Asklepios  
         Klinik Nord
 
Asklepios | Asklepios Klinik Nord | Patienteninfo | Fachabteilungen: Medizin / Psychiatrie | Veranstaltungen | Fortbildungen | Suche | Impressum          
Diese Seite Drucken
Behandlungskonzept Lippen-Kiefer-Gaumenspalten
 
aus: chir. praxis 56, 121-135 (1999/2000) Hans Marseille Verlag GmbH München
 
Lippe
 
Im Alter von 3 Monaten, wenn das Kind ein Körpergewicht von 5000 g erreicht hat, erfolgt der 1. operative Schritt, der Lippenverschluss.
 
Wenn möglich, sollte das Kind mit einer Begleitperson zusammen im Krankenhaus in einer Eltern/Kind-Einheit aufgenommen werden, um den Kontakt von Eltern und Kind nicht unnötig zu unterbrechen.
 
Ziel der Lippenoperation ist es, neben dem Wiederherstellen der Gesichtssymmetrie und -ästhetik die Lippenfunktion wiederherzustellen und den Nasenboden zu bilden (siehe Abb. 19 u. 20). Dabei erfolgt der Lippenverschluss dreischichtig durch Vereinigen von Lippenschleimhaut, Lippenhaut, vor allem durch Rekonstruktion der Ringmuskulatur des M. orbicularis oris.
 
   
Abb.19
Linksseitige durchgehende Lippen-Kiefer-Gaumenspalte mit Verziehung des spaltseitigen Nasenflügels nach lateral und Verziehung der Columella zur Gegenseite 
Abb.20
Nach Lippenverschluss ist der M. orbicularis oris rekonstruiert, Lippenweiß und Lippenrot sind harmonisch wiederhergestellt, der Nasenboden ist gebildet, Nasenflügel und Nasenseptum stehen symmetrisch
 
 
Aus verschiedenen Lippenverschlußtechniken (TENNISON, MILLARD, VEAU, AXHAUSEN etc.) wird die für diese Spaltform passende Methode ausgesucht. 
Die Präparation der Muskulatur sowie die Naht geschehen unter dem Operationsmikroskop bei 7-10facher Vergrößerung.
 
Direkt nach der Operation kann der Patient wieder Nahrung, wie vor der Operation üblich, zu sich nehmen (Stillen, Flasche oder ähnliches).
 
In der Narkose inspiziert der Hals-NasenOhrenarzt das Mittelohr und legt gegebenenfalls Paukenröhrchen zur externen Mittelohrdrainage ein.
 
Durch diese Entlastungsmaßnahme und durch weiter konsequent durchgeführteKontrollen können Hörstörungen und damit Schwierigkeiten beim Spracherwerb definitiv ausgeschlossen werden (3).
 
Weicher Gaumen
 
Zwischen dem 9. und 12. Lebensmonat erfolgt der Verschluss des weichen Gaumens. Auch hier steht die Wiederherstellung der Funktion an 1. Stelle.
 
Durch die Spaltung der Mm. levator veli palatini und tensor veli palatini ist ein Absenken des weichen Gaumens bei Sprache und Schlucken nicht möglich. Unter dem Mikroskop werden die falsch ansetzenden Muskelfasern vom Hinterrand des harten Gaumens gelöst. Die Muskelschlingen werden wieder hergestellt und sind dann in der Lage, über den Ansatz am Tubeneingang das Mittelohr zu belüften. 
Auch bei diesem Eingriff kontrolliert der Hals-Nasen-Ohrenarzt; er reinigt und wechselt gegebenenfalls die eingelegten Paukenröhrchen.
Nach dem Verschluss des weichen Gaumens braucht keine Trinkplatte mehr getragen zu werden.
 
Harter Gaumen
 
Dem Prinzip SCHWECKENDIEK (7) folgend hat es sich bewährt, den Gaumen in 2 Schritten (erst weicher Gaumen, dann harter Gaumen) zu verschließen, um nicht durch einen zu frühen Verschluß des harten Gaumens das Oberkieferwachstum zu behindern.
 
Im Alter zwischen 5 und 6 Jahren wird der harte Gaumen durch Mobilisation von 2 Gaumenschleimhautlappen verschlossen. Eine Knocheneinlage ist hier nicht erforderlich. 
Mit dem Zahnwechsel beginnt die aktivere Phase der kieferorthopädischen BehandIung. Während bei fehlenden Milchzähnen keine Therapie nötig ist, muß bei Fehlen von bleibenden Zähnen gemeinsam mit dem Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen ein Konzept zum Verschluß der Zahnlücken festgelegt werden. Hier bieten sich kieferorthopädischer Lückenschluss, die Versorgung mit Brücken oder mit Zahnimplantaten an.
 
Anästhesiologie
Augenheilkunde
Chirurgie
       Gefäßchirurgie
Geriatrie
Geburtshilfe und Perinatalzentrum
Gynäkologie und Brustzentrum
HNO
Kardiologie
Kinderheilkunde
Laboratoriumsmedizin
Innere Medizin
Mund-, Kiefer-,  Gesichtschirurgie
Neurochirurgie
Neurologie
Pathologie
Psychiatrische
Zentrale Notaufnahme
Psychiatrische Institutsambulanz
I.    Psychiatrie
II.   Psychiatrie
III.  Psychiatrie
IV.  Psychiatrie
V.   Psychiatrie
VI.  Psychiatrie
Radiologie
Unfall- und Orthopädische Chirurgie
Zahnheilkunde
Zentrale Notaufnahme