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Rheumatische Erkrankungen
 
Unter dem Begriff der rheumatischen Erkrankungen werden mehr als 100 verschiedene Krankheiten zusammengefasst, die vor allem den Bewegungsapparat (Gelenke, Muskeln, Sehnen und gelenknahe Bereiche) betreffen und hier zu Degenerationen oder schmerzhaften Entzündungen und Funktionsstörungen führen (Abbildung).
 
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Auch spezielle Entzündungen an Haut oder Gefäßen werden zu den rheumatischen Erkrankungen gezählt. Bei den rheumatischen Erkrankungen spielen eine genetische Veranlagung sowie Autoimmunvorgänge eine wichtige Rolle. Der Körper bildet gegen eigenes Gewebe Antikörper, die die Entzündungen auslösen.  
 
Diese Antikörper sind oft nicht nur gegen den Bewegungsapparat, sondern auch gegen Strukturen des Auges gerichtet. Deshalb sollte bei einer rheumatischen Erkrankung auch eine Augenuntersuchung erfolgen. Häufige Reaktionen des Auges sind eine akute oder chronische Entzündung der Regenbogenhaut (Iritis, Abbildung oben), der Netzhaut und Aderhaut (Chorioretinitis), der Lederhaut (Skleritis), der Hornhaut (Keratitis) oder ein trockenes Auge (Abbildung).
 
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Anzumerken ist noch, dass degenerative Erkrankungen, wie z. B. eine Gelenkarthrose, nicht zu einer Beteiligung der Augen führen. Zwischen einer echten rheumatischen Erkrankung und einer Gelenkarthrose bestehen viele wichtige Unterschiede.
 
Neben den entzündungsbedingten Schmerzen, Schwellungen und Funktionseinschränkungen am Bewegungsapparat treten am Auge unterschiedliche Beschwerden auf, je nachdem, welcher Teil des Auges betroffen ist. Symptome können völlig fehlen (z. B. bei einer umschriebenen Netzhaut- und Aderhaut-Entzündung in den Randbereichen des Auges). Aber auch ausgeprägte Sehverschlechterungen und Schmerzen sind möglich. Nicht selten gehen die Beschwerden an den Augen den Symptomen an Bewegungsapparat oder an der Haut voraus, so dass vom Augenarzt die Suche nach einer rheumatischen Erkrankung veranlasst wird. 
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Neben Blutuntersuchungen ist die Kontrolle der Lederhaut (Abbildung links), der Hornhaut und der Regenbogenhaut im Hinblick auf eventuelle Entzündungen wichtig. Außerdem sucht der Augenarzt an der Netzhaut (Abbildung unten) und im Glaskörper nach Entzündungszeichen.
 
 
Entzündungshemmende Augentropfen und Cortison (als Augentropfen, Tabletten oder Injektionen) ergänzen die internistische Therapie der rheumatischen Grunderkrankung.
 
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Autor:
Prof. Dr. Dr. Wolfgang Wiegand
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