Inhaltlich arbeiten wir in Intervallen von ca. 4-6 Wochen nach dem Konzept von Reddemann (PITT), welches wir durch frauengerechte Angebote erweitert haben. Mehrfache Wiederaufnahmen sind bei entsprechender Indikation möglich. Die Traumatherapie gliedert sich in folgende 3 Phasen: Phase I: Stabilisierung Definition
Bedürfnisorientierte Phase von ca. 4 Wochen, in welcher das „Zur-Ruhe-Kommen“ und die emotionale Stabilisierung der Patientinnen angestrebt wird. Therapeutische Maßnahmen
Um eine positive Gegenkraft gegen die negativen Gefühle zu entwickeln, lernt die Patientin zusammen mit ihrer behandelnden Ärztin bzw. Psychologin verschiedene imaginative Übungen (Phantasiereisen wie z.B. sicherer innerer Ort, innerer Helfer, Tresorübung, Baumübung ).
An diese Phase schließt sich die Entlassung an, um das Erlernte auch in der Alltagswelt anzuwenden.
Ziele
In dieser Phase geht es darum, der Überflutung durch Ängste, Erinnerungen oder Gefühlen von Ohnmacht etc. etwas entgegen zu setzen und diese kontrollieren zu können. Hierbei werden alle vorhandenen Ressourcen und gesunden Anteile der Patientin genutzt bzw. geweckt, um geeignete Gegenkräfte gegen die traumatischen Erinnerungen aufzubieten. Eventuell muss diese Phase auch mehrmals durchlaufen werden.
Phase II: Traumakonfrontation Definition
Aktive und konfrontative Auseinandersetzung mit der Traumatisierung in ärztlichen/psychologischen Einzelsitzungen bei ausreichender innerer und äußerer Stabilität der Patientin. Therapeutische Maßnahmen
Diese ca. 6-wöchige Phase besteht aus der Traumaexposition mittels Bildschirmtechnik, EMDR, Beobachter-Technik u.a.. Diese aktive Auseinandersetzung mit Traumatisierungen darf nur erfolgen, wenn die Stabilisierungsphase erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Sie ist sinnvoll, wenn sich die Patientin immer wieder durch traumatische Erinnerungen in Form von “flash backs“ überflutet fühlen. Selbstverständlich erfolgen im Anschluss der Traumaexposition eine erhöhte Aufmerksamkeit, Trost und Zuspruch durch unser Team. Konzeptbedingt können wir derzeit nur in vereinzelten Fällen die Phase der Traumaexposition auf unserer Station anbieten.
Ziele
Ziel der Traumaexposition ist das Zusammenfügen von Gefühlen, Gedanken, Körpersensationen und Bildern in Bezug auf das Trauma sowie das Finden von positiven Kognitionen. Phase III: Integration Definition
Integration der traumatischen Erfahrung und Neuorientierung mit verstärktem Blick auf künftige Lebensmöglichkeiten. Therapeutische Maßnahmen
In dieser Phase liegt der Schwerpunkt auf der Orientierung nach außen. Verstärkter Einsatz der Sozialarbeit ist in dieser Phase oft erforderlich. Dabei geht es beispielweise um das Finden einer geeigneten beratenden oder betreuenden Einrichtung, um Hilfe bei Arbeit-, Renten- und Sozialfragen etc.. Häufige Belastungserprobungen werden in dieser Phase gefördert, um die Stabilität zu überprüfen und zu stärken. In dieser Phase werden keine aufdeckenden Therapien mehr durchgeführt. Ziele
Ein wesentliches Ziel dieser Phase ist auch die Anbahnung einer ambulanten Psychotherapie, welche sich der (teil)stationären Behandlung anschließen sollte. Weitere Ziele sind Ressourcenstärkung, Trennungsarbeit sowie gezieltes Entlassungstraining.

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