In den ersten Tagen nach der Geburt spielt sich der Rhythmus allmählich ein. Mit jedem Anlegen klappt es schneller, besser und leichter. Die Veränderung der Stillrhythmen sind bei jedem Kind ein völlig normales Phänomen. Es tritt vorwiegend zu bestimmten Zeiten und Phasen auf (z.B. bei Wachstumsschüben, heißen Temperaturen, Unruhe, Sorge, Angst). Bei den folgenden angegeben Stillzeiten (Richtwerten) ist ein richtiges, wirkungsvolles Saugen gemeint, nicht das Kuscheln oder Dauernuckeln an der Brust :: Das erste Anlegen erfolgt nach der Geburt. :: Am 1. Lebenstag mindestens 4x anlegen. :: Am 2. Lebenstag mindestens 6-8x anlegen, besser wäre 10-12x anlegen. :: Am 3.-4. Lebenstag alle 2-3 Stunden stillen (eine längere Schlafpause von 4-5 Stunden kann vorkommen) :: Jedes Kind soll nach seinen Bedürfnissen gestillt werden :: Mindestens 15-20 Minuten soll das Kind an der 1. Seite trinken (das Baby lässt die Brust los oder schläft ein) :: Durch eine ausgedehnte Stillmahlzeit erhält das Kind die fettreiche Hintermilch. Also nicht nach einigen Minuten die Seiten wechseln, weil das Baby sonst von beiden Brüsten nur die Vordermilch bekommt. :: Nach dem Aufstoßen und evtl. Wickeln das Kind an die 2. Seite anlegen. Hier trinkt es meist nicht mehr so lange. Mit dieser Seite auch die nächste Stillmahlzeit beginnen. :: Die meisten Neugeborenen brauchen 8-12 Stillmahlzeiten innerhalb von 24 Stunden, je nach Persönlichkeit des Kindes. :: Der Stillrhythmus kann täglich variieren. :: Viele Neugeborene trinken gegen Abend häufiger, meist gefolgt von einer längeren Schlafphase. :: Mehrere Mahlzeiten während der Nachtstunden sind normal. :: Manchmal überrascht das Baby die Mutter mit vielen kurzen, schnell aufeinander folgenden Stillepisoden. Das Baby „diniert“. Für diese Form des Stillrhythmus´ gibt es sogar einen Fachbegriff, das "Cluster- feeding".
Im ersten Lebensjahr wächst das Baby enorm. Es hat einen hohen Energiebedarf. Da es aber nur relativ kleine Nahrungsmengen pro Mahlzeit aufnehmen und verstoffwechseln kann, trinkt es häufiger. Wird es älter, vergrößern sich die Abstände zwischen den einzelnen Mahlzeiten. Das Kind saugt effektiver, weil es kräftiger geworden ist.