Welche Risiken treten bei einer nichtbehandelten obstruktiven Schlafapnoe auf? Bei Vorliegen einer nichtbehandelten obstruktiven Schlafapnoe besteht ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und einen Herzinfarkt. Die Tagesmüdigkeit und die Konzentrationsstörungen erhöhen beim Autofahren das Vorkommen von Verkehrsunfällen. Was gibt es für nichtchirurgische Therapiemöglichkeiten?1. nächtliche Beatmungstherapie (z.B. CPAP ( continous positiv airway pressure))Mittels einer Maske wird während des Schlafes Luft über die Nase in die oberen Luftwege geblasen. Damit wird eine Luftschienung der oberen Atemwege erzeugt und der Kollaps wird verhindert. 2. Behandlung mit ZahnschienenZahnschienen, welche zum Schlafen getragen werden, verlagern den Unterkiefer und damit den Zungengrund nach vorne und verhindern somit den Kollaps. Welche zusätzlichen Maßnahmen können Sie selber durchführen um die Schwere der obstruktiven Schlafapnoe zu reduzieren? 1. Gewichtsreduktion 2. Einschränkung des Alkohol- und Nikotingenuss 3. Vermeidung der Rücklage im Schlaf Ist eine chirurgische Therapie eine mögliche Therapiealternative für Sie? 1. Bei Ihnen besteht eine obstruktive Schlafapnoe und Sie tolerieren die nächtliche Beatmungstherapie nach einer längeren, intensiven Versuchsphase nicht.2. Es bestehen keine weiteren internistischen oder neurologischen Erkrankungen, welche das Operations- und Narkoserisiko deutliche erhöhen. Darunter fällt auch extremes Übergewicht.3. Eine chirurgische Therapie der obstruktiven Schlafapnoe ist dann indiziert, wenn ein pathologischer Untersuchungsbefund im Bereich der oberen Atemwege vorliegt.
Chirurgische Therapiemöglichkeiten der obstruktiven Schlafapnoe:
Welche Art und welcher Umfang der operativen Therapie bei Ihnen erforderlich sind, richtet sich nach dem Untersuchungsbefund und dem Schweregrad der obstruktiven Schlafapnoe und wird individuell festgelegt. Die Obstruktion kann im Bereich des Weichgaumens (1), des Zungengrundes (2) und auf Kehlkopfebene (3) stattfinden. Oft sind mehrere Ebenen betroffen. Die Therapie findet dann in mehreren Ebenen statt. Wir sprechen dann von Multi-Level-Chirurgie. Indikationen für eine Operation: 1. Verbesserung der Nasenatmung um eine Optimierung bzw. Ermöglichung einer nächtlichen Beatmungstherapie (z.B. CPAP) zu erreichen 2. Primäre bei einem einfachem, nicht krankhaftem Schnarchen 3. Primär bei milder, obstruktiver Schlafapnoe (Apnoe-Hypopnoe-Index unter 30/h) ohne Herz-Kreislauferkrankungen und ausgeprägter Fettleibigkeit. 4. Sekundär nach erfolgloser oder nicht-tolerierter nächtlicher Beatmungstherapie (z.B. CPAP) 1. Weichgaumen: a. Weichgaumenplastik (Uvulopalatopharyngoplastik (UPPP)) ggf. in Kombination mit einer beidseitigen Gaumenmandelentfernung (Tonsillektomie) Erweiterung des Rachens durch Vor- und Seitverlagerung des hinteren Gaumenbogens und Entfernung der Gaumenmandeln
vor OP
nach UPPP
b. Laserchirurgie Resektion von überschüssiger Schleimhaut an Weichgaumen und Zäpfchen in Kombination mit einer Versteifung des Weichgaumens c. Radiofrequenzchirurgie Versteifung des Weichgaumens durch punktuelle thermische Vernarbung d. Weichgaumenimplantate Der Weichgaumen wird durch Einsetzen von Kunststoffstiften stabilisiert. Zungengrund: a. HyoidsuspensionErweiterung des Luftweges hinter der Zunge durch Vorverlagerung und Aufhängung des Zungenbeins am Kehlkopfskelett
b. Radiofrequenzchirurgie Versteifung des Zungengrundes und des Weichgaumens durch punktuelle Vernarbung
Die Radiofrequenztherapie sollte in der Regel nach 2-3 Monaten wiederholt werden. Die Operation kann unter örtlicher Betäubung erfolgen. Nasenchirurgie: Durch Operationen an der Nase lässt sich die Nasenatmung verbessern. Wenn Sie ein CPAP Gerät verwenden kann bei Vorliegen einer Nasenatmungsbehinderung durch eine Operation an der Nase die Verwendung der nasalen Beatmung (z.B. CPAP) vereinfacht werden und ggf. der erforderliche Druck gesenkt werden. Die Nasenchirurgie hat keinen Einfluss auf die obstruktive Schlafapnoe. Welche Maßnahmen sind nach der Operation erforderlich? 1. Beim Vorliegen einer mittel- oder hochgradigen obstruktiven Schlafapnoe sollten Sie nach der Operation Ihr nächtliches Beatmungsgerät (z.B. CPAP) weiterverwenden. Es sollte so lange weiterverwendet werden bis in einer Schlaflaboruntersuchung der operative Erfolg nachgewiesen werden konnte. 2. Nach der Operation ist nach ca. 2-3 Monaten eine Überprüfung des Operationserfolges in einem Schlaflabor erforderlich 3. Die Radiofrequenztherapie erfordert in der Regel zwei Therapiesitzungen im Abstand von 2-3 Monaten.