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Die Lider erfüllen verschiedene Funktionen, die verständlich werden, wenn man ihren Aufbau betrachtet. Das Lid besteht aus zwei Schichten. Die oberflächliche Schicht, zu der auch die Lidhaut gehört, weist zwei Muskeln auf. Der erste (Musculus orbicularis oculi) verläuft ringförmig um die Lider. Er wird benutzt, um die Augen zu schließen. Der zweite Muskel (Musculus levator palpebrae) dient dem Öffnen der Augen. Die zweite Schicht enthält den Lidknorpel (Tarsus), der dem Lid seine Form und Festigkeit gibt. Darunter folgt die Bindehaut des Lides, die sich in der Umschlagfalte auf den Augapfel fortsetzt. Die Grenze zwischen beiden Schichten ist bei genauem Hinsehen an der Lidkante als feine graue Linie erkennbar.
Im Lidknorpel verlaufen die so genannten Meibom'schen Drüsen, die an der Lidkante enden. Ihre Absonderungen liefern den fettigen Anteil des Tränenfilms. Eine chronische Entzündung und Sektretstauung in diesen Drüsen nennt man Hagelkorn (Chalazion). Im Bereich der Wimpern finden sich weitere kleine Drüsen (Moll'sche und Zeis'sche Drüsen). Ihre akute Entzündung nennt man Gerstenkorn (Hordeolum). Ein Gerstenkorn kann allerdings auch als akute Entzündung der Meibom'schen Drüsen entstehen. Im inneren Lidwinkel sehen wir auf der Lidkante des Ober- und Unterlides jeweils eine kleine Öffnung, die Tränenpünktchen. Durch diese Öffnung wird bei jedem Lidschlag die Tränenflüssigkeit in die Tränenwege der Nase gepunpt. Bei jedem Lidschlag wird auch die Tränenflüssigkeit neu auf dem Augapfel verteilt und dieser so ständig feucht gehalten. In der Regel geschieht dies unbewusst ca. fünf- bis zehn Mal pro Minute. |
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