Neuromuskuläre Erkrankungen, insbesondere die chronisch progredienten Muskeldystrophien aber auch die neurogenen Muskelatrophien zählen auch heute noch zu den nicht heilbaren Erkrankungen. Die aus den verschiedenen Erkrankungen resultierenden Behinderungen sind in ihrem Erscheinungsbild außerordentlich vielfältig.
Bei den leichteren Verlaufsformen neuromuskulärer Erkrankungen wird unter Umständen nur eine leichte Schwäche muskulärer Funktionen auffällig (d. h. Muskelschwund, aber nicht zu verwechseln mit MS = Multipler Sklerose!), in anderen Fällen entwickeln sich schwerste Behinderungen bis hin zur kompletten Hilflosigkeit im Alltag und entsprechend hohem pflegerischen Aufwand bei der Versorgung dieser Patienten.
Schwerwiegende Begleiterkrankungen und Komplikationen wie Herzmuskelerkrankungen mit Herzrhythmusstörungen und kardialer Insuffizienz (Herzleistungsschwäche) können hinzukommen, ebenso schwere Lungenfunktionsstörungen, z.B. Verminderung der Atemleistung bis hin zu einer Beatmungsbedürftigkeit. Außerdem können schwere Sprach- und Schluckstörungen auftreten.
Therapieansätze in Bezug auf eine Heilung unterliegen auch heute noch der Grundlagenforschung. Bislang ist noch nicht absehbar, wann eine Heilung möglich ist. Es bleiben derzeit symptomatische Therapieansätze wie medikamentös-symptomatische Behandlung sowie die Physikalische Therapie. Die medikamentös-symptomatischen Therapieoptionen sind ebenfalls sehr begrenzt. (Literatur siehe Anhang)
Es herrscht weitgehende Einigkeit, dass die intensive Behandlung mit den Mitteln der Physikalischen Therapie ein Fortschreiten der neuromuskulären Erkrankungen verzögert.