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Voraussetzung für scharfes Sehen ist eine Abbildung unserer Umwelt auf der Netzhautmitte. Dazu müssen Lichtstrahlen, die von einem Gegenstand in unserer Umgebung reflektiert werden, im Auge so gebrochen werden, dass sie eine scharfe Abbildung auf der Netzhaut erzeugen können. Dieser Vorgang, der vor allem in der Hornhaut und der Linse erfolgt, wird Lichtbrechung (Refraktion) genannt. :: Trickfilm (56K-Modem/ISDN) :: Trickfilm (DSL) (Zum Betrachten muss auf Ihrem Computer der Real Player 8 installiert sein! Installieren) Die Hornhaut hat den größten Anteil an der Lichtbrechung. Sie vereinigt zusammen mit der Linse die Lichtstrahlen in einem Punkt, dem Brennpunkt. Der Abstand zwischen Hornhaut und Linse einerseits und diesem Brennpunkt andererseits wird Brennweite genannt. Diese Brennweite ist kennzeichnend für die Stärke einer Linse bzw. eines Linsensystems. Als Brechkraft bezeichnet man den Kehrwert der in Metern (m) angegebenen Brennweite. Die Einheit der Brechkraft ist die Dioptrie (dpt). Eine Brechkraft von 1 dpt entspricht beispielsweise einer Brennweite von 1 m, eine Brechkraft von 3 dpt einer Brennweite von 1/3 m = 33,3 cm und eine Brechkraft von 5 dpt einer Brennweite von 1/5 m = 20 cm. Die Hornhaut besitzt eine Brechkraft von ca. 43 dpt. Die Brechkraft der Linse beträgt beim Blick in die Ferne ca. 19 dpt. In diesem Ruhezustand ist die Linse sehr dünn, und Bilder in der Ferne werden scharf abgebildet. Um nun auch in der Nähe scharf zu sehen, muss die Brechkraft der Linse erhöht werden. Dies gelingt über eine Anspannung des Ziliarmuskels, an dem die Linse über Fasern aufgehängt ist. Wenn sich der ringförmige Ziliarmuskel anspannt, erschlaffen die Fasern. Dadurch kann sich die Linse mehr der Kugelform annähern. Sie erhöht damit ihre Brechkraft. Diese Einstellung des Auges auf ein scharfes Sehen in der Nähe wird Akkommodation genannt. Mit der Bestimmung der Sehschärfe (Visus) wird die Funktion der Stelle des schärfsten Sehens geprüft (Abbildung).
Dabei wird untersucht, wie weit zwei Punkte voneinander entfernt sein dürfen, um gerade noch getrennt wahrgenommen zu werden. Zwei Punkte können nur dann als getrennt wahrgenommen werden, wenn in der Netzhaut zwischen zwei gereizten Zapfen ein ungereizter Zapfen liegt. Da die Anzahl der Zapfen von der Netzhautmitte zu ihren Randbereichen hin abnimmt, sinkt auch die Sehschärfe mit der Entfernung von der Stelle des schärfsten Sehens ab. Die Sehschärfe wird in einer bestimmtem Entfernung geprüft. Für die Ferne sind es in der Regel 5 oder 6 Meter, für die Nähe 33 oder 40 Zentimeter. Die durchschnittliche Sehschärfe gesunder Augen beträgt 1,0. Dieser Wert ergibt sich, wenn man in einer Prüfentfernung von z. B. 5 Metern zwei winzige Objekte in einem Abstand von etwa 1,4 Millimetern gerade noch getrennt wahrnehmen kann. Eine Sehschärfe von 1,0 ist aber nicht das Ende der Skala. Gesunde Augen können auch eine Sehschärfe von 1,2 oder 1,6 oder noch bessere Werte erreichen. Die Sehschärfe ist u. a. abhängig von der Beleuchtung, dem Kontrast und der individuellen Aufmerksamkeit. Für die meisten Tätigkeiten des täglichen Lebens reicht eine geringere Sehschärfe als 1,0 aus, für bestimmte Tätigkeiten (z. B. das Führen eines Kraftfahrzeuges) ist aber eine gute Sehschärfe vorgeschrieben und enorm wichtig. Es gibt verschiedene Sehzeichen (Optotypen), mit denen die Sehschärfe geprüft werden kann. Meist werden für die Ferne Ziffern (oder Buchstaben) verwendet. Für Kinder stehen Bildtafeln zur Verfügung. Bei der Geburt haben Säuglinge noch keine volle Sehschärfe. Es dauert etwa drei Monate, bis die Stelle des schärfsten Sehens ausgereift ist. Danach steigt die Sehschärfe langsam an. |
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