Stationsalltag - Akupunktur und Entspannung - Sport - Kunstgruppe - Kochgruppe - Vernetzung mit dem Drogenhilfesystem - Ambulante Weiterbehandlung Behandlungsziele:Der Patient bestimmt das jeweilige Ziel der Behandlung! Dabei steht die psychische Stabilisierung der Patienten an erster Stelle. Es soll ihnen Verständnis und Einsicht für ihre Abhängigkeitserkrankung vermittelt werden. Wir möchten diese Auseinandersetzung mit Akzeptanz, Einfühlungsvermögen und professioneller Distanz begleiten und dabei stets die Individualität des Patienten angemessen erfassen.Die Motivation für eine ambulante oder Langzeit-Therapie soll gefördert und unterstützt werden. Eine enge Zusammenarbeit mit diversen Einrichtungen des Drogenhilfesystems besteht.Eine medikamentengestützte Entwöhnungsbehandlung ermöglicht die Teilnahme am Programmangebot der Station. Neben dem denkbaren Ziel der völligen Abstinenz ist bei vorliegender Indikation auch die Überleitung in eine Substitutionsbehandlung möglich.Psychiatrische und somatische Nebenerkrankungen werden ebenfalls durch unser multiprofessionelles Behandlungsteam versorgt.
Das Pflegepersonal arbeitet nach der Pflegeorganisationsform der Primären Zuständigkeit (Primary Nurse nach Manthey). Die vier Eckpunkte nach Manthey lauten:
:: Übertragung der persönlichen Verantwortung für das Treffen von Entscheidungen auf eine Pflegekraft :: Tägliche Arbeitszuweisung nach der Fallmethode (nicht nach Tätigkeiten oder Räumlichkeiten/Bereichen) :: Direkte Kommunikation mit den beteiligten Berufsgruppen :: Übernahme der Verantwortung für die Qualität der am Patienten erbrachten Pflege für die gesamte Aufenthaltsdauer auf der Station/in der Einheit durch die Pflegekraft 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Das heißt, jeder Patient bekommt eine ihm zugeordnete Pflegekraft für die Dauer des gesamten Aufenthaltes zugeordnet. |
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