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Bluthochdruck (Hypertonus)
 
Der normale Blutdruck liegt unter 140/90 mm Hg. Den ersten Wert nennt man den systolischen, den zweiten Wert den diastolischen Blutdruck. Bei mehrfach gemessenen Werten von 160/95 mm Hg oder höher spricht man von einem Bluthochdruck. Die Werte dazwischen sind grenzwertig. Eine Erhöhung des diastolischen Blutdrucks ist gefährlicher als eine Erhöhung des systolischen Wertes. Ca. 20 % der über Sechzigjährigen haben einen zu hohen Blutdruck (Hypertonus), oft ohne es zu wissen. Bei lange bestehendem hohen Blutdruck entwickelt sich eine Arterienverkalkung (Arteriosklerose) in allen Organen, besonders aber an Herz und Gehirn. Herzinfarkte oder ein Schlaganfall (Apoplex) sind die Folge. Die Arterienveränderungen betreffen auch die Arterien der Netzhaut. Die Untersuchung des Augenhintergrundes ermöglicht eine Beurteilung des Ausmaßes der Gefäßschäden am Auge.
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Daraus lassen sich Rückschlüsse auf die gesamte Kreislaufsituation und auf den Zustand der Gefäße in anderen Organen ziehen. Die Arterien der Netzhaut verengen sich insgesamt und in einzelnen Abschnitten (Fundus hypertonicus, Abbildung).
 
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Dies kann bis zu Gefäßverschlüssen führen. In fortgeschrittenen Stadien (Retinopathia hypertensiva) werden die Gefäße durchlässig. Es kommt zu Einlagerungen von Wasser und Blutbestandteilen in die Netzhaut. Auch der Sehnervenkopf (Abbildung) kann anschwellen.
 
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Ein zu hoher Blutdruck verursacht zu Anfang oft keine Symptome. Warnhinweise sind morgendlicher Kopfschmerz, besonders im Bereich des Hinterkopfes, Schwindel, Ohrensausen, Nasenbluten und Herzklopfen. Oft kommt es zu Luftnot bei Belastung. Die Verengung der Arterien der Netzhaut verursacht zunächst keine Sehstörungen. Erst eine Blut- oder Wassereinlagerung in die Netzhautmitte führt zu einer Abnahme der Sehschärfe und zu einem verzerrten Sehen. Flimmern oder Schwarzwerden vor Augen infolge mangelnder Durchblutung können erste Anzeichen eines drohenden Gefäßverschlusses sein.
 
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Die medikamentöse Behandlung eines zu hohen Blutdrucks wird durch den Hausarzt oder Internisten vorgenommen. Der Augenarzt kontrolliert regelmäßig die Netzhautgefäße, um Veränderungen festzustellen, die durch einen zu hohen Blutdruck bedingt sind.
 
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Autor:
Prof. Dr. Dr. Wolfgang Wiegand
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