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Allgemeines
Der Begriff Pathologie stammt aus dem Griechischen und bedeutet: Die Lehre von der Entstehung der Krankheiten und den durch sie hervorgerufenen, morphologisch sichtbaren Gewebs- bzw. Organveränderungen. Hierbei geht es keineswegs nur um grundsätzliche medizinwissenschaftliche Erkenntnisse. Vielmehr ist die Pathologie ein praxisorientiertes Fach, das mittels der Augen unter Zuhilfenahme spezieller Methoden das morphologische Erscheinungsbild verschiedenartigster Erkrankungen beschreibt, definiert, klassifiziert und bewertet. Der Pathologe ist also weniger ein theoretisch als vielmehr praktisch tätiger Arzt, er nimmt seine Untersuchungen an Zellen oder Geweben aus allen Regionen des menschlichen Organismus' vor. Aufgaben In der Vergangenheit lag der Schwerpunkt der Tätigkeit eines Pathologen auf dem Gebiet der inneren Leichenschau (Obduktion, Sektion oder Autopsie). Dabei geht es vorrangig um die Abklärung von Grundkrankheiten eines Verstorbenen, die Feststellung der Todesursache und von Krankheitszusammenhängen. Weitere Aufgaben des Obduktionswesens sind z.B. die Überprüfung klinischer Untersuchungsergebnisse und durchgeführter Behandlungsmaßnahmen, die Erkennung und Definition neuer Krankheitsbilder, die Datenerhebung zu epidemiologischen Fragen, die Begutachtung für Versicherungsträger (Berufskrankheit), die Aufklärung von Angehörigen Verstorbener sowie nicht zuletzt die Aus- und Weiterbildung von Medizinstudenten und Ärzten. Zusammenfassend liefert die klinische Sektion einen eminent wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung.In den letzten Jahrzehnten hat sich das Aufgabengebiet des Pathologen entscheidend verändert: Die überragende Bedeutung des Fachs Pathologie liegt heutzutage in der Diagnostik, d.h. morphologischen Begutachtung der von lebenden Patienten gewonnenen Organ-, Gewebs- oder Zellproben und der im Rahmen der Behandlung chirurgisch entfernten Organen oder Geweben zum Zweck der Krankheitserkennung und -bewertung sowie als Grundlage für therapeutische Entscheidungen. Der Grund für diesen Wandel liegt zum einen in der stetig rückläufigen Zahl durchgeführter bzw. durchführbarer Obduktionen, zum anderen in der immer besser und vielfältiger gewordenen Möglichkeit der Probengewinnung aus den verschiedensten Organen wie auch der Zunahme aufwendiger und schwieriger, bislang nicht praktikabler Operationen. Die Diagnostik am lebenden Menschen ist so umfangreich geworden, dass die Mehrzahl der Pathologen sich ausschließlich dieser Tätigkeit annimmt. Hierbei gilt es sehr häufig, an winzigsten Gewebsproben oder an Zellsuspensionen zu erkennen und festzulegen, an welcher Krankheit der Patient leidet, bei dem das Untersuchungsmaterial z.B. mit Punktionsnadeln oder Biopsiezangen entnommen wurde. Diagnostische Verfahren
In der Regel wird die Diagnose am Tag nach der erfolgten Übersendung des Untersuchungsmaterials gestellt. In einem Teil der Fälle kann dies auch noch am selben Tag geschehen. Ein besonderes technisches Verfahren ermöglicht es, während der laufenden Operation eine histologische Gewebebearbeitung durchzuführen und somit innerhalb weniger Minuten die pathologisch-anatomische Begutachtung abzugeben, die als Entscheidungsgrundlage für den weiteren Ablauf der Operation dient. Dies ist die sog. Schnellschnittuntersuchung.Das konventionelle Lichtmikroskop ist das Arbeitsgerät, mit dem der Pathologe den allergrößten Teil seiner histologischen Untersuchungen durchführt. Das Elektronen-mikroskop, mit dem die Feinstruktur einer Zelle analysiert werden kann, kommt nur bei speziellen Fragestellungen zum Einsatz und gehört nicht zu der Grundausstattung eines Instituts für Pathologie.Als neuere Methode hat sich die Immunhistochemie etabliert, bei der mittels einer Antigen-Antikörperreaktion zell- bzw. gewebsspezifische Substanzen oder Merkmale sichtbar gemacht werden können, die u.a. für die richtige Zuordnung wie auch für die prognostische Wertung und Therapie von Infektions- und insbesondere von bösartigen Tumorerkrankungen nutzbar gemacht werden. Beispielhaft sei hierfür das Mammakarzinom genannt, bei der die qualitative wie quantitative Bestimmung der Hormonrezeptoren und auch des Her2/neu-Gens als Grundlage für eine zusätzliche medikamentöse Behandlung dieses Krebses dient. Die Molekularpathologie schließlich ist die jüngste Weiterentwicklung des Fachs Pathologie. Sie hat sich den Nachweis spezifischer genetischer Merkmale bzw. deren Veränderungen an Zellen, Geweben und Körperflüssigkeiten zur Aufgabe gemacht und wird in Zukunft für die Beantwortung erbbiologischer Fragen und gezielte gentherapeutische Maßnahmen zunehmend Bedeutung erlangen. Abteilung für Pathologie AK Harburg Im Harburger Krankenhaus wurde im Jahre 1910 eine Prosektur zur Durchführung der inneren Leichenschau eingerichtet. 1926 entstand ein Institutsgebäude für Pathologie und Bakteriologie. 1947 vollzog sich die Trennung in die Fachgebiete und Abteilungen für Pathologie und Mikrobiologie. Mit der Fertigstellung des Krankenhausneubaus bezog die Pathologie 1970 ein eigenes, modernes Institutsgebäude. Im Rahmen des Krankenhausentwicklungsplans wurde die Abteilung 1990 verlagert und räumlich mit der Mikrobiologie und Klinischen Chemie zu einem Zentrum für diagnostische Medizin vereint. Die Abteilung für Pathologie führt derzeit ca. 140 klinisch-wissenschaftliche und versicherungsmedizinische Sektionen, histologische Untersuchungen an ca. 12.000 Patienten mit mehr als 40 .000 Leistungen sowie 2500 zytologische Untersuchungen für das AK Harburg und das Krankenhaus Mariahilf sowie in kleinem Umfang für andere Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte im Rahmen einer speziellen Ermächtigung des Leitenden Arztes durch. Bedingt durch die klinische Zentrenbildung liegen die Schwerpunkte in der Diagnostik von Erkrankungen der Brustkorborgane Lunge, Rippenfell und Mediastinum, der Nieren und ableitenden Harnwege sowie der männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane. Darüber hinaus ist die Abteilung Pathologie ein integraler Bestandteil des im Jahr 2002 gegründeten Brustzentrums Hamburg-Süd e.V., indem alle in den Harburger Kliniken operierten Mammakarzinome hier untersucht, klassifiziert und registriert werden. |
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