Persönlichkeitsstörungen gehören zu den häufigsten und schwersten, aber dank moderner Therapiemethoden mittlerweile auch zu den gut behandelbaren psychischen Störungen. 1990 wurde in dieser Fachabteilung eine der ersten Borderline-Stationen Deutschlands eingerichtet (jetzt Station Psy 44). Um dem Anspruch auf eine möglichst effiziente Therapie mit unterschiedlichen Schwerpunkten innerhalb der großen Gruppe der Persönlichkeitsstörungen (insbes.
Borderline-Persönlichkeitsstörung, Narzisstische Persönlichkeitsstörung, Histrionische Persönlichkeitsstörung) gerecht werden zu können, wurden innerhalb dieser Fachabteilung Stationen mit verschiedenen Schwerpunkten eingerichtet; dabei werden psychodynamische, verhaltenstherapeutische, soziotherapeutische, ergo- und körpertherapeutische sowie psychopharmakologische Behandlungen angewendet. Zudem ist eine Vernetzung mit außerklinischen Einrichtungen und niedergelassenen Kollegen erforderlich („Hamburger Netzwerk Borderline“ - siehe
www.borderline-hamburg.de).
Da zwischen den Borderline-Störungen und den Traumafolgestörungen (insbesondere der komplexen Posttraumatische Belastungsstörung) eine breite Überschneidung besteht, wurde die Behandlungseinheit für Frauen (BeF) in dieser Fachabteilung eingegliedert. Diese bietet Patientinnen die Möglichkeit ohne Beziehungsabbrüche stationär, teilstationär und nachfolgend ambulant behandelt zu werden. Zudem können auch psychisch kranke Mütter gemeinsam mit ihren Kindern (bis 1 J. alt) aufgenommen werden.
Auch die Tagesklinik der Fachabteilung behandelt schwerpunktmäßig Patienten mit Persönlichkeitsstörungen und Traumafolgestörungen.
Um die Lücke zwischen Kinder- und Jugendpsychiatrie und Erwachsenenpsychiatrie zu schließen, haben wir im Februar 2007 eine offene Station für junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren eröffnet. Auf dieser Station werden junge Patientinnen und Patienten schwerpunktmäßig mit Persönlichkeitsstörungen und Adoleszentenkrisen von einem multiprofessionellem Team behandelt, damit therapeutische Interventionen möglichst frühzeitig den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen können.
Neben der Behandlung von Patienten sind wir in der Forschung (z.B. aktuell Multicenterstudie „Borderline-Störungen und Posttraumatische Belastungsstörung bzw. komplexe Posttraumatische Belastungsstörung“) und Weiterbildung engagiert auch durch eine Vielzahl von Veröffentlichungen, aber ebenso als Mitveranstalter eines jährlichen Kongresses („Hamburger Symposium Persönlichkeitsstörungen“).
Artikel zum Thema können herunter geladen werden auf der Homepage der „Gesellschaft zur Erforschung und Therapie von Persönlichkeitsstörungen e.V.“ (
www.geps.info).