Grüner Star

Glaukom

Als Grünen Star (medizinisch: Glaukom) bezeichnet man eine Gruppe von Erkrankungen, die im fortgeschrittenen Stadium die Nervenzellen der Netzhaut und den Sehnerv schädigen und somit zur Erblindung führen können. Das tückische an dieser Erkrankung ist, dass der Verlauf über lange Zeit unbemerkt bleibt und keine Schmerzen verursacht. Erst wenn sich sogenannte Gesichtsfeldausfälle bemerkbar machen, werden die Betroffenen aufmerksam - häufig zu spät.


Wodurch wird ein Glaukom verursacht?

Innerhalb des Auges wird sog. Kammerwasser gebildet, welches permanent nachproduziert und über den sog. Kammerwinkel aus dem Auge herausgefiltert wird. „Aus dem Auge“ bedeutet nicht, dass das Kammerwasser über die Tränen auf die Oberfläche des Auges und dann in die Nase fließt, sondern dass es durch einen Ringkanal (den sog. Schlemm´schen Kanal) im Auge selbst und dann in das Blutgefäßsystem fließt. Man kann sich den Kammerwasserfluss im Auge wie ein Waschbecken vorstellen, bei dem der Wasserhahn immer angestellt ist. Wenn das "Abflussrohr" verstopft ist, sammelt sich Wasser und es bildet sich ein erhöhter Druck (Augeninnendruck). In Folge dessen kann der Druck innerhalb des Auges Werte über 30 mmHG erreichen (Normalwerte zwischen 15 und 21 mmHG) und somit den Sehnerv nachhaltig schädigen.

Schreitet die Schädigung voran, gehen Nervenfasern verloren und der Sehnerv kann nur noch Teile der Informationen an das Gehirn weitergeben. Es treten inselförmige "blinde Flecken" im Gesichtsfeld auf. Zunächst beschränken sich die Ausfälle auf den Randbereich des wahrgenommenen Bildes, sie treten punktuell und dann bogenförmig auf. Mit dem Fortschreiten der Krankheit verteilen sich die Ausfälle über den gesamten Sichtbereich, bis hin zu großflächigen Ausfällen, die schließlich nur noch eine Sehleistung in einem zentralen Bereich zulassen. Letztlich kann es zur vollständigen Erblindung führen.


Entstehung

Früher wurde ausschließlich ein erhöhter Augeninnendruck als Ursache für die Entstehung eines Glaukoms gesehen. Mittlerweile weiß man, dass der erhöhte Augeninnendruck nicht die einzige Ursache ist, da es einerseits Menschen mit übernormal hohem Augeninnendruck gibt, die nie ein Glaukom entwickeln, andererseits sich auch bei unter der Norm liegendem, geringen Augeninnendruck ein Glaukom entwickeln kann.

Für Angehörige einer Familie mit Glaukom-Patienten, Diabetiker sowie Patienten mit chronisch schwerer Entzündung, Verletzungen im Auge, starker Kurzsichtigkeit oder Cortisonbehandlung besteht ein erhöhtes Risiko. Sollten Sie zu einer dieser Personengruppen gehören, gehen Sie bitte regelmäßig, insbesondere ab dem 40. Lebensjahr, zu Ihrem Ihren Augenarzt. Jenseits des 65. Lebensjahrs steigt das allgemeine Risiko an. Kurzsichtige haben ein erhöhtes Risiko für den sogenannten Glaukom-Anfall, bei dem sich der Kammerwinkel bei erweiterter Pupille verlegt, weil das Auge kürzer gebaut ist als normal. Dadurch kommt es zum akuten Druckanstieg – das ist schmerzhaft, das Auge wird rot!


Therapie-Ansätze in der Asklepios Klinik Barmbek

Wie fast alles in der Augenheilkunde, ist auch die Glaukombehandlung eine ambulante Therapie. Niedergelassene Augenärzte und Kliniken arbeiten dabei Hand in Hand.

Es gibt ein Vielzahl von Medikamenten und eine für den Laien unüberschaubare Vielzahl von Kombinationen und Operationstechniken die entweder die Produktion des Kammerwassers verringern oder den Abfluss verbessern sollen. Neue Medikamente und neue Operationstechniken haben dazu geführt, dass Sie als Betroffener geradezu in einen Dschungel der Therapiemöglichkeiten geraten.

Welche Therapie für Sie die Richtige ist, müssen Sie mit Ihrem Augenarzt und gerne auch mit unserer Hilfe herausfinden. Wir verfügen über aktuelle Diagnose- und Therapiemöglichkeiten und können Sie ausführlich beraten.

 
Tensionsanalyse

Um herauszufinden, ob der Augeninnendruck tatsächlich außerhalb der Norm liegt und/oder die aktuelle Therapie tatsächlich richtig ist, führen wir auch immer die sogenannte „Tensionsanalyse“ durch, bei der wir über den Tag und in der Nacht alle 4 Stunden den Augeninnendruck messen.

Vorsorge rettet Augenlicht

Eine Schädigung des Sehnervs durch ein Glaukom ist in der Regel nicht mehr umkehrbar. Mit einer medizinischen Behandlung kann lediglich ein Fortschreiten der Krankheit verhindert bzw. verlangsamt werden. Vorsorge rettet Ihr Augenlicht! Sprechen Sie mit Ihrem niedergelassenen Augenarzt oder kontaktieren Sie uns - wir helfen Ihnen gerne weiter!