Das kolorektale Karzinom ist von zentralem Interesse. Dies hat mehrere Gründe: Das Rektumkarzinom ist zusammen mit dem Kolonkarzinom der häufigste Tumor Gastrointestinaltraktes. Kaum eine andere Tumorentität hat so stark von Entwicklungen der letzten Jahre profitiert wie diese maligne Erkrankung

Seit der Erstbeschreibung der abdominoperinealen Rektumextirpation durch Miles (1908) hat sich die Chirurgie des Rektumkarzinoms enorm gewandelt. Langzeitüberleben und Lebensqualität sind in das Zentrum des Interesses gerückt. Hier wurden die wichtigsten Fortschritte in den letzten Jahren erreicht: Mit der Etablierung der Totalen Mesorektalen Excision (TME) konnte die Prognose des Rektumkarzinoms entscheidend verbessert werden. Auch wenn neben dem Tumorstadium und dem Grading die Qualität der Chirurgie zu den wichtigsten Prognosefaktoren des Rektumkarzinoms gehören, so wird der frühzeitigen Diagnosestellung und den additiven Therapiemaßnahmen ebenfalls eine erhebliche Bedeutung für das Langzeitüberleben der Patienten beige messen. Gerade in der neoadjuvanten Therapie ließen sich aktuell Daten erheben, die zukünftig erheblichen Einfluss auf die Prognose des fortgeschrittenen Rektumkarzinoms haben werden. Die Behandlung des Rektumkarzinoms ist in den letzten Jahren also facettenreich geworden, die Indikation zur Therapie differenziert und auf den Einzelfall abgestimmt. Wir wollen uns an dem heutigen Abend wichtigen Aspekten, die zum interdisziplinären Management dieser Erkrankung gehören, widmen. Einen besonderen Stellenwert nimmt hier die Strahlentherapie ein, weshalb diese Thematik entsprechend zentral behandelt wird.
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